Im Gespräch: Paul Guschlbauer


Mit Fug und Recht kann man behaupten: Paul Guschlbauer ist ein Multitalent. Der gebürtige Steirer ist Abenteurer – in der Luft als begnadeter Gleitschirmflieger und am Berg, auf Skitour oder beim Berglaufen. Früher ist er Mountainbike Rennen gefahren, heute ist er Teilnehmer der Red Bull X Alps, startet beim Red Bull Dolomitenmann und bereitet sich aktuell auf eine Reise nach Alaska vor. Lauter Gründe den sympathischen Salewa-Athleten kennenzulernen, und sich über Berge, Freiheit und Training zu unterhalten.



Servus Paul, wie geht es dir?

Mir geht’s super, danke! Ich hab heut schon eine schöne Tour hinter mir...

Wo kommst du denn gerade her? Und wo geht es als nächstes hin?

Ich komm grad von einer genialen fünf Stunden Skitour im Tennengebirge. Aktuell habe ich hier daheim in Hallein noch recht viel um die Ohren. Ende April starte ich für fast drei Monate nach Alaska...

Wenn man sich ein wenig über dich informiert, bekommt man den Eindruck, dass es eigentlich nichts gibt, was du nicht machst?!

Alles was sich draußen auf den Bergen abspielt gefällt mir. Sobald es was mit einem Ball zu tun hat, steige ich aus (lacht). Mit Fußball kann ich also dementsprechend eher wenig anfangen.

Was ist für dich das Besondere am Fliegen?

Mir geht es darum „Freiheit“ zu erleben. Da gibt es keine Straßen mit Verkehrsschildern, ich kann selbst entscheiden, was ich als nächstes tue.

Gleichzeitig kann man aber auch nicht, wie beim Autofahren, einfach stehen bleiben, wenn man nicht mehr fahren will. Wenn man die Entscheidung getroffen hat zu starten muss man auch bis zum Ende dabei bleiben.

Was machst du, wenn du gerade nicht in der Luft oder am Berg unterwegs bist?

Dann arbeite ich (lacht). Für mich fühlt sich die Zeit in der Luft oder am Berg noch immer wie Freizeit an. Und damit ich weiterhin viel davon habe muss ich mich ganz besonders um meine Sponsoren, Vorträge und Events kümmern.

Auf welchen deiner Erfolge bist du am meisten stolz?

Am meisten freue ich mich, dass ich bis heute eigentlich alle Wettbewerbe und eigene Projekte erfolgreich beenden konnte. Das heißt zum Beispiel, dass ich bei allen meiner drei bisherigen Red Bull X-Alps Teilnahmen bis zum Schluss im Rennen war.


Paul Guschlbauer
Paul Guschlbauer

Eine starke Leistung. Worauf freust du dich im Frühling am meisten?

Für Gleitschirmflieger bedeutet Frühling, dass es endlich wieder gscheit zum Fliegen geht...der Schnee schmilzt, die Luft ist stabil und die Sonne stark genug, um für richtig gute Thermik zu sorgen. Dann kann man endlich wieder lang und weit fliegen.

Wie hältst du dich über den Winter fit?

Am liebsten gehe ich im Winter Skitouren. Hin und wieder nehme ich da auch an einem Rennen teil.


Einfach am Berg und im Wald herumlaufen und das zum Training nützen, was Berg und Natur uns bieten.  

Wie trainierst du generell?

Immer nach Gefühl! Ich mache seit inzwischen fast 20 Jahren Ausdauersport und kenne meinen Körper daher schon ganz gut. Ich brauche keinen Trainingsplan und nehme den Pulsgurt nur zur Dokumentation mit. Das bedeutet Freiheit und die spiegelt sich auch in der Art meines Trainings wieder. Am liebsten laufe ich einfach von daheim weg auf einen Berg, mit meinem Schirm am Rücken, und fliege dann eine Runde.

Klingt unbeschwert! Was ist Mountain Training für dich und worauf kommt es bei dieser Trainingsart an?

Mir scheint, Mountain Training ist der moderne Begriff für das was ich schon immer mache (lacht). Einfach am Berg und im Wald herumlaufen und das zum Training nützen, was Berg und Natur uns bieten. Das kann ein umgefallener Baumstamm sein über den man balanciert um sein Gleichgewicht und seine Koordination zu trainieren, oder ein Ast der sich zufällig perfekt als Klimmzugstange eignet.

Worauf sollte man achten, wenn man mit dem Mountain Training anfängt? Was ist anders, beispielsweise im Vergleich zum klassischen Laufen?

Grundsätzlich sollte man einmal, egal von welcher Sportart man kommt, seine Ausrüstung überdenken. Ein Straßenläufer braucht definitiv einen Schuh mit gutem Grip, ein Bergläufer braucht einen Schuh mit weniger Gewicht und mehr Bewegungsfreiheit. Dann sollte man auch noch einen kleinen Rucksack mit einer wärmeren Jacke dabei haben und etwas zum Trinken.
Sobald man sich ein bisschen von der Zivilisation entfernt, sollte man außerdem für alle Eventualitäten gerüstet sein. Gleichzeitig darf der Rucksack aber nicht zu schwer werden. Laufen am Berg ist so schon deutlich anstrengender!


Mountain Training: Das zum Training nutzen, was die Natur uns bietet!
Mountain Training: Das zum Training nutzen, was die Natur uns bietet!

Wie lange dauert eine Trainingseinheit und wie oft in der Woche trainierst du?

Einen expliziten Trainingsplan habe ich nicht. Aber mein Gefühl schickt mich trotzdem fast jeden Tag raus - meistens bin ich einmal in der Woche drei Stunden und länger unterwegs, sonst zwischen ein bis zwei Stunden. Dazu kommt noch die Zeit am Gleitschirm.

Welche Körperpartien und Fähigkeiten werden durch Mountain Training trainiert?

Je steiler es bergauf geht, umso mehr geht es in Richtung Kraft(ausdauer)-Training. Wichtig ist auch, dass man hin und wieder bergab läuft und nicht nur fliegt. Das fördert die Koordination und Stabilität, vor allem in der Beinachse. Für den Oberkörper kann man Klimmzüge, Liegestütz oder Kletterpartien einbauen.

Welches Equipment ist für dich beim Mountain Training wichtig?

Der richtige Schuh ist das Wichtigste! Auch wenn sich der eine oder andere „echte Bergsteiger“ vielleicht an den Kopf greift, ich gehe im Sommer auf jeden Berg mit leichten Laufschuhen. Ich bin auch absolut kein Freund von viel Dämpfung, deshalb bin ich sehr froh, dass es von Salewa nun den Lite Train gibt. Der ist wie für mich gemacht!

Abgesehen vom Schuh kann man viel Gewicht sparen, wenn man eine Jacke hat die ein breites Spektrum abdeckt. Das heißt eine Jacke, die vor Wind schützt, trotzdem Schweiß abtransportiert und auch noch ein bisschen wärmt. Da ist die Pedroc PTC Alpha genial. Dann brauche ich nur noch ein Wechselshirt und den leichten Rucksack Apex 22 und ich bin perfekt gerüstet.

Jetzt kann es losgehen. Danke für dieses motivierende Gespräch! Macht Lust auf Frühling.