Die schönsten Hütten – Das Schuster-Team verrät seine Favoriten

Seit 103 Jahren sind wir im Herzen von München zu Hause. Und wenn wir mal nicht für unsere Kunden im Hause im Einsatz sind – dann sind wir für unsere Kunden draußen unterwegs und testen. Ganz uneigennützig ist das nicht. Wir sind schließlich allesamt ein wenig fanatisch, wenn es um’s Sporteln geht. Die Regenerationsphase – das wissen wir alle – ist dabei wahnsinnig wichtig! Deshalb muss man auch mal einkehren. Und weil unsere Kunden ebenfalls etwas von unseren zahlreichen Hüttenaufenthalten haben sollen, haben wir uns bei den Kollegen umgehört und ihre Lieblingshütten im Münchner Süden abgefragt.

Das August-Schuster Haus im Blick.
Das August-Schuster Haus im Blick.

 
August-Schuster-Haus

Klar, dass wir mit dieser Hütte am Pürschling den Auftakt machen – sie ist schließlich nach unserem Gründer benannt. August Schuster, der Großvater von unserem Chef Flori Schuster, hat 1913 hier in der Rosenstraße sein Geschäft eröffnet. Er war ein sehr passionierter, sehr guter und sehr engagierter Bergsteiger. 1908 hat er die „Kaufmännische Alpine Vereinigung Bergland“ gegründet – ein Vorläufer der Sektion Bergland – und 1919 pachtete man die Jagdhütte am Pürschling. Die wurde einst von König Max II. Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet. Die Sektion funktionierte sie zur Bergsteigerunterkunft um und 1932 hat August Schuster schließlich auch den Kauf organisiert. 1956, ein Jahr nach seinem Tod, wurden die Pürschlinghäuser ihm zu Ehren in August-Schuster-Haus umbenannt. Es ist nicht nur für Familien (und im Winter für Rodler) ein beliebtes Ziel. Das Haus liegt auch auf dem Fernwanderweg E4 und dem Maximiliansweg. Wer einen ruhigen Aufstieg mit ein wenig Kraxelei mag, dem empfehlen wir die Runde von der Schleifmühle in Unterammergau (bei den Steckenbergliften) über den Grat zum Teufelstättkopf und von dort hinab zum August-Schuster-Haus.
 

Tegernseer Hütte

„Die Tegernseer  Hütte ist für mich allein schon wegen ihrer sensationellen Lage ein Topfavorit. Man nennt sie auch Adlerhorst, weil sie sich auf dem Grat zwischen Roß- und Buchstein so ‚einnestelt’. Man hat einen Ausblick in alle Richtungen und von allen Richtungen kommt man auch hoch. Wenn ich zu Fuß unterwegs bin, klettere ich noch auf den Buchstein. Bei einer „Bike & Hike“-Runde nicht, weil ich mich dann mit dem Schuhwerk auf den etwas schwierigeren Passagen im II. Grad nicht mehr so sicher fühle. Da geht’s dann nur auf den Roßstein. Oder ich komme gezielt zum Klettern, Routen gibt es zahlreich.  Einer der bekanntesten ist wahrscheinlich die "Via Weißbier" (VII. Schwierigkeitsgrad), die die Wahl der Belohnung gleich im Namen vorgibt...“
 

Weilheimer Hütte

„Ich nenne sie eigentlich Krottenkopfhütte – so steht es auch auf dem Schild über der Tür. Sie liegt auf fast 2.000 m und ist wahrscheinlich deshalb nicht so überlaufen, wie die meisten anderen Almen, die man von München aus schnell erreichen kann. Für mich ist sie ein Ziel, wenn ich ein wenig abschalten will, aber nicht die Zeit habe tiefer ins Gebirge zu fahren. Du musst von Farchant aus ein gutes Stück und einige Höhenmeter marschieren. Weil nicht so viel los ist, kann ich recht schnell abschalten. Wenn ich an der Hütte ankomme, habe ich mich richtig frei gelaufen und tiefenentspannt geht es dank Wirt Christian weiter. Hier gibt es nur 50 Schlafplätze. Mein Tipp für alle, die eine kurze Auszeit zum auftanken brauchen: Zwei schöne Wochentage reservieren, oben bei Christian übernachten und ganz früh am morgen auf dem Krottenkopf den Sonnenaufgang erleben.“
 

Auer Alm

„Okay, kein Geheimtipp, aber trotzdem immer wieder ein super Ziel, ob von der Schliersee’er oder der Tegernsee’er Seite. Die Dampfnudeln sind riesig. Riesig! Und nett isses eh immer. Aber halt schon auch meistens voll.“
 

Staffelalm

„Ich muss gleich zum Auftakt sagen, dass ich die Staffelalm nicht wegen der Schönheit der Sennerin ausgesucht habe. Mir geht’s nur, also ausschließlich, also wirklich nur um Sport und Natur! Und den Kuchen. Und die Kultur. Auf der Staffelalm lande ich häufiger, wenn ich mit dem Bike eine kurze Runde mit Rampentraining fahren will. Berühmt ist sie, weil Franz Marc hier oben seine Spuren hinterlassen hat – und eben wegen der hübschen Sennerin. Nach der Pause geht’s dann den Trail hinterm Haus runter. Anfangs super knackig und kaum befahrbar zur Kochel-Alm, unten dann flowig zur Kot-Alm und dann den Steig am Kotbach entlang (Achtung rutschige Wurzelpassagen!) zurück nach Jachenau.“
 

Freudenreichalm

„Die Freudenreichalm ist eine super kleine, ‚liabe’ Hüttn am Fuß der Brecherspitze am Spitzingsee. Auf der Terrasse heißt es ‚zam rucken’ und mit den Tischnachbarn ratschen, denn in der Hütte hat nur die Küche Platz. Klein ist natürlich auch die Essensauswahl, aber absolut ausreichend. Kuchen, Speck und die legendären „auszogne Schmalznudeln“, die jede Kalorie wert sind.“
 
 
 
Oberbrunnalm
„Von Scharnitz mit dem Bike hoch – die Strecke ist nicht lang, aber die Rampen machen dich fertig. Noch schlimmer ist es, wenn man in Gießenbach startet. Auf der Runde machen viele einen Abstecher zur Eppzirler Alm. Da ist es auch echt nett, aber deutlich größer als die Oberbrunnalm. Die hat einen besonderen Charakter und einen besonderen Wirt, der stets mit Schnapsflasche unterwegs ist. Keiner kommt ihm aus. Er schenkt jedem den obligatorischen Schnaps ein. Und es bleibt auch meist nicht bei einem. Ansonsten kümmern sich die Damen ums leibliche Wohl. Super sympathisch und sehr entspannt.“
 

Karwendelhaus

„Allein ist man auf dem Karwendelhaus sicher nie, aber die Aussicht ist einfach der Wahnsinn. Meine schönsten Momente hatte ich auf der Terrasse gegen Ende der Karwendel-Bikerunde. Wenn ich von Hinterriss über die Fereinalm starte und es dann über Scharnitz wieder zurück geht, liegt das Karwendelhaus sozusagen als finaler Gipfelpunkt auf der Strecke. Die ganze Auffahrt über freue ich mich auf den Kaiserschmarrn. Schon einmal ein Alkoholfreies zum Durstlöschen und den Blick ins Alpen-Kanada aufsaugen... Außerdem ist das Karwendelhaus quasi Basislager für die höchsten Karwendelgipfel, die Birkkarspitz, (2749 m) und die Oedkarspitzen (2744 m).“
 
 

Falkenhütte:

„Das Karwendel ist einfach eines der schönsten Gebirge überhaupt. Ernsthaft. Wer hier bei uns wohnt und das Karwendel links liegen lässt... Ich weiß nicht. Es ist perfekt zum Klettern, Bergsteigen und/oder Biken. Auf der Falkenhütte lande ich recht häufig. Ich mag die Bike-Runde hoch über den Kleinen Ahornboden mit den fiesen Anstiegen. Lungenpfeifen! Oben dann eine frische Brotzeit und dazu am Besten in den Liegestühlen auf dem Hügel faulenzen. Da blickst Du dann auf diese unglaublichen Wände und liebst das Leben. Zurück dann unterhalb der Felsen entlang und hinaus durch das wunderschöne Laliderertal. Garantiert ein perfekter Tag!“

Unterwegs zur Falkenhütte.
Unterwegs zur Falkenhütte.


Dandl Alm
„Ich komm aus dem Chiemgau und die Dandl Alm ist quasi unsere „Hausalm“. Hier trifft sich alles und jeder. Sie liegt auf einigen Bike- und Wander-Strecken (vom Ufer des Weitsees in Ruhpolding läuft man ca. eine Stunde), aber was die Dandl Alm so besonders macht, sind  die Hüttenwirte. Der kräftige Bernd versorgt einen mit dem weltbesten Kaiserschmarrn, die Chefin Scarlett im Anschluss mit selbstgebranntem Marillenschnaps. Weil das so gemütlich ist und man sich oft nicht aufraffen kann zu gehen, gibt’s in diesem Sommer sogar Strohhüte für die Gäste, damit man keinen Sonnenstich bekommt.“
 

Hochalm
„Darf ich auch schon was Winterliches empfehlen? Für Chiemgauer und Unkener ist das
Sonntagshorn im Heutal der Skitourenklassiker. Und den macht man nicht ohne
Einkehrschwung in die Hochalm. Bei Klaus und Margit wird’s aber durchaus gerne
sehr voll. Auch weil viele Rodler dazu stoßen. Bei schönem Wetter ist auf der
großen Terrasse mehr Platz. Mein kulinarischer Tipp sind ganz klar die
Kaspressknödel – entweder in Zwiebelsuppe, auf Kraut, in Rinderbrühe oder für
Vegetarier in Gemüsebrühe.“