Die Colmar Story


Firmenname: Manifattura Mario Colombo. Ware: Gamaschen und Herrenhüte aus Filz. Grund: Spezialität aus Monza. So ging es los, 1923, vor mehr als 90 Jahren. Im gleichen Jahr wurde der Firmenname noch in Colmar geändert und die Produktion auf allgemeine Arbeitsbekleidung für die Berge erweitert. Bereits die ersten Skipioniere, die „skiatori“, fuhren mit improvisierten Ausrüstungen aus dem Hause Colmar. Der Grundstein war gelegt, die Idee war geboren.

Die Anfänge

In den Dreißigern begann man mit der Produktion von Bekleidung, die immer noch arbeits- aber nun auch immer skitauglicher war. Bis 1935 ging es stetig bergauf, bis das Unternehmen Hunderte von Beschäftigten zählte. Selbst die damalige Weltwirtschaftskrise konnte dem nichts anhaben.
Dann folgte der erste harte Schlag: Das faschistische Regime führte Italien in den Äthiopien-Krieg und der Völkerbund verhängte daraufhin dem Land schwere Sanktionen, die vor allem den Export betrafen. Eine schwere Krise folgte. Und die zweite ließ in Form des 2. Weltkrieges nicht lange auf sich warten. Im Jahr 1944 starb Mario Colombo in Folge eines chirurgischen Eingriffs und seine Frau Irma führte das Unternehmen durch die letzten heftigen Kriegswirren.

Der Einstieg in den Profi-Skisport

Nach Kriegsende hielt sich das Unternehmen mit der Herstellung von Tropenuniformen für die Französische Fremdenlegion und Overalls für Erdölgesellschaften über Wasser und stellte sich nach und nach wieder auf die Beine. Dann wurde der Ruf der Berge wieder stärker. 1948 begann schließlich die Zusammenarbeit mit dem Italienischen Wintersportverband FISI (Federazione Italiana Sport Intervalli). Diese sollte bis 1992 andauern.

Einer der italienischen Skistars der damaligen Zeit, Zeno Colo, war durch seinen Wunsch nach einem aerodynamischen Kleidungsstück, entscheidend für den endgültigen Sprung in die Welt der technischen Skibekleidung. Die Colmar „Guaina“ wurde die erste Skijacke mit Einsätzen aus hochelastischem Material und war über zehn Jahre lang das Glanzstück der Firma.
So trug Zeno 1952 bei den Olympischen Winterspielen in Oslo die erste aerodynamische Skibekleidung: Eine eng anliegenden Nylonjacke mit Seitenteilen und Ellbogeneinsätzen aus bielastischem Tüll. Zeno gewann beim Abfahrtsrennen Gold und die Jacke war viele Jahre ein Bestseller und wurde bis 1972 produziert.

Colmar und die italienische Nationalmannschaft

Angeregt durch die großen Erfolge der Italienischen Ski-Nationalmannschaft wurde das Skifahren Anfang der 1970er Jahre endgültig zum Modesport. Die Forschungstätigkeiten wurden immer frenetischer, es wurde auf Materialien, Linienführung und kleinste Details geachtet. Um den Kampf um Hundertstelsekunden zu gewinnen, wurde die Wettkampfkleidung im Windkanal von Fiat und Moto Guzzi, die Fasern in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Mailand getestet.

1985 wurde die Alpine Skiweltmeisterschaft an Bormio vergeben. Wir beschlossen natürlich sofort, einer der Hauptsponsoren zu werden und dem Ereignis eine besondere Jacke zu widmen. Die Jacke Bormio aus wasserdichtem Baumwoll-/Polyamidgewebe mit vollkommen herausnehmbarem Innenfutter aus Gänsedaunen.

In den frühen 80ern herrschte so etwas wie eine Siegesflaute beim italienischen Nationalteam. Dementsprechend musste auch Colmar etwas tiefer in die Werbekasse greifen. Bis 1987. Dann kam Alberto Tomba. „La Bomba“ sorgte für einen regelrechten Verkaufsboom. In den folgenden Jahren wurde das Sponsoring der Nationalmannschaft zum Kern aller Marketingaktivitäten. Bis 1992 die Zusammenarbeit mit dem italienischen Wintersportverband plötzlich und unerwartet endete, was einen riesen Imageverlust mit sich zog.

Ski-Weltcup und Colmar Originals

Jetzt hieß es Ärmel hochkrempeln! Ab 1993 wurde stark in Ski-Weltcuprennen investiert. Colmar fand sich auf Startnummern, Starthäusern, Zielbereichen und an der Piste. Das zahlte sich mit erneuter Bekanntheit aus.
Seit dem neuen Jahrtausend hat auch das Sponsoring einen neuen Stellenwert erreicht. Italienische Skigrößen, die französische Ski Alpin- und Skicross-Mannschaft und immer mehr Freeskier – die Colmar-Familie wächst und wächst.

Die seit 2009 bestehende Vintage Serie „Colmar Originals“ hat mittlerweile auch den Fashionbereich durch topaktuelle Retro-Styles erobert. Hier finden sich die Elemente von fast hundert Jahren Colmar wieder.

Heute ist Colmar nach wie vor ein Familienunternehmen in der mittlerweile bereits die vierte Generation vertreten ist. Und so fühlen sie sich auch: Als große Familie.