Blackroll - Tipps vom Profi

Gerade um die eigene Beweglichkeit zu steigern, egal ob ambitionierter Sportler oder Bewegungsmuffel...


Foto: Sebastian Schöffel
Foto: Sebastian Schöffel

„Faszien-Rollen“ – hören sich ziemlich medizinisch an. Und sind in den letzten Jahren zum bewährten und mehrfach ausgezeichneten Trainingsgerät nicht nur im Leistungssport geworden. Warum das so ist? Nina Heinemann, Fitness-Trainerin und Blackroll-Expertin mit eigenem Trainings-Kanal auf Youtube, stand uns Rede und Antwort.

Frau Heinemann, was ist ihre Aufgabe bei Blackroll?

Ich bin Ausbilderin für Blackroll – das heißt, in erster Linie schule ich Physiotherapeuten oder Fitnesstrainer im Arbeiten mit der Blackroll und den unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten. Daneben bin ich als Fitness- und Personaltrainerin tätig.

Nina Heinemann in Aktion. Foto: Marcel Sauder
Nina Heinemann in Aktion. Foto: Marcel Sauder

Was genau ist denn die Blackroll?

Blackroll ist ein Markenname, denn eigentlich läuft die Kategorie unter dem Namen „Foam-Roller“ oder „Faszien-Rolle“. Die Rolle ist ein Trainingsgerät das für Übungen zur Förderung der Mobilität, zur Schmerzbekämpfung und zur klassischen Regeneration eingesetzt werden kann.

Unsere Blackrolls bestehen aus 100% recyclebarem Polypropylen und haben einen sehr hohen Härtegrat. Der steigert die Effizienz der Übungen für die Faszien. Dabei gibt es unterschiedlich große und unterschiedlich harte Rollen – je größer die Auflagefläche der Rolle, desto allgemeiner der Einsatzbereich – und umgekehrt.

Der Begriff ist zwar in aller Munde, aber: Was genau sind denn eigentlich Faszien?

Vereinfacht gesagt sind Faszien im Körper alles Bindegewebe, Venen, Bänder, Kapseln – sie alle bestehen aus sogenanntem faszialen Gewebe und unterscheiden sich nur in der Zusammensetzung der jeweiligen Gewebe-Struktur.

So ist auch jeder Muskel von Faszien umgeben. Und diese Faszien können durch Belastung beim Sport oder auch eine schlechte Haltung beim Sitzen vorm Computer verkleben. Wir nehmen das dann als „Muskel-Kater“, Verspannung oder Unbeweglichkeit wahr. Die Blackroll kann da Wunder bewirken.


1. Die Variantionsmöglichkeiten sind endlos. Egal ob zur Massage- oder zum Training. Fotos: Sebastian Schöffel

In welchen Bereichen wird sie eingesetzt?

Eigentlich sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Man kann die Blackroll privat daheim nutzen, auch viele Physiotherapeuten integrieren Übungen mit der Rolle in ihre Therapie – gerade bei der Behandlung von Rückenschmerzen oder bei gezielter Problembehandlung im Bewegungsapparat.

Was sind die Vorteile?

Das Schöne ist, dass man sich quasi selbst behandeln kann und somit zu Hause ganz leicht etwas Gutes tun kann. Gerade um die eigene Beweglichkeit zu steigern, egal ob ambitionierter Sportler oder Bewegungsmuffel, kann man ganz einfach alleine üben. Ein bisschen Anleitung am Anfang ist auf jeden Fall empfehlenswert, allein um zu wissen, wie viele Möglichkeiten einem die Rolle bietet.

Kann man denn viel „falsch“ machen?

Man kann nicht viel falsch machen, nein. Dennoch ist es auf jeden Fall zielführender, wenn man weiß „wie“. Generell sollte man auf sein eigenes Schmerzempfinden hören – es darf schon weh tun, aber wenn man das Gefühl hat „jetzt wird es zuviel“, dann sollte man die Übung etwas verändern.

Können Sie uns drei gute Übungen für Daheim empfehlen?


1. „Rücken-Roll“ – Ziel: Entspannung & Verspannungen lösen – sich rundum wohler fühlen

2. „Fuß-Roll“ – Ziel: Sicherer Stand und bessere Bodenhaftung

3. „Nacken-Roll“ – Ziel: Linderung von Nacken- und Spannungs-Kopfschmerzen


Weitere Übungen finden Sie hier.

Liebe Frau Heinemann, vielen Dank für diesen Einblick und alles Gute.