Garmin Forerunner 620 – Ein Selbsttest

Trainingssteuerung, Leistungsanalyse, GPS-Tracking – die Läufer unter uns Schuster-Leuten sind schon lange nicht mehr ohne Coach am Handgelenk unterwegs. Warum? Sie sagen, man läuft effizienter und gesünder, man hat seinen Coach und Motivator immer dabei und führt ohne viel Aufwand Lauftagebuch. Ist so eine technische Laufuhr aber auch etwas für den Ab-und-zu-Läufer? Unser Kollege Peter ist hauptsächlich auf dem Bike oder auf längeren Touren in den Bergen unterwegs. Er kennt sich mit GPS-Gerätschaften aus, aber noch nicht mit der kleinen Variante fürs Handgelenk. Zeit also, Peter mit einem Garmin Forerunner 620 auszustatten und zu sehen, wie er damit zurecht kommt.
Peter, Du hast den Forerunner 620 nun ein wenig im Einsatz gehabt. Wie läuft’s?!
Eines kann ich schon mal sagen: Ich laufe tatsächlich häufiger! Und das nicht nur, weil ich das für den Selbsttest auch muss. Es ist für mich tatsächlich eine Zusatzmotivation, mit der Uhr zu laufen. Zu Hause kann ich ganz einfach über die Plattform Garmin Connect sehen, wo ich wie lange unterwegs war. Nach und nach entdecke ich die weiteren Funktionen. Aber der Einstieg ist zunächst recht einfach.
Wie war Dein erster Eindruck mit der Garmin Forerunner 620?
Mein erster Gedanke war eigentlich: Die sieht gut aus! Klingt oberflächlich, aber ist so. Der Forerunner 620 ist wirklich so, dass ich ihn ganz normal im Alltag als Uhr einsetze. Ich finde das schon wichtig, schließlich gibt man ein wenig Geld aus und dann ist ein Mehrwert durchaus legitim. Er ist nicht klobig und auch nicht schwer. Ich habe nachgeschaut: 43 Gramm wiegt er.
Und dann bei der ersten Handhabung?
[caption ]Garmin Forerunner 620[/caption]
Das lief eigentlich alles ganz problemlos. Ich bin überhaupt kein Freund von Bedienungsanleitung. So ist es ganz gut, dass der Forerunner recht selbsterklärend ist. Zum Auftakt kommen direkt die Basic-Fragen nach Sprache, Geschlecht, Gewicht, Uhrzeit etc. Die Grundfunktionen habe ich gleich verstanden und bin dann einfach losgelaufen. Der Einstieg ist meiner Meinung nach wirklich einfach.
Und dann sitzt Du verschwitzt zu Hause und lädst vor dem Duschen gleich alles auf Garmin Connect?
Nein! Ich dusche sehr wohl zuerst. Meistens. Aber ernsthaft: Du kommst Heim und per WLAN lädt sich schon automatisch die Aktivität auf Garmin Connect – während ich dusche sozusagen. Ich mag Streckenaufzeichnungen und diesen Tagebuch-Charakter. Und dann gibt es noch zig weitere Möglichkeiten auch bei der Uhr selbst, die ich erst noch richtig erkunden muss.
Es ist eine zeitaufwändige Angelegenheit, oder?
Für die Grundfunktionen eigentlich nicht. Das finde ich für Freizeitläufer eigentlich ganz gut. Aber man will die Uhr auch mehr und mehr nutzen. Am Anfang ist es noch die individuelle Gestaltung der Anzeige: Welche Angaben will ich sehen? Zeit, Kilometer, Herzfrequenz, Pace usw. Dann habe ich ein wenig nachgelesen und herausgefunden, dass man mit dem Forerunner 620 die VO2 max berechnen kann. Ich bin also inzwischen bei der Leistungsanalyse angekommen.
Du gehst es also Schritt für Schritt an?
Ja, ich muss nicht alles gleich am Anfang verstehen oder nutzen. Mir macht es Spaß, wenn ich immer wieder neue Sachen entdecke. Als nächstes habe ich mir zum Beispiel die Trainingssteuerung vorgenommen: Auf Garmin Connect stehen Trainingspläne für unterschiedliche Strecken, Lauftypen, Laufziele zur Verfügung, die man auch individuell verändern kann.
Wenn es ins Detail geht: Ist das alles für den Freizeitläufer einfach nachvollziehbar?
Ich finde schon, dass man eine Affinität zur Technik haben muss. Wer mit so was auf dem Kriegsfuß steht, der wird sich auch bei den einfachsten Dingen schwer tun. Aber wenn man Lust hat, sich damit zu beschäftigen, dann sind die Funktionen, die ich bisher genutzt habe, schlüssig. Technische Geräte sind nun eben nicht Schuhe, die man einfach schnüren muss. Ich hatte bisher schon ein paar Entdeckungserlebnisse, die mich dann wieder richtig motiviert haben. Ich glaube schon, dass man durch so eine Uhr vom Freizeitläufer zum Vielläufer werden kann.
Du glaubst, man läuft mehr, wenn man eine Uhr am Handgelenk hat?
Ich will das nicht verallgemeinern, aber für mich hat es das Laufen durchaus verändert. Zum einen, weil ich Sachen ausprobieren will. Zum anderen aber auch, weil der Laufsport für mich nie so einfach war. OK, Du musst im Grunde nur loslaufen. Aber es beim Laufen nicht zu übertreiben, effektiv zu trainieren, schneller, ausdauernder zu werden – das ist für mich jetzt mit der Uhr total realisierbar. Und jetzt will ich das auch...
Das klingt ambitioniert!
[caption ]Google-Map im Garmin Connect[/caption]
Nein, ich will mich mit keinem vom Schuster’schen Laufsport-Team messen! Nicht, dass Ihr mich heimlich für einen Wettkampf anmeldet!
Schade. Es gibt nämlich – falls Du es noch nicht weißt – beim Forerunner 620 die Live-Tracking Möglichkeit über Bluetooth und Smartphone. Wir könnten Euch am Rechner also live genau verfolgen.
Das könnt Ihr total vergessen. Ich laufe jetzt erst einmal gegen einen virtuellen Gegner.
Kommt schon noch... Weitere Funktionen, die Du schon erspäht hast?
Die Laufstil-Sache finde ich ganz spannend: Du kannst Deine Schrittfrequenz berechnen, die Bodenkontaktzeit und die Hoch-Tief-Bewegung. Wenn ich dann so weit bin, dass ich den perfekten Laufstil habe, dann geh ich ins Rennen!
Das sind Aussichten! Sonstige Tipps von Dir?
Vielleicht zwei Sachen: Wer sich als Freizeitläufer überlegt, eine Laufuhr zu kaufen, kann sich ruhig für ein anspruchsvolleres Modell entscheiden. Ich weiß nicht, ob ich zum Forerunner 620 gegriffen oder mich für eine simplere Variante entschieden hätte. So bin ich jetzt wirklich happy mit der Wahl, weil sie mich pusht. Und was ich gleich gemacht hätte, wenn man mich nicht zur ‚Eigenerkundung’ gezwungen hätte: In München gibt es mit „Garmin for Runners“ ein vierwöchiges Laufprogramm für Einsteiger und Fortgeschrittene. Für 25 Euro trainiert man mit einem Lauf-Coach, der einem auch die Uhr erklären kann, dazu gibt es ein Starterpaket, ein Fitnessarmband und ein Shirt. All das habe ich nun nicht bekommen, weil Ihr mich zum Selbstversuch gezwungen habt.
Ja, aber Peter, so ist das Lernen besonders nachhaltig und wir haben viel von Deinem Lerneffekt. Du darfst uns auf dem Laufenden halten.