Hawaii - Outdoors Paradise


Beim Stichwort Hawaii denkt man unweigerlich sofort an endlose Sandstrände, Blumenketten und Hula-Tänze. Doch der amerikanische Inselstaat im Pazifik hat mehr zu bieten als Honolulu und Waikiki Beach. Auch Wander- und Outdoorbegeisterte kommen hier voll auf ihre Kosten. Maggy und Anja von You are an Adventure Story berichten hier live von ihren Erlebnissen und Abenteuern rund um die Vulkaninseln.

„Hawaii ist immer eine Reise wert“, das haben wir schon von so vielen Leuten gehört und nach vielen Malen darüber sprechen, geht es nun auch für uns los ins Paradies. Als konkreter Anlass für diese Reise dient ein Hindernisrennen, dass es so in Europa (noch) nicht gibt, der „Ultra Beast“ von Spartan Race, ein hindernisbestückter Traillauf über mindestens die Marathondistanz und mehr als 60 Hindernisse. Für dieses Event landen wir zuerst auf der Hauptinsel Oahu und haben nur knapp zwei Tage Zeit uns zu akklimatisieren, bevor es auf den matschigen Kurs geht. Auf dieses Event haben wir uns das ganze Jahr gefreut und wir werden nicht enttäuscht. Über 44km geht es durch tropischen Regenwald, Flüsse und viele viele Höhenmeter, immer wieder begleitet von einer wunderschönen Sicht auf Oahu’s Nordküste. Das hawaiianische Spartan Race ist wesentlich abgelegener und „wilder“ als wir das von den Races in Europa gewohnt sind. Die dünn besiedelte und dicht bewachsene North Shore ist die perfekte Location für dieses anstrengende und schweißtreibende Event. Von brütender Hitze bis zu Platzregen ist alles dabei und teilweise müssen wir uns an Bäumen und Ästen die matschigen Hänge hochziehen – Abenteuer pur.

Nach dem Überqueren der Ziellinie bleibt leider nicht mehr viel Zeit zur Erkundung der ersten Insel. Die vorherigen Tage haben wir mit akklimatisieren und entspannen verbracht und wir schaffen es gerade noch so zu einem Strand mit Wasserschildkröten und zum Sightseeing nach Honolulu, bevor es weiter geht auf die Surferinsel Maui!

Auf Maui dreht sich alles ums Surfen und wir sind mittendrin. Unweit des beschaulichen Örtchens Paia an der sonnigen Westküste treiben wir auf unseren Brettern, während unzählige Wasserschildkröten mit uns schwimmen – einfach traumhaft. Neben weißen Sandständen und Wassersport bietet Maui aber noch viel mehr. Auf der Road to Hana, einer knapp 30 Meilen langen, kurvigen Küstenstraße unternehmen wir einen Roadtrip zu schwarzen und roten Stränden und zahlreichen tosenden Wasserfällen. Auch hier kommen wir aufgrund der Temperaturen schon bei den kurzen Wanderungen richtig ins Schwitzen. Die Natur hier ist wirklich wahnsinnig vielfältig und steht im krassen Gegensatz zu der Vegetation auf dem Vulkan Haleakala, der höchste Berg Maui’s und einer der zwei Nationalparks auf Hawaii. Hier wandern wir auf dem „Sliding Sands“ Trail vom Gipfel in den Krater des Vulkans. Wie der Name schon sagt, eine rutschige und staubige Angelegenheit. Wir wandern entgegen der Massen erst am Nachmittag los und erleben eine einsame Mondlandschaft à la „In einem Land vor unserer Zeit“, gekrönt von einem Regenbogen, der aus einem der Nebenkrater aufsteigt. Der folgende Sonnenuntergang über den Wolken macht uns sprachlos und es wird urplötzlich bitterkalt. Auch hier sind die Berge wieder unberechenbar und die Zeit viel zu kurz. Nach nur wenigen Tagen geht es weiter auf die „Garteninsel“ Kauai.

Kauai ist die grünste der hawaiianischen Inseln und strotzt vor üppiger Vegetation und Outdooraktivitäten. Beim Mountain Tubing treiben wir in Reifen sitzend durch stillgelegte Zuckerrohrplantagen und wandern zu den Wailua Falls, Wasserfälle höher als die Niagarafälle und in unberührter, abgelegener Natur. Auch hier geht’s wieder steil und schlammig zur Sache, aber das Schwimmen im Pool am Fusse des Wasserfalls entschädigt für alle Strapazen. Neben dicht bewachsenem Regenwald gibt es in Kauai auch den sogenannten „Grand Canyon des Pazifik“, der Waimea Canyon. Wir fühlen uns wie im wilden Westen und wandern den Canyon Trail zu den Waipoo Falls, die wir vorher bei der Fahrt auf dem Crater Rim Drive eindrucksvoll in der Ferne gesehen haben. Hier ist es glücklicherweise sogar am Wai’ale’ale, einem der Orte mit dem meisten Regenfall auf der ganzen Welt, an diesem Tag ziemlich trocken und sonnig. Weiter geht es an die Napali-Coast: Kauai’s Nord-Westküste ist einzigartig und die größte Attraktion dieser Insel. Grüne Täler und Bäche ergießen sich ins raue Meer und im Winter kann man hier oft Wale beobachten. Wir entscheiden uns gegen die populäre Bootsfahrt an der Küste entlang und wandern die erste Etappe des Kalalau Trail, ein Wanderweg, der auf drei Tagesetappen den kompletten Küstenstreifen abdeckt. Nach so viel verschiedenen Eindrücken sind wir gespannt, ob Big Island, unser letztes Inselziel, die gewachsenen Erwartungen noch übertreffen kann – und wir werden nicht enttäuscht.


Big Island ist wie der Name vermuten lässt die größte der hawaiianischen Inseln und hat eigentlich alles, was die anderen Inseln haben in Einem. Hier erleben wir das absolute Highlight unseres Trips: Wir beobachten von einem Boot, wie glühend-heiße rote Lava in den Pazifik fließt. Der Hawaii Volcanoes Nationalpark ist einer der wenigen Plätze auf diesem Planeten, wo man (mit viel Glück und dem richtigen Timing) derartiges sehen kann. Seit drei Jahren gab es hier keinen Lavafluss mehr – und wir haben riesiges Glück! Doch die Lava nur vom Meer aus zu sehen, genügt uns nicht. Wir wollen näher ran und erkunden den zweiten Nationalpark des Inselstaates einen ganzen Tag lang zu Fuss und auf dem Mountainbike. Radeln durch diese unwirtliche schwarze Kraterlandschaft ist befremdlich und aufregend zu gleich. Der Vulkane noch nicht müde, müssen wir als Bergmädels natürlich auch noch auf den Mauna Kea, mit 4207 Metern höchster Berg Hawaiis und vom Meeresgrund aus gemessen sogar höher als der Mount Everest. Da die Wanderung zum Gipfel ziemlich öde und eintönig ist und wir zudem nur noch wenig Zeit haben, fahren wir mit dem Auto bis zur astronomischen Forschungsstation am Gipfel und erleben einen Sonnenuntergang, der dem am Mont Blanc nahe kommt. Wir nutzen die Chance und schließen uns dem öffentlichen „Stargazing-Programm“ der dortigen astronomischen Gesellschaft an. Durch riesige Teleskope schauen wir in die Galaxie und sehen sogar die Ringe um den 400 Millionen Kilometer entfernten Planeten Saturn.

Wir sind zutiefst beeindruckt von diesen Inseln, so schön und vielfältig hatten wir es uns nicht vorgestellt. Auch die Vielfalt der möglichen Aktivitäten und der rasche Wechsel aller erdenklichen Landschaften, macht Hawaii für Outdoorfans auf jeden Fall eine Reise wert. Innerhalb weniger als einer Stunde Fahrzeit kann man zwischen Vulkanwandern und Ziplining im Regenwald wechseln. 

MAHALO Hawaii - wir hoffen, wir sehen uns irgendwann wieder!