Training

Das ABC des Hallenkletterns

Winter. Hochsaison für Kletter- und Boulderhallen. Alles hangelt, klemmt, hookt, schimpft, jubelt, chalkt, hängt und stürzt indoor. Für die einen ist es Krafttraining, die anderen wollen ihre Technik verbessern. Manche einfach gut aussehen, weitere ohne große Leistungsansprüche etwas Sport treiben der richtig Spaß macht. Das Angebot an Kletterhallen in München ist schon lange riesig, aber mittlerweile ziehen die meisten größeren Städte ordentlich nach. Wer klettern will, der kann das in der Regel auch recht problemlos tun. Für Neueinsteiger haben wir hier das ABC des Hallenkletterns zusammengefasst.

A
Abseilen
– Geht schon mal gut los. Das muss man in der Halle gar nicht.
AchterSicherungs- und Abseilgerät. Zum Sichern heute nur noch selten verwendet.
Achterknoten – Klassischer Knoten zum Einbinden

B
Bouldern
- Klettern in Absprunghöhe. Durch rasanten Zuwachs an Boulderhallen und wenig wirklich notwendiger Ausrüstung (Kletterschuhe, Chalk) äußerst beliebt. Kann auch alleine betrieben werden.

C
Chalk
– Magnesia, in gepresster oder Pulverform. Das weiße Pulver sorgt für trockene Hände und guten Grip. Hat schon bei so mancher Grenzkontrolle für kurzfristige Irritationen gesorgt. Man bekommt es als Würfel, als loses Pulver, flüssig, oder als Ball in einem Netz. In der Halle sollte aus Hygienegründen nur der Ball oder die flüssige Variante verwendet werden.
Chalkbag – Täschchen für oben genanntes. Wird hinten am Klettergurt befestigt um auch während des Kletterns darauf zugreifen zu können. Beim Bouldern steht der Beutel unten. WICHTIG: Nie im Absprungbereich, aus staubenden Gründen. >> alles zu Chalk und Chalkbags
chalken – Der Vorgang des Einstaubens an sich.

D
Durchstieg
– Erfolgreiche Begehung einer Route oder eines Boulders.
Dach – großer Überhang. Will jeder klettern, kann aber nicht jeder.

E
Einbinden
– Fachmännisches fixieren des Seiles am Klettergurt.
Einbindeschlaufe – Hier und nur hier wird eingebunden.
Eindrehen – Damit geht der nächste Zug viel leichter!
Expresssets – 2 mit einer Schlinge verbundene Schnappkarabiner, zur Sicherung an der Wand. Hängen in Hallen bereits, müssen auch hängen bleiben.

F
Fingertrainer
– Kleine Hilfsmittel zur Stärkung der Greifkraft. Ringe, Knetbälle, Fingerhanteln. Bei häufigem Gebrauch: Vorsicht beim Händedruck!

G
GriGri
– Legendäres Sicherungsgerät. Erster Halbautomat, der bei Belastung vollständig blockiert und durch einen Hebel bedient wird >> mehr zum GriGri
Griffe – Große oder kleine aufschraubbare Kunstharzelemente in allen erdenklichen Formen. Von Bierhenkel bis Mini-Sloper ist alles zu finden. >> alle Griffe und Griffbretter

GriGri2
GriGri2
GriGri2
GriGri2
GriGri2
GriGri2
Grigri +
Grigri +
Grigri +
Grigri +
Grigri +
Grigri +

H
HMS-Karabiner
– Großer Sicherungskarabiner mit verriegelbarem Verschluss. Wird entweder einzeln, oder in Verbindung mit einem Sicherungsgerät verwendet.
Halbmast-Sicherung – Spezieller Reibungsknoten, der, nur mit dem HMS-Karabiner, ohne weitere Sicherungsmittel zur Partnersicherung verwendet werden kann.
Hook – Dynamische, athletische Bewegung bei ambitionierten Kletterrouten oder Bouldern. Die Ferse wird eingehängt, das Bein teils wie ein dritter Arm verwendet.

I
Ikea Tasche
– Großer blauer Plastiksack, der gerne als Budget-Seilsack herhalten muss. Die etwas praktischeren Varianten gibt’s bei uns. >> Seilsäcke

J
Jul 2
– Tube für Einfachseile. Praktisches Sicherungsgerät zum Sportklettern.
jammern – Tätigkeit während oder nach erfolglosem Klettern

K
Kletterschuhe
– Ohne die läuft gar nix. Die engen Schuhe sorgen für ordentlich Halt, auch auf den kleinsten Leisten oder auf der glatten Wand. Gibt’s für Einsteiger und Profis, müssen euch also nicht zwingend die Tränen in die Augen treiben.
Kletterseil / Einfachseil– Grundausstattung. Für die Halle kein zu dünnes nehmen, hier ist durch die höhere Anzahl an machbaren Routen und die rauen Schleifpapierwände der Verschleiß deutlich höher. Imprägnierung ist nicht wichtig, schützt ein Seil aber immer vor Schmutz.
Klettergurt – Bequem sollte er sein (Hängetest). Für die Halle und zum Sportklettern am Fels reicht ein leichtes Modell ohne verstellbare Beinschlaufen. Sollte an den Verstellmöglichkeiten immer noch etwas Luft in beide Richtungen haben.
Körperspannung – Die macht alles einfacher. Dadurch können alle Reibungskräfte besser aufgebaut werden.

L
Leisten
– Kleine Kanten, entweder in der Wandstruktur, oder auch als aufgeschraubter Griff. Erfordern meist kräftige Finger.
Leistenbruch – Schmerzhafte Verletzung bei überambitioniertem Antreten weit entfernter Tritte. Kann durch langsames Antrainieren des perfekten Spagates vermieden werden.

M
Mantle
– Überwinden von Dachkanten ohne nennenswerte Griffe durch Körperspannung und Verlagerung des Körperschwerpunktes. Wird häufig beim Bouldern gebraucht.
Margalef – Sportklettergebiet in Spanien, von dem man in der Halle träumen kann.

N
Nachstieg
– Klettern einer Route am bereits eingehängten Seil
Nordwand – Haha! Spaß!

O
Ohm
– Innovative Zusatzsicherung bei starkem Gewichtsunterschied zwischen Kletterer und Kletterpartner. Wird anstatt der ersten Expressschlinge eingehängt und reduziert beim Sturz das Zuggewicht. So wird der Sicherungspartner nicht nach oben gerissen. >> mehr zum Ohm
Offwidth – Breiter Riss. Erfordert in der Regel sehr viel Phantasie und Körpereinsatz. Eigentlich vorrangig an den Felsen Utahs zu finden, in manchen Kletterhallen aber auch in Teile der Wandstruktur integriert. Ganz spannend zum Ausprobieren, aber knackig.

So schaut's aus, das Ohm.
So schaut's aus, das Ohm.

P
Partnercheck
– Ganz wichtig! Immer noch mal kontrollieren, ob der Partner richtig eingebunden, bzw. das Seil richtig ins Sicherungsgerät eingelegt ist. Der Teufel steckt oft im Detail.
Piazen – Klettern einer Schuppe oder Verschneidung, durch an die Wand stemmen der Beine und gleichzeitiges Fixieren an vorgelagerten Griffen.
Pachamama – Kletterroute von Chris Sharma in Oliana und Ziel des ganzen Hallentrainings. Läppische 9a+

Q
Querung
– Horizontale Traverse in einer Route oder an einem Boulder.

R
Reibungsklettern
– Der Fuß findet lediglich durch möglichst großflächiges Auftreten auf einem völlig unstrukturierten Wandbereich Halt.
Rotpunkt – Erfolgreiche Begehung einer Route im Vorstieg, ohne die Sicherungskette auch nur einmal zu belasten.
Ringband – Wenn’s da schnalzt, ist erst mal Schluss mit lustig. Häufige Verletzung beim Bouldern, in der Regel eher in knackigen Routen. Mancher schafft es aber auch beim exzessiven Posen in einfachen Klettereien.

S
Sauschwanz
– Fachbegriff für einen gekringelten Umlenkhaken, in den das Seil einfach von oben eingehängt werden kann.
Schraubkarabiner, Schrauber – Karabiner, der durch eine Schraubhülse fixiert und gesichert wird. Klassischer Verschluss.
Schlüsselstelle – schwerste Stelle in der Route.
spotten – Sichern eines Boulderers. Einer, oder mehrere Personen stehen reaktionsbereit, mit ausgestreckten Armen, unter oder hinter dem Kletterer, um im ungeschickten Sturzfall den Oberkörper zu fixieren.

T
Toprope
– Klettern am eingehängten Seil, auch: Nachstieg.
Topo – Beschreibung der Kletterroute, in der Halle meist nur Angabe des Schwierigkeitsgrades und evtl. Routencharakter
Toehook – Ähnlich wie beim Hook, Fixierung mit den Zehenknöcheln um Gegendruck aufzubauen.
Technik – Das Erfolgsrezept beim Klettern

U
Untergriff
– Der Griff wird von unten nach oben festgehalten. Erfordert eine gute Körperspannung.
Umlenker – Finaler Haken in der Route zum Ablassen. In der Halle meist ein Schraubkarabiner oder Sauschwanz.
Überhang – Alles was steiler als senkrecht ist.

V
Verschneidung
– In einem deutlichen Winkel zueinander liegende Wandelemente. Verlangen oft Stütz und Drucktechniken.
Verschlusskarabiner – Karabiner mit Sicherheitsverschluss (Schraubhülse, Druckknopf)
Vorstieg – Klettern mit Seilsicherung von unten. Befindet sich die kletternde Person über der Expressschlinge ist immer ein Sturz der doppelten ausgegebenen Seillänge möglich. Absolute Voraussetzung für jegliche Rotpunktbegehung.

W
Wettkampfklettern
– Das macht ihr, wenn’s so richtig gut läuft!
Wire-Gate Karabiner – Karabiner mit Drahtschnapper

X
Xenofit
– Hochwertige Mineraldrinks. Machen müde Kletterer munter.
X – Der Zehner. UIAA-Wertung für einen echt harten Schwierigkeitsgrad.

Y
Yosemite
– Klettermekka in Kalifornien. Ebenfalls etwas womit man sich in Gedanken die langen Hallenmonate etwas versüßen kann.
Yuji Hirayama – Japanische Kletterlegende.
Yangshuo – Weiteres Sehnsuchtsziel. Klettergebiet in Südchina. Eines der schönsten und eindrucksvollsten der Welt.

Z
Zangengriff
– Griff, der mit viel Druck zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten werden muss.
Zug – Bewegungsablauf bis zum nächsten Griff
Zu – Aufforderung zum manuellen Blockieren des Sicherungsgerätes. Der Kletterer möchte entweder in das Seil sitzen oder erwartet einen Sturz.

So! Jetzt könnt ihr aber mitreden!
Infos zu Kletterkursen bekommt ihr beim DAV (direkt bei uns im Haus) und in vielen Kletterhallen.
Hier sind die größten:

Boulderwelt München Ost
Boulderwelt München West
DAV Kletter- und Boulderzentrum München-Süd
DAV Kletter- und Boulderzentrum München-West
DAV Kletter- und Boulderzentrum München-Nord
High East Kletterhalle
und wer eher tief im Süden unterwegs ist:
DAV Kletterzentrum Oberbayern Süd

Hier findet ihr das gesamte >> Kletterzubehör