Auf dem Jubiläumsgrat


Der Jubiläumsgrat ist eine der prominentesten Gratüberschreitungen der Bayrischen Alpen, verläuft von der Zugspitze (2962m) über Innere-, Mittlere- und Äußere Höllentalspitze zum Hochblassen und von dort weiter zur Alpspitze (2628m). Zwar wird dieser Grat gerne als „Klettersteig“ bezeichnet, hat mit solchem aber nichts zu tun! Es handelt sich vielmehr um eine hochalpine Grattour mit einigen freien Kletterstellen und durchgehend beeindruckendem Tiefblick.
Diese Hochalpine Tour nahm unsere Autorin Barbara Kessler mit Markus Schweiger, Jonathan Pietsch und Andreas Hofmann an einem sonnigen Wochenende im September 2016 in Angriff.

Die Anreise erfolgte bereits am Vorabend und wir verbrachten eine Nacht unter Sternen im Schlafsack neben unserem Auto. Um 6 Uhr früh ging es los. Da Joni erst am Morgen zu uns stieß hatten wir 2 Autos und konnten eines am Alpspitzparkplatz belassen und fuhren mit dem zweiten zur Eibseebahn. Wenn man mit der ersten Seilbahn auf die Zugspitze kommt hat man 9h Zeit für die Überschreitung und kann mit der Alpspitzbahn wieder abfahren. Leider war an diesem Morgen die Seilbahn defekt und wir durften mit der Zahnradbahn auffahren, was uns leider gute 1,5h Zeit kostete. Der Stimmung tat dies aber keinen Abbruch. Wir waren voller Vorfreude und konnten es kaum erwarten endlich loszulegen. Die Bedingungen waren perfekt. Sonnenschein, stabiles Hochdruckwetter, und zu unserer Überraschung relativ wenig andere Bergsteiger. Kurzes Gipfelfoto und los ging‘s.

Jubiläumsgrat
Zugspitze
1. Das erste Hinweisschild sagt schon sehr deutlich, was einen erwartet. 2. Am Zugspitzgipfel.


Die ersten Meter gehören zu den anspruchsvollsten. Gerade die drei Kletterer (Kessler, Schweiger und Hofmann) mussten sich erst mal daran gewöhnen, nicht ihre Hände zu benutzen und einfach so den schmalen Grat entlangzuwandern, der links und rechts sehr tief blicken lässt.
Nach einer guten Stunde hatten wir uns aber daran gewöhnt und es machte einfach nur noch Spaß.
Gegen Mittag erreichten wir die Biwak-Schachtel, welche sich auf halber Strecke befindet. Dort gönnten wir uns eine ausgiebige Pause und genossen die Brotzeit mit königlichem Ausblick.


Für den nun anstehenden Teil sind laut Topo 5 Stunden veranschlagt. Wir waren guter Dinge, die letzte Bahn noch zu erreichen, rechneten jedoch nicht damit, dass wir aufgrund der Anstrengung immer langsamer wurden. So kam es, dass wir um 16:04 Uhr am Alpspitzgipfel ankamen, aber die letzte Bahn nicht mehr erreichten. Wir waren einfach zu platt, um den Abstieg zur Seilbahn in 1h zu schaffen. Nach kurzem Ärgern und der Überlegung ein Biwak einzurichten, rafften wir uns dann doch auf den Talabstieg anzugreifen und wurden mit einem atemberaubenden Abendrot belohnt. Um 21:30 Uhr hatten wir es geschafft. Nach 10 Stunden, 800 Hm auf- und 3000 Hm Abstieg, waren wir zurück an unserem Auto, überglücklich und „sau fertig“.

Jubiläumsgrat
Alpspitze
1. Schneidig! Unterwegs auf dem Grat. 2. Nach der Kante kommt die Kletterstelle im 3. Schwierigkeitsgrad. 3. Glücklich am Alpspitzgipfel.

Fazit: Wer wirklich die Überschreitung inklusive Bahn Auf- und Abfahrt machen möchte, sollte während der Überschreitung nicht trödeln.


Was man unbedingt mitbringen sollte:

GENÜGEND WASSER (mindestens 2 Liter), Brotzeit, Sonnencreme, Not-Biwaksack, Stirnlampe, Klettersteigset, Helm, Handschuhe (Stahlseil), Rastschlinge, kletterfähige Zustiegsschuhe und als persönliche Eigenschaften Top Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und sehr viel Ausdauer.

Außerdem natürlich eine Kamera.