Atomic und Salomon - Die Geheimnisse der Skiproduktion

In jedem Ski stecken 60% Handarbeit.

Beim Schuster wird Service groß geschrieben. Wir wissen, wovon wir sprechen, wenn Sie uns um Rat fragen. Damit das auch so bleibt, schulen wir regelmäßig unsere Mitarbeiter – so wie kürzlich unser Ski- und Skischuhverkaufsteam. Beim Besuch der Skiproduktionen von Atomic und Salomon gab es Einblicke, die jedes Skifahrer-Herz höher schlagen lassen. Wir durften in die Skiproduktionshallen, das Testcenter und den Rennstall besichtigen – eine Seltenheit! Aber der Reihe nach:

Skischuhe im Visier

Die Frage nach dem perfekt passenden Skischuh treibt nicht nur unser Bootfitting-Team um. Wir trafen die Experten, die die Schuhe entwickeln. Die Gelegenheit, die verschiedenen Skischuhe beider Marken ganz genau unter die Lupe zu nehmen.

Trend: Bootfitting

Bei seiner Suche nach einem bestmöglich passenden Leisten, der als Basis für die individuelle Schuhanpassung dient, hat der französische Skiexperte Salomon tausende Füße im 3D-Scan ausgewertet. Innenschuhe und Schale entstehen in einer Vielzahl an kleinen Einzelschritten, das meiste in Handarbeit. Das macht den Skischuh verständlicherweise nicht ganz billig, ermöglicht aber eine umso präzisere Anpassung beim Bootfitting. Für Damen baut Salomon extra Schuhe im „Damen-Fit“: schmalere Fersen, angepasster Zehenraum, niedrigerer Schaft, und: integrierte Wärmebatterien für garantiert warme Füße!

Atomic legt sein Hauptaugenmerk auf die perfekte Passform, von Anfang an und zwar für jede Fußform. Daher bietet die weltweit führende Skimarke Schuhe mit schmaler, mittelbreiter und breiter Passform an. Im Fokus steht dabei der klassische All Mountain-Skischuh, der sich für den flexiblen Einsatz auf der Piste und im Gelände eignet. Dabei kann durch die „Memory-Fit“-Methode der Schuh individuell an den Fuß angepasst werden.

Sogenannte Memory-Pads werden am Fuß befestigt und der Schuh wird erwärmt. Mit Hilfe der Memory Pads und Wärme weitet sich der Schuh an genau den Stellen aus, an dem mehr Platz benötigt wird.

Fachgespräch unter Profis

Unsere Mitarbeiter sind echte Profis. Da gab es im APC, dem Atomic Pro Center, das als Anlaufstelle speziell für alle FIS-Rennfahrer eingerichtet wurde, einiges zu besprechen. Hier werden aus bock-harten Rennschuhen mit 150er Flex gefühlte Hausschuhe geformt, gefräst und geschliffen. Wenn es zwickt und drückt, sitzen hier Marcel Hirscher und Co. und tüfteln und probieren. Unsere Mitarbeiter Rudi und Rasmus aus der Skischuhabteilung und Spezialisten in Sachen Bootfitting waren ganz in ihrem Element. Und Rudis stolzes Fazit: „Denen stehen wir technisch in nichts nach!“

Sandwich unter den Füßen

Wie genau so eine Skiproduktion abläuft, ist in vielen Details ein wohlgehütetes Geheimnis. In der Skiproduktion in Altenmarkt werden sehr viele verschiedene Ski produziert – jeder Ski, jede Länge ist ein Einzelstück. Das kostet Zeit: 18 Tage pro Ski, von der Bereitstellung des Rohmaterials bis hin zur Endfertigung und dem Aushärten der Klebstoffe.

Und wie läuft das genau ab? Im Rohstofflager sieht alles ganz „un-ski-mäßig“ aus. Platten in unterschiedlichen Dicken und Breiten aus Holz (übrigens alles EU-Hölzer, die nicht gefährdet sind), bunte Beläge und Seitenwangen, die in Streifen von Rollen geschnitten werden. Bis zu acht Tagen dauert die Bereitstellung und Vorverarbeitung der unterschiedlichen Materialien: von Belag, über Kanten, Holzkern, Druckgurt und Deckel mit entsprechendem Design. In der Produktion ist fast alles Handarbeit - und die Skibauer verstehen ihren Job: In 12 Minuten kann ein Ski in Sandwich-Konstruktion Schicht für Schicht zusammengebaut werden. Dann wird er in eine Form, eine Art Formatvorlage, gelegt und kommt in eine Presse.

In der Presse wird der Ski regelrecht aus dem Rohmaterial herausgestanzt. Danach müssen die Ränder abgeschnitten werden und der Ski sieht zum ersten Mal wirklich nach Ski aus. Was nun fehlt sind die Schleifstraßen, denn die Skikanten haben in „Rohform“ einen 90 Grad-Winkel, zum Skifahren werden Winkel zwischen 87 und 89 Grad geschliffen. In der Endfertigung werden schließlich Bindungsplatten und Doppeldecker montiert, aber auch Skikappen angeschraubt.

Nach einem Blick in die Testlabors und Service-Räume der Ski-Weltcup-Läufer lautete unser Status endgültig: Die Ski-Saison kann kommen!

Für diese Einstimmung geht ein herzliches ´Merci` an Salomon und Atomic!