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    Benedikt Böhm im Interview

    „10 000 Höhenmeter. Manchmal sind die auch nach 2 Tagen schon drin…"

    ... antwortet  Benedikt Böhm auf die Frage, welches Trainingspensum er pro Woche absolviert. Ein ungläubiges Raunen geht durch den Raum, manche fangen an zu lachen. In ihren Augen ist es schlicht Wahnsinn. Aber eben eine notwendige Vorbereitung.

    Ich bin auf der Buchvorstellung von „Im Angesicht des Manaslu“. Der Autor Benedikt Böhm, Geschäftsführer von Dynafit, besteigt in seiner Freizeit, gemeinsam mit seinem Freund und Seilpartner Sebastian Haag, die hohen Berge dieser Erde. Gerne auch Achtausender. Gut, das machen mittlerweile viele, kann man sogar buchen. Die beiden steigen allerdings in Rekordzeit, ohne künstlichen Sauerstoff, aber mit Skiern, vom Basecamp auf den Gipfel. Speedbergsteigen nennt sich das. Dann fahren sie vom Gipfel durch die Todeszone damit ab!

    Ich habe mich mit Benedikt bei Dynafit zum Interview getroffen, um mehr über ihn zu erfahren:

    Benedikt, ich habe Dein Buch gerade erst fertig gelesen. Gefällt mir sehr gut! Was ich angenehm fand, Du hast auf lange Umschreibungen und alles Überflüssige verzichtet. Es ist sehr spannend geschrieben. Hat mich auf jeden Fall gefesselt.

    Das freut mich! Ja, da hat meine Schwester ganze Arbeit geleistet, sie war es, die das ganze gesammelte Material letztendlich in Form gebracht und überarbeitet hat. Die dreihundert Seiten waren für mich auf jeden Fall eine große Herausforderung!

    Eine von vielen. Gönnst Du Dir eigentlich ab und an privat und beruflich auch mal Ruhephasen?

    Trainingspausen lege ich nur gezwungenermaßen ein, aber geplante Ruhetage gibt es bei mir nicht. Meine beruflichen Auszeiten erlebe ich auf Expedition, da kann und muss ich völlig abschalten und mich auf das wesentliche konzentrieren.

    Du bist oft wochenlang in einer völlig anderen Welt unterwegs. Noch dazu sind die Unternehmungen extrem kräftezehrend. Da brauchst Du mit Sicherheit ewig, um Dich nach der Rückkehr wieder auf den ebenfalls sehr fordernden Alltag bei Dynafit umzustellen, oder?

    Ganz ehrlich, das geht oft viel zu schnell. Teils Stunden. Die Gipfelbesteigung am Manaslu 2012 war einen Tag vor dem Rückflug. Ich fing bereits während dem Flug an, die Unmengen an e-mails zu beantworten, die sich im Laufe der Expedition angesammelt haben. Da steckt man schon bei der Ankunft zu Hause wieder bis zum Hals im Alltag.

    Ob am Mustagh Ata, am Broad Peak oder 2012 am Manaslu, Du bist auf Deinen Expeditionen immer wieder mit sehr dramatischen Ereignissen konfrontiert worden. Die direkte Auseinandersetzung mit dem Erlebten, zusammen mit Deinen Seilpartnern und Freunden hat Dir vor Ort geholfen, die Situation zu verkraften. Aber was passiert danach? Belastet Dich das Erlebte?

    Es hat mich nie verfolgt und mich plagen auch keine Albträume. Natürlich ist es traurig, vor allem, wenn man wie am Broad Peak das Opfer kennt. Wir haben immer alles getan, was in unserer Macht stand, um zu helfen. Aus dieser Sicht habe ich ein reines Gewissen. Beim Höhenbergsteigen ist ab einem gewissen Punkt jeder für sich  selbst verantwortlich und teils müssen einfach drastische Entscheidungen getroffen werden. Darüber muss man sich von Anfang an im Klaren sein.

    Gibt es nach wie vor Speedbegehungen, für die Du Dich noch nicht bereit fühlst?

    Ja, der Everest zum Beispiel. Einfach wegen der Höhe. Zwischen 8400m und 8800m ist die Anforderung an den Körper noch mal eine ganz andere. Wenn unser diesjähriges Vorhaben erfolgreich ist, dann vielleicht irgendwann. Was mich auch abschreckt sind allerdings die Bilder von einem überfüllten Everest-Basecamp. Ich war noch nie dort, aber ich suche in diesen Auszeiten die Ruhe.

    Du hast es gerade schon angesprochen, ihr plant im Herbst eine weitere Expedition im Himalaya. Diesmal wollt ihr mit Cho Oyu und Shisha Pangma gleich zwei Achtausender direkt nacheinander besteigen. Die Etappe zwischen den beiden Basecamps wollt ihr mit dem Mountainbike und zu Fuss zurücklegen und das alles in nicht mehr als 7 Tagen! Heißt das, eine kurze Schlechtwetterphase im zweiten Basecamp würde euch schon einen Strich durch die Rechnung machen?

    Es wird jeder Tag gewertet. Wir starten am Cho Oyu bei gutem Wetter und ab dann läuft die Zeit. Für die Strecke zum Shisha Pangma Basecamp brauchen wir nicht unbedingt stabile Verhältnisse, wenn wir dort dann allerdings festsitzen war´s das mit den 7 Tagen. Dann dauert es eben länger, rauf wollen wir natürlich trotzdem.  

    Dann wünsche ich Euch viel Erfolg und freue mich auf gute Neuigkeiten - Vielen Dank fürs Interview!


    Galerie:

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