Verflauscht nochmal! Keine Angst vor Daunenpflege.

Daunenjacken sind im Bergsport immer schon ein treuer und nützlicher Begleiter. Im Sommer als ultraleichte Isolationsschicht auf Hochtour, oder dick und mollig warm im Winter. Nichts fühlt sich luftiger an und bringt auch nur ansatzweise den gleichen Effekt und die gleiche Leistung. Aber wie pflege ich meine Daunenjacke? Was mache ich, wenn die wertvolle Füllung irgendwie nicht mehr das hergibt, was sie Anfangs konnte? Und was kann ich tun, wenn ich in dem meist recht dünnen Außenstoff ein Loch habe und die Jacke bei jeder Bewegung Federn lässt? Wir erklären es.


Waschen, trocknen und lagern

Auch die beste Daunenjacke wird mal dreckig. Das sieht nicht nur blöd aus, sondern schadet vor allem auch dem Material. Es ist also Zeit für eine pflegende Wäsche. Daune sollte unbedingt mit speziellem Daunenwaschmittel gewaschen werden, da dieses eine rückfettende Wirkung hat. Die Daunen werden dadurch wieder aufgefrischt und entwickeln neue Flexibilität und Spannkraft, die Lebensdauer erhöht sich. Normales Waschmittel trocknet die Federn eher aus und macht sie schnell porös und brüchig. Die Jacken sollten nur bis 30° gewaschen werden.


Nun geht es ans Trocknen. Vor allem dickere Jacken müssen in den Trockner, am besten zusammen mit einem Tennisball, der während des Trockenvorgangs die Füllung auflockert. Ohne Trockner klumpt die Füllung schnell. Wenn Ihr keinen Trockner habt, hilft vielleicht eine Tafel Schokolade und der Nachbar.
Dünne Jacken, wie beispielsweise isolierende Zwischenschichten, können auch ohne getrocknet werden. Dazu die feuchte Jacke aber keinesfalls aufhängen oder über die Heizung legen, sondern flach auslegen und mehrmals aufschütteln. Das lockert die Daune während der Trocknung, die Füllung verfilzt nicht und es entwickeln sich keine Kältebrücken, also Stellen an denen keine Füllung mehr liegt.

Daunenjacken braucht man ihrer Natur gemäß einige Zeit im Jahr nicht. Da muss auf die richtige Lagerung geachtet werden. Ein luftiger, trockener Ort sollte es sein und die Jacke darf auf keinen Fall in irgendwelchen Kompressionssäckchen gelagert werden. Die sind nur zum kurzfristigen Transport gedacht. Auch im Heizungskeller hat Daune langfristig nichts verloren.

Alles in allem also gar nicht schwierig, oder? Wenn Ihr ein paar Sachen beachtet, bleibt die Daune viele Jahre weich und locker und die Jacke hält genauso schön warm wie am Anfang.


Was macht man, wenn die Daunenjacke Federn verliert?

Daunen sind sehr fein und weich, aber dennoch so aufgebaut wie normale Federn, das heißt, sie haben auch einen festen  Federkiel. Dieser ist jedoch hauchdünn. Hin und wieder findet daher eine oder mehrere Daunen einen Weg durch das Außengewebe oder eine Naht. Was man in diesem Fall machen sollte, ist die Daune von der Unterseite wieder in die Kammer zurück zu ziehen. Zieht man sie raus, vergrößert sich der Kanal im Gewebe und es folgen meist weitere.

Daunenpflege
Immer versuchen, die Feder von innen wieder zurückzuziehen.


Hat die Jacke tatsächlich einmal ein kleines Loch, durch das regelmäßig Daunen austreten, lässt sich das mit einem Nahtversiegelungsmittel (beispielsweise SeamGrip) problemlos und fast unsichtbar verschließen. Bei größeren Schäden im Gewebe, wie einem Riss, helfen Reparatur-Klebebänder und ab einer gewissen Größe bleibt natürlich nur noch der Gang in die Schneiderei. Unsere, zum Beispiel.

Jetzt aber weiterhin viel Spaß mit Eurer Daunenjacke und immer schön pflegen. Damit Ihr lange was davon habt. Braucht Ihr noch eine?
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