Boreal-Stilecht am Fels

Seit einiger Zeit erleben Leggins, Hotpants und Neon-Farben ihr stilistisches Vertikal-Revival. Ein Blick in Boulderhallen und Klettergärten verrät ganz klar, woran sich die alteingesessene Klettergemeinde mit einem wehmütigen Schmunzler erinnert: die 80er-Jahre sind zurück! Ganz vorne mit dabei in dieser Zeit: der spanische Kletterexperte Boreal. Beim Durchforsten des Fotoarchivs kam so einiges zu Tage. Eine Hommage an die Ursprünge des (Sport-)kletterns!

Am El Capitan im Yosemite-Nationalpark.
Am El Capitan im Yosemite-Nationalpark.

Von Güllich bis Moffatt

Klettern in den 80ern, das war was! Klettern, ein Sport weit weg von Breitensport und dem Rampenlicht großer Sportveranstaltungen. In einer Zeit, in der Sponsorenverträge teilweise noch Fremdwort und Abenteuer noch fernab medialen Interesses stattfanden, setzten Kletterlegenden rund um den Globus Meilensteine im zehnten und elften Schwierigkeitsgrad. Der Deutsche Wolfang Güllich eroberte das Frankenjura, Jerry Moffatt die Rissklettereien von Wales und Lynn Hill aus den USA bewies eindrucksvoll, das Frauen der Männerwelt am Fels in nichts nachstehen.

El Capitan

In Spanien waren es die Brüder Gallego, die den Klettersport in ihrer Heimat vorantrieben. Sie waren es auch, die Ende der 70er-Jahre den Schuhfabrikanten Jesús García López in Villena bei der Herstellung der ersten Prototypen des ersten Kletterschuhs von Boreal, „El Capitan“, unterstützten. Boreal war 1975 gegründet worden und produzierte zunächst Bergschuhe - die Entwicklung klassischer Kletterschuhe steckte noch in den buchstäblichen Kinderschuhen. Die Anfänge machte der Franzose Pierre Allain mit dem PA Modell, gefolgt von EB Schuhen benannt nach Pierre Allains Geschäftspartner Edmont Bourdonneau.



Fire

Bei Boreal wurde zeitgleich intensiv gearbeitet. Ende der 70er-Jahre entstand aus El Capitan, mit dem Miguel Angel Gallego zuvor die berühmten Routen „The Nose“ und „Salathé“ in Yosemite in den USA geklettert war, der Kletterschuh mit dem Boreal die Kletterwelt revolutionieren sollte: der Klassiker Fire. Der Durchbruch gelang, als die Gallego-Brüder mit der Mediterraneo als erste Nicht-Amerikaner eine Route am El Capitan in Yosemite eröffneten. Im Gepäck: das neue Fire-Modell – und es kam so gut an, dass das Modell innerhalb kurzer Zeit ausverkauft sein sollte.

1. Der Klassiker Fire!

Meilensteine am Fels

Die Qualität der Schuhe hatte sich schnell herumgesprochen – auf Fire blieb Verlass. Jerry Moffatt kletterte mit ihnen 1983 im Frankenjura „The Face“, die damals erste 8a+ in Europa. Und auch Güllich vertraute auf Boreal: Bis Anfang der 90er-Jahre schraubte er das Sportkletterlevel bis in den elften Schwierigkeitsgrad – Weltspitze! Aber auch Lynn Hill oder Kletterlegende Ben Moon kletterten ihre schwersten Routen in Boreal.

Tradition und Innovation

In enger Zusammenarbeit mit Athleten wurde weitergearbeitet. Denn, dass Boreal mit dem El Capitan und Fire die ersten Kletterschuhe mit der speziell glatten Sohle aus extra griffigem Gummi auf den Markt brachte und damit für eine Kletterschuh-Revolution sorgte, war nur der erste Streich. Denn mit dem „Ninja“ sorgte Boreal 1985 für eine weitere Neuheit: der erste Kletterschuh zum Reinschlüpfen mit elastischem Gummibund.

Bis heute ist Boreal ein Familienunternehmen geblieben und wird in zweiter Generation geführt. Nach wie vor werden außerdem alle Kletterschuhmodelle am Stammsitz in Villena produziert.

Und jetzt: Lassen wir doch die Bilder sprechen!

1. Ninja-der erste Kletterschuh zum Reinschlüpfen mit elastischem Gummibund. 2. Lynn Hill - The Nose 3. Jerry Moffatt

Hier finden Sie unsere Boreal Kletterschuhe.