AustriAlpin: Kletter-Hartware aus Tirol

Wir haben Euch bereits die Klettermarke Monkee vorgestellt. Und auch im Hartwarenbereich muss man bei uns nicht groß in die Ferne schweifen, um Top-Produkte zu finden. Eine der Marken, ist AustriAlpin – zu Hause im Stubai, wo die Kletter- und Sicherheitsprodukte auch noch produziert werden. Grund genug nach einer Stubaier Bergtour einen Hausbesuch anzuhängen und uns von Geschäftsführerin (und Kletterin) Katrin Mark-Winkler Haus und Kaffeemaschine zeigen lassen.
Katrin, seit wann gibt es AustriAlpin eigentlich?
Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Das Unternehmen AUSTRIALPIN wurde 1996 gegründet, allerdings von den damaligen Bergsportproduzenten der Stubai. Die Stubai war eine Werkzeuggenossenschaft mit gut 50 Mitgliedern. Davon waren aber nur vier Bergsportler, der Rest hat die berühmten Zangen, Schraubenzieher etc. hergestellt. Da kann man sich vorstellen, wie kompliziert und schwerfällig das System war. Für jeden noch so kleinen Beschluss hat es alle Mitglieder gebraucht. Naja, die Produzenten wollten dann erst eine Unterabteilung schaffen, dagegen war aber die Stubai – und dann sind alle vier Bergsportler ausgetreten und haben AustriAlpin gegründet.
Euer neues Firmengebäude liegt direkt an der Straße, wenn man durch’s Tal fährt. Ihr produziert sogar noch hier, oder? Kletterware made in Tirol?
Ja darauf sind wir stolz! Von Kletterern für Kletterer. Und wir sichern Arbeitsplätze in Tirol. Jeder jammert über die schlechte Arbeitsplatzlage und dann kaufen doch so viele Billig-Fernostware, die unter was-weiß-ich-was für Arbeitsbedingungen produziert wird.
Die Auflagen sind in Europa sicherlich anders...
Ja, natürlich und das ist auch gut so. Aber wir haben mit die strengsten Umweltauflagen, auch innerhalb Europas. Das macht manches schwierig und komplex. Wir haben ein hohes Lohnniveau. Und wir mengen beispielsweise beim Eloxieren (dem Veredeln von Aluminium) keine Schwermetalle bei, wie es unsere Nachbarn tun. Die Schwermetalle ergeben die besonders grellen und bunten Farben. Das geht in Österreich nicht. Aber wir lieben unsere Natur. Lieber grün denken und dafür auf Neongrün verzichten!
Seit wann bist Du selbst dabei?
Seit 2006 – ui, bin ich alt.
Nein bist Du nicht! Ihr scheint generell ein junges Team zu sein, aber alle sind schon eine Weile dabei, oder?
Eigentlich schon. Wir sind eben eine Familie – da wechselt man nicht den Arbeitsplatz wie die Kletterhose. Mein Vorgänger Michael Uhrmann ist leider bei seinem Sport tödlich verunglückt, das war ein großer Umbruch und wir haben unser Team neu aufstellen müssen. Aber seit damals sind wir nur mehr am Leute einstellen.
Wie groß ist denn das Team?
In der Produktion schwankt das immer stark nach Auftragslage. Insgesamt so um die 50. Hier im Vertrieb sind wir inzwischen zehn Festangestellte und einige freie Mitarbeiter.
Und wie viele Athleten habt Ihr im ‚Pool’?
Viele. Wir „nutzen“ unsere Sportler für verschiedenste Zwecke. Wenn wir ein neues Eisgerät ausprobieren, greifen wir auf unsere Eiskletterspezialisten zurück – so gibt es für jeden die richtige Aufgabe. Die Athleten honorieren im Gegenzug natürlich auch, wenn ihre Produktidee plötzlich in den Läden erhältlich ist.
Stimmt es, dass ein Produkt von Euch schon vom Himmel gefallen ist? Man sagt, Felix Baumgartner ist mit einer Schnalle von Euch gesprungen...
Ja das stimmt – und wir haben aus der Zeitung davon erfahren. Unsere Schnalle, die Cobra, ist die beste am Markt und öffnet auch unter Last nicht. Deswegen vertrauen auch sehr viele Künstler (Cirque de Soleil) und Berufskletterer auf sie – aber auch in Hollywood kommt sie ständig zum Einsatz.
Was ist Dein persönliches AustriAlpin Lieblingsprodukt?
Ich liebe meine ELEVEN Schlingen. Die Expresse liegt super in der Hand und hat eine ‚Schnapper offen Festigkeit’ von 11 kN, also so ca. 1.100 kg – da fühle sogar ich mich sicher.
Und Deine persönliche Lieblings-Kletterroute hier im Stubai?
Im Stubai bin ich am liebsten beim Eisklettern. Das Pinistal ist legendär, hier wurde Eisklettergeschichte geschrieben! Die Alpinrouten rund um Andi Orgler und Robert Span sind leider in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten, aber wer das echte Abenteuer sucht, der soll sich mal die Kastenwand anschauen.
Sonstige Stubai-Tipps?
Ein Geheimtipp im Stubai ist sicher das Steak am Campingplatz in Volderau. Man würde es nicht vermuten, aber wenn ich Fleisch esse, dann da! Hingehen, ausprobieren. Für die Biker unter Euch gibt’s inzwischen viele Trails und den Bike Park. Aber einfach herkommen, auf einen Gipfel rauf, hinsetzen, marenden und die Ruhe da droben genießen – da brauchst du nix mehr.
Den Film zur Marke gibt´s übrigens hier...
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