Hochtouren im Ötztal

    August ist die Zeit für Hochtouren. In luftigen Höhen, auf beeindruckenden Gletschern und technisch anspruchsvoll, gehören sie zur Königsklasse des Bergsteigens. Die höchsten Bergriesen der Alpen liegen in Frankreich, Italien und der Schweiz. Doch auch mit wenigen Stunden Anfahrt kann man in Österreich großartige 3.000er mit faszinierenden Gletschern erobern.
    Über den spaltenarmen Similaungletscher. Foto: Stephan Baur

    Das Bergsteigerdorf Vent im Ötztal eignet sich bestens als Basislager für Wanderungen und Hochtouren verschiedenster Schwierigkeitsgrade. Alpenüberquerung, Via Alpina aber auch Wildspitze, Fluchtkogel, Similaun und der Mann aus dem Eis „Ötzi“ – Vent hat so einiges zu bieten. Vor allem aber sind es unberührte Gebirgslandschaften, vergletscherte Gipfel und ursprüngliche Natur, die durch den sanften Tourismus hier erhalten wurden. Während sich Ende des letzten Jahrhunderts viele hochgelegene Alpenorte wintertouristisch hochrüsteten, blieb Vent seinen Werten treu und entscheidet sich bewusst gegen den Massentourismus. So findet man im stillen Venter Tal auf 1.895 m gerade mal 215 Einwohner.

    Similaun 3.606 m

    Der Similaun gehört einfach ins Repertoire eines jeden Hochtourengehers. Als Grenzberg zwischen Österreich und Italien lockt der markante Gipfelgrat bereits schon beim Anstieg zur Martin-Busch-Hütte den Bergsteiger. Für alle Wanderer auf dem E5 auf dem Weg von Oberstdorf nach Meran ist er Symbol der letzten Etappe und die gleichnamige Hütte ein willkommener Cappuccino-Stopp.

    Von der Similaunhütte ist es nicht weit zur Ötzi-Fundstelle. Hier am Tisenjoch wurde 1991 die Mumie des Mannes aus dem Eis aus der Kupferzeit gefunden. Der Weg über den Grat von der Hütte zum Tisenjoch ist bezeichnet, markiert und teilweise versichert. Nahe der Fundstelle wurde ein Denkmal errichtet.

    Am Gipfel des Fluchtkogel.

    Fluchtkogel 3.494 m

    Der Fluchtkogel, inmitten des Weißkammes, ist alleine schon wegen seiner fantastischen Aussicht und der leichten Erreichbarkeit ein beliebtes Gipfelziel in den Ötztaler Alpen. Der Weg beeindruckt durch seine karge Weite. Je weiter man aufsteigt, desto mehr von der umliegenden Gletscherwelt wird sichtbar.

    Über die Vernagthütte auf den Kesselwandferner und mit dem einzigartigen Brandenburger Haus im Blick hinauf auf den 3.500 m hohen Gipfel. Die Hochtour gehört zu den einfacheren Touren im Tal. In gut drei Stunden ist man von der Hütte aufgestiegen und genießt den Blick über den mächtigen Gepatschferner bis hin zur mächtigen Weißkugel, in die Gegenrichtung schweift der Blick zur Hochvernagtspitze und zur Wildspitze.

    Der höchste Tiroler Gipfel: Die Wildspitze. Foto: Stephan Baur

    Wildspitze, 3.768 m

    Die Hochtour auf die Wildspitze ist von Vent aus als mäßig schwierig klassifiziert. Allein der Weg hoch zur Breslauer Hütte lohnt sich. Hoch oben thront der beeindruckende Steinbau mit weitem Blick auf die umliegenden Gipfel. Neben der bekannten Wildspitze ist die Breslauer Hütte Ausgangpunkt für Besteigungen des Hinteren Brochkogels, des Ötztaler Urkund und des Wilden Mannle.

    Zur Wildspitze, dem höchsten Berg Tirols, geht es von der Hütte aus auf blockigem Gelände ins hintere Mitterkar. Der weitere Weg über den Mitterkarferner über den gut gesicherten Klettersteig zum Mitterkarjoch ist durchaus anspruchsvoll. Am Taschachferner zeigt sich die gute Seilschaft, wenn einige Gletscherspalten überquert werden müssen.

    Der Gipfelanstieg über den Südwestgrat erfolgt über Blockwerk in teilweise leichter Kletterei. Kurz unterhalb des Gipfelkreuzes gilt es noch einen Quergang zu meistern, doch dann steht man auf der 3.768 m hohen Wildspitze, dem höchsten Berg von Tirol.

    Die Vernagthütte. Stützpunkt für viele spektakuläre Hochtouren im Ötztal. Foto: Stephan Baur

    Sicherheit am Berg

    Fluchtkogel, Similaun und Wildspitze sind drei wunderbare Hochtourenziele im Ötztal.
    Auch wenn sie alle nicht zu den schwersten Hochtouren gehören, solltet Ihr doch immer erfahren im Umgang mit Seil, Steigeisen und Pickel sein. Eine gut eingespielte Seilschaft und stabile Wetterbedingungen sind beste Voraussetzungen für ein unvergessliches Hochtourenerlebnis. Die passende Ausrüstung und richtige Beratung bekommt Ihr bei uns im 5. Obergeschoss. Kartenmaterial und Literatur zu Hochtouren findet Ihr in unserer DAV-Servicestelle im 4. Stock.

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    Das Sporthaus Schuster ist ein echtes Münchner Original. Fest verwurzelt am Marienplatz in München und in der alpinen Tradition. Es steht für Leidenschaft, Bergsportkompetenz und Menschen, die sich mit dem Familienunternehmen identifizieren. Kurz: für das Schuster-Wir-Gefühl seit 1913.