TERREX - THE FASTEST OWN AND KNOWN TIME

    Motivationen fürs Trailrunning gibt es viele. Einige laufen um zu trainieren, andere freuen sich schlichtweg an der fließenden, meditativen Bewegung in der Natur. Trailrunning ist viel mehr als nur ein Sport, es ist ein Lebensstil, der die verschiedensten Mindsets in sich vereint. Einer, der hier mit Sicherheit viel zur Philosophie und den Reizen dieses Sports sagen kann, ist Marcel Höche, begeisterter und äußerst erfolgreicher Trail-Läufer, der die Bergregion am Walchensee sein Hausgebiet nennen darf! Wir trafen ihn zum Interview.

    Marcel, was treibt Dich auf die Berge?

    Da gibt es sicher viele gute Gründe für. Einer der grundlegendsten und tiefgründigsten sind sicher diese wahnsinnig tollen Emotionen, die ich dort empfinden darf: Freiheit, Grenzenlosigkeit, Glückseligkeit und auch eine gewisse Menge Stolz.

    Seit wann läufst Du eigentlich Trails?

    2010. Da habe ich mit 3 Freunden gedacht, einen 100km Wohltätigkeitslauf als Abenteuer anzugehen. Da war ich 16. Vorher war ich auch schon auf den Trails unterwegs, aber als Mountainbiker, nicht als Läufer.

    Was ist für Dich eine gängige Trainingsetappe?

    Gängige Trainings, die sich in verschiedenen Perioden des Trainings immer wieder wiederholen gibt es dutzende. Ganz standardisiert ist aber der „Long Run“: Viele Stunden bei moderater Intensität über Grate, von Berg zu Berg oder entlang aussichtsreicher Höhenwege. Oder einer Kombi aus allem.

    Wie oft trainierst Du in der Woche am Berg?

    Natürlich abhängig von der Trainingsperiode, aber sicher irgendwas zwischen 5 und 10 mal die Woche. Montags ist meistens frei, ansonsten eigentlich in „normalen Wochen“ jeden Tag mindestens einmal.

    Ich finde das Konzept "Fastest Known Time" fantastisch: Du bringst deine eigene Kreativität oder persönliche Verbundenheit in DEIN eigenes Projekt. Letztlich ist das ja der Reiz des Outdoorsports: Nicht irgendeiner Streckenmarkierung hinterherzulaufen, sondern völlig autark unterwegs zu sein.

    Thema Fastest Known Time (FKT): Hast Du da Projekte?

    Ja! Lange wohne ich ja noch nicht in den „richtigen Bergen“, erst seit dem 1.12 letzten Jahres nämlich – aber meine neuen Möglichkeiten hier möchte ich nutzen und etwas in Richtung Speed Mountaineering probieren. Im Schwierigkeitsbereich III UIAA habe ich da eine Route für den Sommer ins Auge gefasst.

    Und dann wohne ich natürlich direkt an der bekannten „Heimgartenrunde“. Da könnte man auch mal die FKT angehen. Die liegt bei 1:47h – was für 15km +1200Hm teils recht technischem Gelände echt stark ist.

    Was bedeutet das Thema FKT für Dich?

    Letztes und vorletztes Jahr habe ich mich mit dem Thema recht ausführlich auseinandergesetzt. Ich finde das Konzept fantastisch: Du bringst deine eigene Kreativität oder persönliche Verbundenheit in DEIN eigenes Projekt. Letztlich ist das ja der Reiz des Outdoorsports: Nicht irgendeiner Streckenmarkierung hinterherzulaufen, sondern völlig autark unterwegs zu sein.

    Hast Du bereits Läufe mit Bestzeiten?

    Yep. Der Harzer Hexenstieg war mal meiner, jetzt nicht mehr. Aber den Harzer Baudenstieg habe ich immer noch. Beide sind berühmte, ca. 100km lange Weitwanderwege in meiner alten Heimat, dem Harz.

    Was ist für dich der Reiz an FKT im Vergleich zu anderen Wettkampfformaten?

    Die Ursprünglichkeit. Letztlich sollte der Outdoorsport doch autark sein und selbst geplant. Das ist nicht nur „echter“, sondern führt auch zu einer ganz anderen emotionalen Verbindung zu der Unternehmung.

    Welche FKT Strecken sind dir besonders in Erinnerung?

    Beide natürlich. Wobei der Harzen Baudenstieg mir sicher noch mehr am Herzen liegt – weil mir die Zeit noch keiner abnehmen konnte, weil es meine erste FKT war und weil die Strecke fast an meinem Geburtsort, sowie über das Gelände meiner Schule führt.

    Foto: Raphael Weber

    Was würdest Du Trail-Einsteigern raten? Worauf sollten sie am Anfang unbedingt achten, vor allem wenn sie auf eigene Erfolge hinarbeiten möchten?

    Was ich ohne Trainer immer noch falsch machen würde und viele, die ich kenne immer noch falsch machen, ist der wöchentliche Umfang. Gerne würde ich jeden Samstag und jeden Sonntag 10h+ auf irgendwelchen Graten rumklettern. Und wer das macht und es liebt, macht alles richtig. Wer aber wirklich leistungsorientiert unterwegs sein will, der muss sich vielleicht zügeln und nach 3 oder 4 Stunden die Uhr stoppen und die Beine hochlegen.

    Du lebst und läufst am Walchensee. Gibt es eine Einstiegsrunde in Deiner Ecke, die Du empfehlen kannst?

    Die Heimgartenrunde (von der Herzogstandbahn zum Heimgarten und über den Grat zum Herzogstand und dann wieder zum Startpunkt) ist echt bekannt, aber doch schon eher anspruchsvoll. Laut bekanntem Online-Tourenforum „schwere Bergwanderung (schwarz)“ und „Technik: mittel bis schwer – Am Grat alles gut gesichert, aber man sollte schwindelfrei und trittsicher sein, auch beim Aufstieg zum Heimgarten kurze leichte ausgesetzte Stelle“ – für jeden ist es also nichts, für die meisten aber eine ganz tolle Runde mit wahnsinnigem Ausblick.

    Für den/die weniger Geübte(n) gibt es den Jochberg, den man ab der Kesselberghöhe recht schnell erklimmen kann und ebenfalls wunderschöne Ausblicke bietet.

    Hier in Walchensee haben wir aber momentan einen fast nicht zu bewältigenden Zulauf an Touristen, weswegen ich auf die öffentlichen Verkehrsmittel und Fahrgemeinschaften hinweisen will. Dass man sich auf Wegen gegenüber anderen und der Natur respektvoll verhält, brauche ich ja sicher nicht explizit sagen.

    Sollten natürlich alle beachten. Na dann können wir ja durchstarten. Marcel, vielen Dank für Deine Zeit und viel Erfolg für Deine Ziele!

    Foto: Raphael Weber
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