Arcteryx – Ursprung, Hintergrund, Ausblick

Die Marke Arcteryx hat sich in den vergangenen Jahren vom Insider-Tipp zu einem der wichtigsten Outdoor-Hersteller auf dem Markt entwickelt. Extrem technisch, extrem detailverliebt – und vor allem extrem anders denkend! Was für andere als gegeben gilt, wird von den Kanadiern hinterfragt, auf den Kopf gestellt – und dann neu erfunden... Aus dem „Think Tank“ in Vancouver kommen unter anderem der erste dreidimensional thermogeformte Klettergurt und auch die komplexe 3D-Schnittkonstruktion in der Bekleidung. Dazu Details, die heute Industriestandard sind: Die Lamination unterschiedlichster Textilkomponenten, der wasserfeste WaterTight™ Reißverschluss oder der Laserzuschnitt bei Klettbändern. Hier ein paar Hintergrundinformationen zu den Kanadiern:
 Die Heimat
Die Kletterer Dave Lane und Jeremy Guard gründeten die Marke 1989 in North Vancouver / Kanada. Unter dem Namen „Rock Solid“ konzentrierten sie sich zunächst auf die Entwicklung technischer Kletterausrüstung und tüftelten an dem ersten dreidimensionalen Klettergurt, dem Vapor Harness. Als Büro/Werkstatt/Firmenzentrale diente zunächst der eigene Keller, dann eine Garage, dann eine baufällige Fabrik.
1991 wurde die Marke dann in Arc’teryx umgetauft. Das Sortiment verbreiterte sich Schritt für Schritt – die aus dem Klettergurt gewonnen Erkenntnisse flossen in den Trekkingrucksack Bora ein. Durch die Thermoformung konnten Hüftflossen und Rückenpaneel deutlich besser auf die Anatomie des Trägers abgestimmt werden.
Die Bekleidung kam 1997 hinzu – und schnell wurde Arc’teryx auch hier federführend. Arc’teryx-Entwickler Mike Blenkarn (ein Interview haben wir hier auch geführt!) erfand den WaterTight Zipper. So konnten die Kanadier auf dicke Abdeckleisten verzichten. Außerdem legten sie extrem viel Wert auf anatomische Schnittführung und sparten somit zusätzlich einiges an Gewicht ein.  Mit den Gore-Tex Jacken unterbot Arc’teryx schnell die magische 500 g-Marke – damals ein echter Quantensprung.
Generell ist die Zusammenarbeit der Marke mit den großen Textilherstellern wie Gore-Tex und Polartec bis heute sehr eng: Gemeinsam mit Polartec entwickelte das Team um Mike Blenkarn und seinem Kollegen Tom Fayle das Softshell-Material Power Shield und brachte mit der Gamma SV Jacket eine der ersten Softshelljacken überhaupt auf den Markt. Auch bei der Entwicklung der beiden letzten Generationen von Gore-Tex Pro hatten die Kanadier ihre Finger intensiv mit im Spiel.
Im Jahr 2006 zog die Marke in ihren neuen 3.500 m2 großen Firmensitz am North Shore, unweit vom Geburtsort entfernt. Heute arbeiten hier fast 600 Mitarbeiter. Neben den Büroflächen gibt es einen Showroom, eine Kletterwand sowie einen Store. Und noch wichtiger: gleich hinter der Haustür fängt die Wildnis an – inklusive der legendären North Shore Bike Trails und zig Boulder-Felsen.
In Vancouver befindet sich zudem eine separate Arc’teryx Produktionsstätte im Stadtteil Burnaby mit über 300 Mitarbeitern. Hier werden alle Klettergurte, die Top-Modelle der Hardshells und alle Prototypen hergestellt – manchmal mehrere Dutzend, bis ein Produkt marktreif ist. Arc’teryx gehört seit 2005 zur finnischen Amer Sports Group, zu der unter anderem noch Salomon, Atomic oder Suunto zählen.
Der Name
Der Name der Marke bezieht sich auf den Archaeopteryx, dem ersten Reptil, das vogeltypische Merkmale aufwies. Im Altgriechischen steht archaeo für ‚uralt’ und pteryx für Feder bzw. Flügel. Für die Gründer der Marke entscheidend: Dieser ‚Innovator’, der den Übergang von Dinosaurier zum Vogel repräsentiert und Federn zum Fliegen entwickelte, befreite sich von den Fesseln der zweidimensionalen Welt und brachte die Evolution voran.
Das Logo
Entsprechend geht natürlich auch das Arc’teryx-Logo auf den Urvogel zurück. Die Kanadier haben den wohl schönsten Skelettfund mit deutlichem Feder- und Schädelabdruck als Logo-Vorbild gewählt: Das so genannte „Berliner Exemplar“ wurde um 1875 bei Eichstätt von einem gewissen Jakob Niemeyer entdeckt. Der tauschte den Abdruck übrigens gegen eine Kuh ein. Heute kann man ihn im Berliner Museum für Naturkunde sehen.
Was kommt?
Für alle, die bereits ein wenig gen Winter schielen: Besonders spannend finden wir das „Lithic Comp“ Outfit für Freerider und Tourengeher, das es ab Herbst 2014 bei uns im Laden geben wird. Wieder typisch Arc’teryx: Die komplexe Materialkombination aus GORE® Hardshell und elastischen, atmungsaktiven Softshell-Zonen. Und das natürlich im puristischen, detailverliebten Arc’teryx-Style.
Und im Sommer 2015? Erst vor wenigen Wochen sickerte es durch: Im Sommer nächsten Jahres werden die Kanadier erstmals eine kleine, aber sehr feine Schuhlinie präsentieren...