Arc'teryx - Vom Cerro Torre bis zum Chinesischem Turm

Arc'teryx im altbekannten Einsatzgebiet: steil, wild und lebensfeindlich. Doch der kanadische Ausrüster hat auch andere Facetten...
Arc'teryx im altbekannten Einsatzgebiet: steil, wild und lebensfeindlich. Doch der kanadische Ausrüster hat auch andere Facetten...

Manche Marken hat man in einer Kategorie abgespeichert. Die kanadische Marke Arc’teryx gehört für viele in die Schublade „Outdoor Gear-Nerds“. Dabei ist es durchaus spannend zu sehen, wie einige Entwicklungen, die die Kanadier eigentlich für den technischen alpinen Einsatz entwickelt haben, jetzt in neuen Teilen der Kollektion eingesetzt werden und dort absolut Sinn machen.

Beispiel: Die AC2-Technologie. Diese „Advanced Composite Construction“ – kurz AC2 – hat Arc’teryx erstmals 2006 vorgestellt. Vor zehn Jahren brachte das Unternemen je drei Alpin- und Trekkingrucksäcke auf den Markt, die absolut wasser- und luftdicht waren, extrem robust – und extrem teuer. Auch wenn von diesen Naos- und Acrux-Rucksäcken nicht viele verkauft wurden: die Tüftler aus Vancouver waren von dem Material begeistert. Das beidseitig mit PU beschichtete Nylonmaterial erlaubt es, Schnallen und Gurte direkt und nahtlos mit dem Rucksack zu verbinden. So entstanden keine Schwachstellen im textilen Korpus des Rucksacks.
Außerdem konnte man die Nähte von innen mit Nahtband versiegeln – ähnlich wie bei einer Gore-Tex Hardshell – und so vollständig wasserdichte Gepäckstücke herstellen.

Bei Arc'teryx daheim...
Bei Arc'teryx daheim...

Das „Streben nach dem bestmöglichen Produkt für den jeweiligen Einsatzzweck“ haben sich die Kanadier auf die Fahnen geschrieben. Deshalb hat Arc’teryx nicht nur ein mit mehreren Dutzend Mitarbeitern bestücktes Design Center, sondern auch eine Produktion mit mehr als 300 Mitarbeitern in Vancouver. Dort werden neben der Serienfertigung von Klettergurten und anderen technisch anspruchsvollen Produkten auch alle Prototypen gefertigt. Es wird designt, genäht, draußen ausprobiert und wieder neu gemacht. Bei allen Produkten läuft das so ab. Auch bei den AC2 Rucksäcken.
Acht Jahre und mehr als 100 Prototypen später hatten die Kanadier ein neues, vereinfachtes Verarbeitungsverfahren für die robusten AC2-Materialien gefunden. Sie brachten ihre höchst erfolgreichen Alpinrucksäcke Alpha FL heraus. Mit einem Preis von 150 bzw. 170 Euro lagen sie bei weniger als einem Drittel der ersten AC2-Modelle von 2006, waren wesentlich leichter und dennoch genauso wasserdicht.


In der Stadt angekommen... und beim Schuster natürlich auch.
In der Stadt angekommen... und beim Schuster natürlich auch.

Wenn man ein Material gefunden hat, das so vielseitig und funktionell ist, liegt es nahe, den Arc’teryx Fans auch in anderen Lebensbereichen Produkte mit den gleichen Vorteilen zu bieten. Regnen tut es schließlich auch in der Stadt... Der praktische Shopper Blanca Tote mit Möglichkeit zur Yogamattenbefestigung ist deshalb aus dem gleichen Basismaterial wie der Alpinrucksack Alpha FL, ebenso wie der stylische Granville Backpack .
„Unsere Kunden sind ja nicht nur und ständig am Berg unterwegs“, sagt Arc’teryx Produktentwickler Jon Rockefeller, „sie haben ja auch einen Alltag – in dem sie aber die gleiche Performance von uns erwarten wie bei unseren Alpinprodukten. Deshalb gibt es bei uns oft diesen Technologie-Transfer vom Berg in die City. Eine Gore-Tex Hardshell muss auf Expeditionen genauso funktionieren wie als schicker City-Regenmantel auf dem Weg ins Büro. Unser Wissen aus dem Alpinbereich über Materialien und Schnitte hilft uns enorm, funktionelle Produkte für die Stadt zu machen.“

So tut das wasserdichte AC2 Nylonmaterial seinen Dienst am Cerro Torre genauso wie am Chinesischen Turm.