Elektronik am Berg - mit Garmin nach oben

Eine gute Orientierung ist am Berg das A&O! Inzwischen sind hier viele mit GPS-Geräten unterwegs. Ob beim Biken, beim Wandern oder beim Skitourengehen. Eine Orientierung braucht man aber auch, wenn man das Angebot an Navigationsmodellen sieht. Damit wir hier den richtigen Weg finden, sind wir hoch hinaus, ins oberste Stockwerk unseres Hauses, wo unser GPS-Experte Florian Simeth samt Gerätschaften zu finden ist.

Florian, wieso brauche ich GPS Navigation in den Bergen?
Ich bin natürlich voreingenommen, aber: Es macht das Bergeerlebnis leichter und spannender zugleich. Leichter, weil ich nicht ständig eine große Karte ausfalten muss, wenn ich an der Gabelung stehe. Ein Blick auf das griffbereite Gerät reicht, der Pfeil weist den Weg und ich habe dazu noch all die weiteren Informationen. Und die machen es für mich auch spannender, weil ich ein zusätzliches Erlebnis habe: Wie viele Kilometer habe ich zurückgelegt, wie viele Höhenmeter, in welche Richtung marschiere ich usw. Außerdem zeichne ich die Tour auf und habe sie somit in Zukunft immer parat. Und kann sie natürlich auch mit anderen teilen...
Und wie sieht es mit dem Thema Sicherheit aus?
Ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt! Schon die einfache Track-Back Funktion – also die Rückverfolgung des Weges, den ich gegangen bin – gibt mir die Sicherheit, dass ich auf jeden Fall wieder zurückfinden werde. Dennoch sollte man die Berge niemals unterschätzen. Ob mit GPS-Gerät oder ohne. Komplett auf Kartenmaterial zu verzichten wäre falsch und ich muss auch immer betonen, dass die Geräte von den Satelliten abhängig sind, diese ständig wandern und zudem auch mal durch Bäume, Berge etc. die Signale eingeschränkt werden. Es kommt also immer zu Abweichungen. Und die betragen 3 bis 10 Meter. Dessen sollte man sich bewusst sein.
Welche Geräte gibt es für welchen Typ?
Der eTrex 10 von Garmin ist das Einsteigermodell. Er kommt ohne Kartendarstellung aus. Ist also für Leute geeignet, denen eine einfache Führung und eine Grundfunktion wie Track-Back reichen – oder für speziellere Fälle...
Das heißt?
Nun ja, ich habe auch Kunden, die bei der Bundeswehr sind und einen eTrex zur einfachen Standortpositionierung benötigen, weil es für ihr Einsatzgebiet gar kein Kartenmaterial gibt. Sie sagen dann direkt: „Ich muss nach Afghanistan“...
Das ist tatsächlich speziell... Aber generell verkauftst Du primär welche Modelle?
Mit dem eTrex 30 macht man schon einen Sprung in Richtung Kartentauglichkeit und er hat dann bereits einen barometrischen Höhenmesser. Die Bestseller sind allerdings Garmin Oregon 600 und Garmin GPSMap 64.
Was macht sie so beliebt?
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GPS - immer öfter am Berg[/caption]
Sie können eigentlich alles, was man braucht und ein bisschen mehr – und sind absolute Allrounder. Wer sich als Multisportler versteht und viel draußen unterwegs ist, der wählt eines der beiden Modelle. Natürlich haben sie all die Grundfunktionen – Geschwindigkeit, Strecke, Höhenmeter, Höhenprofil – und sie sind robust und wasserdicht wie alle anderen Garmin Geräte. Dazu haben sie zum Beispiel noch schnellere Prozessoren, ein größeres Display, es gibt einen Garmin Akkupack, den man dazu kaufen kann und der ein Wiederaufladen des Geräts ermöglicht.
Was ist dann der Unterschied zwischen den beiden Modellen?
Primär eigentlich die Steuerung: Den 64er steuert man über Druckknöpfe, der Oregon hingegen hat eine Touchscreen-Bedienung.
Für wen eignet sich was?
Gerade die jüngere Generation bevorzugt den Touchscreen. Wir haben Kunden, die schon aus Gewohnheit bei allen Modellen am Display rumwischen...
Und wer mag noch mit Knöpfen arbeiten?
Das ist unterschiedlich – zum Beispiel Sportler, die viel Skitouren gehen oder häufig hochalpin unterwegs sind. Die Touch-Bedienung ist mit Handschuhen natürlich schwieriger....
 
Du meintest die Geräte wären Allrounder – also das ganze Jahr bei allen Einsätzen dabei?
Genau. Ob beim Biken oder beim Trekking, beim Geocachen oder auf der Skitour – oder auch in der alltäglichen Straßennavigation...
Was gibt es sonst noch zu beachten?
Dem Neueinsteiger sollte klar sein, dass die Geräte internetgebunden sind. Man sollte also einen Internetanschluss haben – Nein! Das hat nicht jeder... Außerdem sollte man sich bewusst sein, dass nicht automatisch schon Kartenmaterial dabei ist. Bei den beiden Bestsellern sind Europa-Karten vorinstalliert, wenn sie ein „t“ im Namen tragen. Also: Oregon 600t und GPSMaps 64t. Vielleicht noch zu den anderen Kürzeln: 64c bedeutet, dass eine Kamera integriert ist – beim Oregon heißt das Modell mit Kamera 650.
Karten gibt es aber auch kostenlos über openstreetmap, oder?
Genau – und die sind wirklich gut. Was nützliche Links und Tipps, Tests und Planungsportale anbelangt: Wir haben sie auf einem Zettel zusammengefasst und geben den unseren Kunden auch immer mit.
Vielen Dank, Flo. Uns hast Du jetzt schon einiges an Orientierung mitgegeben!