Einst und Jetzt - beim Schuster

So richtig festhalten konnten wir sie aber nicht allzu lange...
Marianne Dötzer, Gustl Schuster und der damalige Minister für Bildung- und Sport in Benin.
Marianne Dötzer, Gustl Schuster und der damalige Minister für Bildung- und Sport in Benin.


Anfang der 60er Jahre gab es beim Schuster ein Deko-Lehrmädl (so hieß das damals, heute: Gestalter für visuelles Marketing, weibl.) Marianne, das so nett war, dass es überdurchschnittlich oft auf alten Fotos festgehalten ist. So richtig festhalten konnten wir sie aber nicht allzu lange, denn - nach ein paar Umwegen - hat sie sich letztlich zur Entwicklungshilfe berufen gefühlt

Der Kontakt zum Schuster ist aber nie abgerissen, und so trugen Gustl Schusters Spenden dazu bei, im westafrikanischen Dahomey, heute Benin, Berufsausbildung zu fördern und - natürlich - sportliche Aktivitäten zu unterstützen. Das hat u.A. auch dazu geführt, dass unser Ex-Lehrmädl 1972 an der Spitze einer - nur noch - 2-köpfigen Mannschaft aus Dahomey ins Münchner Olympiastadion einmarschiert ist. (Ein drittes Mannschaftsmitglied hatte so Angst vor den Zig-Tausenden, dass er sich nicht weiter als bis zum Marathon-Tor getraut hat!)

V.l.n.r.: Flori Schuster, Gustl Schuster und Marianne Dötzer
V.l.n.r.: Flori Schuster, Gustl Schuster und Marianne Dötzer

Durch den frühen Tod von Gustl Schuster ist der Kontakt zunächst etwas eingeschlafen, aber seit Anfang der 80er Jahre habe ich das Vergnügen, Marianne Dötzer immer wieder bei den Initiativen Ihrer Organisation WEMA-HOME e.V. unterstützen zu können. So haben wir im Laufe der Jahre u.a. etliche Schulzimmer finanziert, Schulwege durch Brückenbau gesichert und nachhaltige Forstwirtschaft im Wege von „Kinder bringen‘s ihren Eltern bei“ gefördert. Auch berufliche Qualifizierung, besonders von jungen Frauen in einer patriarchalischen Gesellschaft, wurde und wird intensiv unterstützt.

Und jetzt durfte ich in der Bayer. Staatskanzlei miterleben, wie „unsere“ Marianne von Staatsministerin Dr. Beate Merk das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ans Revers ihrer Trachtenjacke angesteckt bekommen hat.


1. Marianne Dötzer bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. 2. Den hatte sie immer noch: Der alte Fjäll Räven Rucksack mit "Retro"-Schuster Logo. Dieser hat mittlerweile seinen Weg ins Schuster Museum gefunden und wurde gegen einen "Ordensträger-tauglichen" ersetzt.
Ich bin stolz und glücklich, diese Episode als einen Mosaikstein in unserem Schuster-Familienbild erzählen zu dürfen.

Und ich kann persönlich bezeugen, dass Marianne damals wie heute unter Einsatz ihrer vollen Kraft, ihres ganzen Engagements und nicht selten ihres Lebens jeden Cent dort hinbringt, wo er optimal und nachhaltig für die Menschen vor Ort Früchte trägt.

Wer sich über Mariannes Arbeit und ihre Projekte informieren, oder sie mit einer Spende unterstützen möchte: www.wema-home.de


Von Flori Schuster, Bilder: Archiv Schuster