Hinter den Kulissen von DMM

Sie sind mittlerweile Massenware, für jeden Kletterer, Hoch- oder Skitourengeher absolutes Standardprodukt und neben Seil und Gurt der dritte Faktor, von dem das Überleben in der Vertikalen abhängt! Die Karabiner. Doch wie viele Arbeitsschritte sind eigentlich nötig, um einen solchen herzustellen? Wir haben uns mit Ben Slack von der walisischen Karabinerschmiede DMM einmal aufzeigen lassen, dass das alles andere als nur „Standard“ ist.
Die Herstellung von Kletter-Hartware fängt mit der Entwicklung der Werkzeuge an. Erst mit diesen können dann Karabiner, Klemmkeile und Cams gefertigt werden. Die Kletterindustrie ist, verglichen mit der Autoindustrie ein Zwerg, d.h. jedes Werkzeug, das DMM benötigt, müssen sie selbst herstellen.
 
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John beim polieren eines Ausformwerkzeuges in der Werkstatt. Foto: Ray Wood[/caption]
John poliert hier die Hälfte einer Heißschmiedeform - von Hand. Sobald sie glatt genug ist, kann sie in einer Weingarten Schmiedepresse verwendet werden. Je nach Modell des Karabiners formt sie dann im Laufe ihres „Lebens“ bis zu 500 Tonnen Aluminium.
 
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Auf die Form in der Heißschmiedepresse wird Schmiermittel aufgesprüht. Foto: Ray Wood[/caption]
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Entnahme des Karabiners aus der Presse. Foto: Ray Wood[/caption]
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Beim Pressvorgang wird die Form in die Weingarten Heißschmiedepresse eingesetzt und von den Flammen auf Betriebstemperatur gebracht. Zur gleichen Zeit wird die Aluminium-Gussmasse, die dann zu Karabinern werden soll, in einem Ofen erhitzt. Das ist der ‚heiße‘ Part des Schmiedeprozesses! Vor dem Schmieden jedes einzelnen Karabiners, wird die Ober und Unterseite der Form mit einem Schmiermittel eingesprüht. Das unterstützt das Aluminium, sich während des Schmiedevorgangs gleichmäßig auszubreiten.Nach der Pressung des Karabiners wird die Form geöffnet und der heiße Rohling mit Zangen aus dem Unterteil entnommen. Dann kann die Form wieder mit Schmiermittel besprüht werden und der ganze Prozess beginnt von vorn.
 
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Lösungsglühen und Kühltank. Foto: Ray Wood[/caption]
Die Karabiner aus der Heißschmiedepresse werden an ein vorbereitetes Gestell gehängt und dann wandern sie direkt in den Spezialofen zum Lösungsglühen. Bei diesem Verfahren wird die Aluminiumlegierung bei extrem hohen Temperaturen ausgehärtet. Darren muß diesen „Raumanzug“ zum Schutz gegen die Hitze des geöffneten Ofens tragen, bevor er die Karabiner zur Abkühlung in den Wassertank im Vordergrund legt.
 

Die Vormontage-Inspektion. Fotos: Ray Wood
Diese Dragon Cam Flügel und Dragon Cam Daumenpressen werden einer Vormontage-Inspektion unterzogen. Wenn sie diese bestehen, werden sie Teil eines Dragon Cam, Größe 3 und 5. Bei Schönheitsfehlern werden die Teile recycled.
 

Die Montage und das Vernieten des Verschlusses. Fotos: Ray Wood
Alle anderen Teile müssen natürlich ebenfalls durch die Inspektion. Die Karabiner werden danach von Hand zusammengesetzt. Die gelbe Hülse ist bereits auf den Karabinerverschluss montiert, jetzt werden die Federn und Knöpfe eingefügt.
Der Verschlussmechanismus ist am Karabiner platziert, nun wird er festgenietet. Die einzelnen Komponenten sind zusammengefügt.
 
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Testraum, Maldwen testet einen Karabiner auf Zugbelastung. Foto: Ray Wood[/caption]
Im Testraum werden die Karabiner stichprobenweise aus jeder Fertigungsreihe ausgesucht und einer Zugbelastung bis zum Bruch ausgesetzt. Die Ergebnisse werden ausgewertet, mithilfe des 3 sigma Qualitäts-Kontrollsystems, das DMM als erster Hersteller im Bereich der Kletter-Hartware verwendet hat.
 
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Endkontrolle. Foto: Ray Wood[/caption]
Nach der Vorinspektion, Montage und 3-sigma Test, wird jeder Karabiner abermals einer Endkontrolle unterzogen. In diesem Stadium untersucht das Kontrollteam den Federwiderstand und eine saubere Öffnung des Verschlusses.
Und jetzt, genau jetzt kann der Karabiner in den Versand. Zum Schuster, zum Beispiel!
Wir sagen herzlichen Dank an Ben Slack von DMM!