Die Benediktenwand-Überschreitung

Die oberbayerische Panoramatour schlechthin! Aber sie hat's durchaus in sich...
Die oberbayerische Panoramatour schlechthin! Aber sie hat's durchaus in sich...


Sichtbar ist sie schon von weitem, mit Ihrem langen Grat und den hellen Kalkwänden. Sehr präsent ragt sie über 1000 Meter aus der eiszeitlichen Ebene des Isartals heraus. Der wohl bekannteste Voralpengipfel – die "Benewand"! Oben zu stehen ist beeindruckend, den gesamten Gratrücken vom Brauneck aus zu überschreiten ziemlich überwältigend. Mit den Karwendelbergen links und dem grünen Isartal rechts. Eine oberbayrische Paradetour!

Zuerst recht gemütlich bis zum Latschenkopf, wird dann der Weg bei den Achselköpfen aber doch recht fordernd. Felsige, ausgesetzte Bereiche, teilweise drahtseilgesichert verlangen absolute Schwindelfreiheit und Trittsicherheit! Schönwetter-Garantie ist ebenfalls Pflicht, denn bei Gewitter ist man hier oben der beliebteste Blitzableiter von ganz Oberbayern. Höher ist erst mal nichts. Wenn der Wetterbericht aber passt, bedeutet das im Gegenzug natürlich auch eine Panorama-Garantie sonders gleichen.

Die Tour

Das Brauneck kann entweder fleißig erwandert werden, oder man nutzt für den ersten Aufstieg die Bahn. Vom Brauneckgipfel geht es immer den grasigen Kamm entlang. Kurz vor der ersten Zwischenstation, dem Latschenkopf, können Gipfelsammler auch noch den Felskopf des Kirchsteins mit „einpacken“. Vom Latschenkopf geht es steil durch dichten Latschenkiefer-Bestand (der Name ist Programm) abwärts bis zum Probstalmsattel, dann wartet der erste der drei Achselköpfe und eine Felsstufe, die mit Hilfe einer Leiter überwunden wird, auf die Wanderer. Beim zweiten Achselkopf heißt es sogar etwas Schrofenkraxelei und Drahtseilsicherung beim Aufstieg und auch der folgende Abstieg ist recht steil. Das Plateau des dritten Kopfes wird über einen grasigen, latschenbewachsenen Rücken und einige Schrofen erreicht. Hinunter geht es wieder entlang von Drahtseilen. Unten in der Senke ist eine Abzweigung, diese nimmt man beim Rückweg, lässt sie aber jetzt unbeachtet.

Es geht weiter zum Rotöhrsattel, hier kommt auch der Weg von der Tutzinger Hütte herauf. Man geht in Richtung Felsen weiter und kraxelt entlang der Drahtseilsicherungen über Felsstufen und eine Felssrampe. Nach kurzem Ab- und Aufstieg wird eine schrofige Rinne erreicht, die zum Kamm hinaufführt. Diesen wandert man zwischen Latschenkiefern hindurch entlang bis zum Gipfel der Benediktenwand, wo ein unbeschreibliches Panorama wartet: Karwendel, Rofan, Walchensee und Isartal! Die bisherige Gehzeit liegt bei ungefähr 3 ½ Stunden.



Der Abstieg

Man folgt zuerst dem Aufstiegsweg bis zurück unter den letzten Achselkopf, wo links die besagte Abzweigung Richtung „Brauneck-Längental-Arzbach-Lenggries“ wartet. Hier geht’s jetzt lang bis zu einer erneuten Abzweigung an einer Felswand. Jetzt folgt man dem Schild in Richtung Brauneck und erreicht nach einem Gegenanstieg wieder den Probstalmsattel. Der Aufstiegsweg wird überquert und weiter geht's in Richtung „Idealhang Stiealm, Brauneckbahn Bergstation…“ zurück zum Ausgangspunkt.


Gehzeit gesamt: ca. 6 – 6 ½ Stunden (mit Bahnbenutzung)
Höhenmeter (bei Bahnbenutzung): ca. 900

Wichtig: Das Wetter muss unbedingt stabil sein, die Tour eignet sich nur für konditionsstarke, geübte Bergwanderer!

Empfehlung: Über einen stabilen Bergschuh werdet Ihr froh sein, es gibt auf dieser Tour doch beträchtlichen Felskontakt. Eine bequeme Wanderhose, die auch beim Steigen nicht behindert und zwei Funktionsshirts - eins an und eins zum Wechseln am Gipfel. Trocken lässt sich der Ausblick besser genießen. Ebenso ist auf dem durchgehenden Kammweg eine Isolationsjacke von Vorteil, hier kann es im Frühjahr und Herbst schnell zugig und kalt werden.: