Gipfelstürmer in der Silvretta

Die Motivation der Gipfelstürmer hat sich als unschlagbar erwiesen!

Und wieder kommt es in diesem Winter anders als geplant. Die angedachte Skidurchquerung durch die Tuxer Alpen mussten wir leider absagen, da einfach zu wenig Schnee lag und wir nicht in Wander- sondern Schneestimmung warn. Also war schnelles Umdenken angesagt. Das Ergebnis: aus der Durchquerung wurde ein Hüttenwochenende auf der Heidelberger Hütte!


So startete unsere Gipfelstürmer- Gruppe am Samstagmorgen bei starkem Schneefall in Ischgl ihren Kurztrip ins Hochgebirge der Silvretta. Das hütteneigene Taxi, ein umgebauter Pistenbully, brachte uns bequem zu unserem Stützpunkt, der Heidelberger Hütte auf 2264 Meter. Leider hatte sich der Wettergott für die unwirtliche Variante mit Sturm, Minustemperaturen und Schneefall entschieden und uns auch noch eine Lawinengefahrenstufe 4 beschert. Nicht gerade die Traumbedingungen für Skitouren!

Aber wie zuvor haben wir auch hier umgedacht. Schnell haben wir einen Plan B aufgestellt. Aus einer geführten Skitour wurde ein Lawinencamp und was könnte es da an besseren Übungs- und Entscheidungssituationen geben, als an diesem Wochenende. Nachdem wir die Zimmer bezogen hatten, standen wir schon bei unserer ersten Übungseinheit, einer Lawinensuche im Gelände. Am Nachmittag fellten wir die Ski auf und unternahmen noch eine kleine Tour Richtung Piz Mottana. Unterwegs griffen wir immer wieder Ausbildungsinhalte auf: im Gelände orientieren, Steilheiten einschätzen, Hänge beurteilen, usw. Nach zwei Stunden Aufstieg zwang uns das Wetter sowie die angefrorenen weißen Nasen zum Rückzug. Bei minimaler Sicht suchten wir den Weg zurück zur warmen Hütte, wo uns der Wirt und sein Team herzlich empfingen und für einen schönen Hüttenabend sorgten.

Gewusst wie: Die Gipfelstürmer im Lawinencamp.
Gewusst wie: Die Gipfelstürmer im Lawinencamp.

Kaum zu glauben, aber am nächsten Tag war das Wetter dann tatsächlich noch schlechter. Der Wind hatte ein bisschen nachgelassen, doch die Sicht war gleich Null. Wir zogen trotzdem hochmotiviert in Richtung Kronenjoch los. Schon nach wenigen Metern bemerkten wir das erste Setzen der Schneedecke, welches sich durch ein mächtiges Wumm Geräusch äußerte. Leider begleitete uns dieses Geräusch auch die nächste Stunde. Immer wieder bekamen wir die Alarmzeichen zu spüren, bis wir die einzig sinnvolle Entscheidung trafen: wir kehrten um. Die Abfahrt hielt für mich dann noch eine Wechte bereit, die mich mit Haut und Haar verschlucken wollte und so unfreiwillig ein perfektes Übungsgelände, zum Thema Sondieren und Graben bei einer Kameradenrettung schaffte.

Den kämpferischen Teilnehmern muss ich hier ein großes Lob aussprechen, die letztlich einen ganz anderen aber dafür besonderen Ausflug in die Höhen der Silvretta erlebt haben. 

Auch wenn die Bedingungen alles andere als optimal waren, haben wir das Beste daraus gemacht und uns nicht unterkriegen lassen. Nicht nur das Material hat den Härtetest bestanden, sondern auch die Motivation der Gipfelstürmer hat sich als unschlagbar erwiesen. Den kämpferischen Teilnehmern muss ich hier ein großes Lob aussprechen, die letztlich einen ganz anderen aber dafür besonderen Ausflug in die Höhen der Silvretta erlebt haben.

Manchmal muss man auch als Bergsteiger aus Zitronen Limonade machen.

Text und Bilder: Mountain Elements