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    Diebstahl am Berg – frech bis fahrlässig

    Die Alpen. Traumziel für Bergsportler und Naturfreunde aus aller Welt. Naherholungsgebiet für die Bewohner der sieben Alpenländer. Ein weitläufiges Wegenetz bietet schier endlose Tourenmöglichkeiten und die Hütten der Alpenvereine, wie auch viele privat geführte, sorgen für sichere Unterkunft und Verpflegung. Genuss pur! Es sei denn am nächsten Morgen fehlen Teile der Ausrüstung. Denn eine neue Spezies erscheint immer häufiger über der Baumgrenze – der Gemeine Langfinger.
    Diebstahl-am-Berg
    Ausrüstungsdiebstahl am Berg - leider kein Tabu mehr!

    Ein böses Erwachen! Die Trekkingstöcke fehlen nach der Rast, Skitourenschuhe verschwinden aus dem Trockenraum, Eispickel und Bergschuhe sind weg. Häufig stellt sich später durch übrige Ausrüstungsgegenstände in gleicher Größe heraus, es war ein „Tausch“ – alt gegen neu. Wir haben regelmäßig Kunden, die sich über derartig Erlebtes auslassen und zähneknirschend Neues kaufen, obwohl sie doch erst vor kurzem genau deswegen da waren.

    Stöcke sind noch das harmlosere Beispiel. Unverschämt, keine Frage, wenn aber am nächsten Morgen anstatt der neuen Bergstiefel nur noch die 15 Jahre alten mit der abgefallenen Sohle vor einem 5-stündigen Abstieg auf einen warten, dann wird es richtig ernst. Im schlimmsten Fall rückt die Bergwacht an.

    Not oder Vorsatz?

    Viele dieser Vorfälle entstehen sicherlich aus einer spontanen Notlage, wie plötzliche Defekte an der Ausrüstung und der Sorge vor dadurch entstehenden finanziellen Belastungen. Was das Ganze natürlich keineswegs entschuldigt, denn schließlich zeugt es nur von einer äußerst fragwürdigen Moral, diese Probleme in widrigster Umgebung auf andere abzuwälzen. Es kommt aber auch mehr und mehr der Verdacht auf, dass die Trockenräume der Hütten und die Depots am Berg äußerst gezielt als riesiges, kostenloses Ersatzteillager in Mode kommen. Was den Diebstahl nur umso verwerflicher macht.

    Ein Mitarbeiter aus der Kletterabteilung berichtet beispielsweise von einer regelrechten Bandenkriminalität im sächsischen Elbsandsteingebirge. Dort werden immer häufiger ganze Rucksäcke vom Wandfuß eingesammelt, während die Kletterer ahnungslos in der zweiten oder dritten Seillänge in der Wand hängen, oder am Ende sogar hilflos von oben beobachten können, wie sich ihre Ausrüstung verabschiedet.

    Der Gipfel

    Im Herbst 2018 brach Michael (22) aus München gemeinsam mit Vater und Cousine in Richtung Großglockner auf. Zunächst lief alles glatt, die drei Bergsteiger stiegen zügig auf. Aufgrund des heißen Sommers, war die letzte Felspassage zum Gipfel trocken und schneefrei, konnte also ohne Steigeisen begangen werden. Alle drei deponierten ihre Eisen am Sattele, wie viele andere auch und kletterten zum Gipfel.

    Als sie zurückkehrten, erwartete sie eine böse Überraschung - Michaels Steigeisen waren weg. Nach kurzer Suche kam die traurige Gewissheit: die Eisen wurden gestohlen!

    Die Drei befanden sich oberhalb des Gletschers in hochalpinem Gelände, ein Abstieg über teils steile, blanke Eispassagen war nicht zu vermeiden. Ohne Steigeisen schlichtweg viel zu gefährlich, das mussten sich auch die Bergsteiger eingestehen. Die Vernunft siegte, die Bergrettung wurde benachrichtigt. Es folgte eine Helikopterbergung, Michael wurde zur Stüdlhütte geflogen, während die anderen beiden abstiegen. An der Hütte wartete er auf sie und von dort ging es wieder gemeinsam ins Tal.

    >> hier der ganze Artikel 

    Das war uns zuviel!

    Wir stießen auf einen Beitrag der ALPIN, in dem der Fall beschrieben wurde und waren von so viel Dreistigkeit schlichtweg schockiert. Nach kurzer Abstimmung beschlossen wir, mit der ALPIN Kontakt aufzunehmen und Michael ein Trostpflaster in Form von ein paar neuen Steigeisen zukommen zu lassen.

    Steigeisen-Anprobe-Diebstahl
    Michael bei der Anprobe seiner neuen Steigeisen.

    ZUGESCHUSTERT

    Die ALPIN war sofort mit Begeisterung dabei, half bei der Kontaktaufnahme, Michael freute sich und kam mit seinen Bergschuhen im Schuster vorbei. Hier wurde mit fachkundiger Beratung ein passendes Steigeisen, das Air Tech von Grivel, ausgewählt und gemeinsam mit Andrea, Redakteurin der ALPIN, feierlich übergeben.

    Wir wünschen Michael viel Spaß mit seinen neuen Steigeisen und viele weitere Touren, bei denen dann wieder das Bergerlebnis im Vordergrund steht, anstelle unliebsamer Überraschungen.

    >>Vielleicht liest das hier ja auch der dreiste Dieb und macht sich ein paar Gedanken, in welche lebensgefährliche Situation er den jungen Bergsteiger mit seiner Aktion brachte. 

    Steigeisen-Diebstahl-Großglockner
    Die "feierliche" Übergabe: Andrea Rudolf von der ALPIN, Michael, André Tappe vom Sport Schuster.
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