Die erste Skitour und steile Pisten

Von Maggy & Anja (You are an adventure story)


Skifahren lernen ist unser Winterziel und die ersten Schritte sind getan. Was Pflug, Kurven und Parallelschwung sind wissen wir, nun heißt es üben. Dafür zieht es uns als nächstes in die schöne Steiermark, genauer gesagt an das Dachstein-Massiv. Hier wird die Skitouren-Saison mit einem kleinen aber feinen Event eröffnet, bei dem wir die Chance nutzen uns gleich einmal mit dem Equipment vertraut zu machen, mit dem wir in Zukunft gerne unterwegs sein wollen: Skitouren-Ausrüstung.

Erste Erfahrungen mit der Skitourenausrüstung

Das Bindungssystem sowie das Anbringen der Felle haben wir schnell verinnerlicht. Schwieriger ist da schon das Fahren mit den deutlich längeren Skiern in Kombination mit den viel weicheren und instabileren Schuhen. Mehrere Male fahren wir unkontrolliert geradeaus statt um die Kurve und der ein oder andere Sturz ist auch dabei, bevor wir einigermaßen klar kommen. Die Pisten am Dachstein sind zum Glück breit und flach und es ist wenig Betrieb, so dass wir keinem in die Quere kommen. Das Bergauf-Gehen zu versuchen vergessen wir bei all diesen neuen Eindrücken glatt komplett und verschieben es auf später – wir haben ja keine Wahl.

Wieder "normal" Skifahren - jetzt wird's ernst

Den nächsten Skitag fahren wir in der Skiregion Flachau, dieses Mal bei Nebel und wieder auf unseren kurzen Carvingski. Erneutes „Umstellen“ ist angesagt und wir machen einen deutlichen Schritt nach vorne: Das Kurvenfahren geht plötzlich spielend einfach und wir fahren ohne Probleme, wenn auch noch etwas hölzern und steif, die roten Pisten herunter. Erste Wedelversuche sehen eher lustig als professionell aus, doch wir haben einen rießigen Spaß verschiedene Dinge auszuprobieren. Obwohl nur Kunstschnee vorhanden ist, sind die Bedingungen in Flachau wirklich super und wir finden auch mit wenig Kante viel Grip.

Gleich im Anschluss sind wir ein ganzes Wochenende in Kitzbühel und haben das erste Mal richtiges Kaiserwetter auf der Piste. Es geht kein Wind, die Sonne strahlt und unsere Laune und Motivation ist dementsprechend riesig. Nach den großen Fortschritten in Flachau sind wir guter Dinge und werden erst einmal von ein paar Eisplatten in die Realität zurückgeholt. Gut Ding will scheinbar Weile haben.. Fleißig fahren wir Pistenkilometer um Pistenkilometer und stellen einstimmig fest, dass wir ein paar Tipps und externen Input gut gebrauchen könnten. Wir versuchen uns zwar gegenseitig so gut es geht zu korrigieren, aber kennen uns einfach zu wenig aus.



Idealerweise können wir uns am nächsten Tag mit zwei Freunden treffen, die beide Skilehrer und sehr erfahren sind. Mit jeweils einem „Privatlehrer“ an der Hand, stürzen wir uns im Quartett die Hänge herunter und zum ersten Mal merken wir, was es heißt so tief in die Hocke zu gehen, dass die Oberschenkel brennen. Bisher hatten wir muskulär noch überhaupt nichts gemerkt, was aber offensichtlich einfach an der fehlenden Technik und Knietiefe lag. Ungeplanterweise landen wir auf der Piste 38 (Diretissima), einer der steilsten Pisten der Alpen und eigentlich sicher nicht für das fünfte Mal auf Skiern empfohlen, aber mit der Unterstützung unserer private Guides und etwas Mut kommen wir ohne Stürze und mit viel Adrenalin wohlbehalten unten an. Gestern waren wir an dieser Piste noch mit dem Sessellift vorbeigefahren und hatten darüber gerätselt wie lange es wohl noch brauchen würde, bis wir sowas fahren könnten… unverhofft kommt scheinbar wirklich oft! Nach dieser unerwarteten Herausforderung scheinen die blauen Pisten bergauf zu gehen und wir sind verblüfft, was in so kurzer Zeit doch machbar ist, wenn man dranbleibt und übt.

Beim Skifahren gilt wie bei allem anderen auch „Ohne Fleiß kein Preis“, aber die die etwas mutig und fleißig sind, werden höchstwahrscheinlich auch belohnt werden. Wir können auf jeden Fall sagen, dass das geht, das Skifahren lernen mit 30 – aber sowas von!