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    Gut verpackt in kalten Nächten

    Mit dem Mountain Equipment Iceline und der neuen Aerostat Down 7.0 Mat unterwegs in Island. Die schönsten Orte der Welt sind manchmal die unwirtlichsten. Zumindest im Winter. Nachts. Island ist einer dieser Orte. Von ein paar Bergen und Eisbergen abgesehen gibt es nichts, was den Wind aufhält. Keine Bäume, keine Sträucher, und wenige, sehr wenige von dem Menschen errichtete Bollwerke gegen die Natur. Wer dort die Nächte unter freiem Himmel verbringen will, muss entsprechend ausgerüstet sein. Wir waren 3 Wochen unterwegs, bepackt mit unseren Kameras, Eisgeräten, Zelt, Rucksack, dem Mountain Equipment Iceline und der Mountain Equipment Aerostat Down Mat.

    Polarlichter und Gletscherseen
    Wenn du mit dem Rucksack unterwegs bist, und alles, was du für die Nacht brauchst mit dir trägst, bist du schon im Sommer ganz gut bepackt. Wenn du das Gleiche in Island im Winter machst, wo die Temperaturen nachts in den höher gelegenen Regionen gerne mal auf -20° absinken, steigt das Packmaß deiner Ausrüstung exponentiell. Dazu kommt dann noch die Kameraausrüstung, die alleine schon zwischen 12 kg und 18 kg wiegt. Nun kommt hinzu, dass ich weder besonders hoch, noch besonders breit bin. Ein kleines Packmaß bei Matte und Schlafsack bei gleichzeitig hoher Wärmeleistung und idealerweise gutem Komfort sind dementsprechend unumgänglich. Wenn das Wetter trocken angegeben war sind wir deswegen gerne auch mal ohne Zelt losgezogen. Wir haben Schlafsäcke und Matten unter allen denkbaren und undenkbaren Aspekten getestet: Bei -25° auf der Hochebene ohne eine einzige Erhöhung, Baum, Felsen weit und breit (zugegebener Maßen im Zelt, ansonsten hätte man Schlafsack und Matte festbinden müssen), in der Nähe von heißen Quellen, bei denen über Nacht der Wind gedreht hat und die Überreste des Wasserdampfes am nächsten Morgen eine 2mm dicke Eisschicht auf dem Schlafsack hinterlassen haben. Wir haben auf Eisschollen am Ufer eines Gletschersees unter den Polarlichtern gelegen, auf überfrorenen Klippen und auf grünen Wiesen unter austreibenden Bäumen an einem warmen Tag im Süden der Insel.

    Salziger Zuckerguss. Wenn Meerwasser einfach kleben bleibt.

    Die neue Aerostat Down 7.0 Mat 
    Die neue Matte von Mountain Equipment hat bei gleicher Wärmeleistung und gleicher Dicke wie vergleichbare Matten anderer Hersteller ein signifikant kleineres Packmaß und Gewicht. Die patentierte Exped® Konstruktionstechnik wurde von Mountain Equipment durch die Helix™ Technologie ergänzt. Dadurch bleiben die Daunen dort, wo sie hingehören und man braucht deutlich weniger Füllung, um die gleiche Wärmeleistung zu erreichen wie bei einer herkömmlichen Kammerkonstruktion. Am Anfang waren wir mit der Wahl des Untergrundes unseres Schlafplatzes etwas wählerisch, aber wir haben bald festgestellt,  dass sich das robuste Außenmaterial weder von scharfkantigem Eis, noch von rauem, spitzigen Lavagestein beeindrucken lässt. In unsrem Fall war tatsächlich das Gewicht ein großes Thema, wir haben also um den gewünschten Komfort zu erreichen unserer Körpergröße und Schlafsacklänge entsprechend zwei Matten in Regular und eine in Large beim Biwakieren mit Spanngurten oben und unten zusammengebunden und hatten somit eine komfortable, durchgehende und riesige Liegefläche. Die persönlichen Grenzen verschieben sich bei 3 Wochen auf so engem Raum bei Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt innerhalb kürzester Zeit so oder so massiv.

    Die Helix-Technologie im Querschnitt.

    Anders als bei andere Matten mit vergleichbarem Gewicht und Packmaß gibt es eine komfortable Art und Weise die Matte aufzupumpen: Bei einer Matte, deren Einsatzbereich bei unter 0°C liegt, sollte man verhindern, dass durch die Atemluft Feuchtigkeit ins Innere der Matte gelangt. Der Packsack der Aerostat dient deswegen gleichzeitig als Pumpsack, der an das Ventil der Matte angeschlossen wird.

    Anders als bei den klassischen 2 Wege Ventilen kann man das ‘Gasmask Valve‘ in 2 Stufen öffnen. In der ersten Stufe kann zwar Luft in die Matte rein, wird aber durch eine Gummilippe am Austreten gehindert. Wenn man den zweiten Ring öffnet, kann die Luft ungehindert aus der Matte entweichen. So lässt sich die Matte morgens beim Abbauen der Zelte in kürzester Zeit und mit sehr wenig Widerstand zusammenrollen.

    Die Windsock™ im Einsatz.

    Der Pumpsack von Mountain Equipment nennt sich Windsock™ und ist Teil des Packsacks. Eine minimale Luftbewegung reicht, damit er sich fast vollständig mit Luft füllt. Der schmale Schnitt ermöglicht es, den Pumpsack mit einer Hand vollständig zu umschließen. Das nervige Zusammenrollen des Pumpsacks fällt somit weg. Damit lässt sich die Matte mit wenigen Handgriffen aufpumpen.

    Aerostat Down 7.0 Regular
    Aerostat Down 7.0 Long

    Gibt's denn auch was zu Meckern? 
    Zwei kleine Schwächen haben wir trotz Allem gefunden: Wenn man die Matte direkt ohne Unterlage auf Schnee oder Eis legt, knarzt sie durch die entstehende Feuchtigkeit bei unruhigen Schläfern ein bisschen. Zudem ist das Ventil mit 2 Dichtungsringen ausgestattet, ein kleiner um den Deckel, und ein größer um das innere Ringelement. Beide Dichtungsringe sind nicht fest mit dem Ventil verbunden und es kann passieren, dass sie beim Öffnen runterflutschen. Ohne die Dichtungen verliert die Matte über Nacht Luft. Solange man die Matte mit geschlossenem Ventil transportiert und beim Luftablassen ein bisschen drauf schaut empfinde ich das aber nicht als ernsthaftes Problem.

    Wunderschön! Aber eben auch eiskalt und ungeschützt.

    Der Iceline
    In Kombination mit dem passenden Schlafsack hat man mit der Aerostat einen Begleiter der den allermeisten Abenteuern gewachsen ist. In unserem Fall war das der Glacier Expedition für Johanna (mit 184 cm die Größte bei uns im Team), einen Snowline in Regular für Daniel (176cm) und einen Iceline in Regular für mich (mit 166 cm die Kleinste im Team).Vom angegebenen Temperaturbereich her wäre der Snowline für mich auch ausreichend gewesen, aber da ich mit meinen 166cm deutlich unter der Idealgröße liege, ist das ein bisschen wie mit einem großen Topf Wasser auf einer kleinen Herdplatte: bei kleinen Schläfern dauert es, bis die Luft im Inneren warm ist. Zudem sind die Schlafsäcke der Extreme Expedition Serie von Mountain Equipment mit dem Expedition Fit ausgestattet, sprich sie sind länger und breiter geschnitten, damit bei Bedarf Schuhe, Kleidung, Getränke und so weiter mit rein passen. Warum das notwendig ist, war uns spätestens nach der ersten Nacht klar, in der wir die Schuhe tagsüber in einem Permafrost-Matsch-Loch versenkt, abgespült und nachts nicht mit in den Schlafsack genommen hatten: mit dicken Socken in tiefgefrorene Schuhe zu kommen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. In so einem Fall ist es von Vorteil, wenn du ein Team mit sehr unterschiedlich großen Füßen hast. Die mit den kleinsten Füßen sind zwar dann diejenigen, die als erstes das Zelt verlassen dürfen/können, sind allerdings dann auch die, die jeden Morgen erst mal 3 Paar Schuhe auftauen dürfen. Aus Fehlern lernt man...

    Eis-Wildnis von oben.

    Nachdem ich in dem Iceline also viel Raum hatte, haben wir ihn abends mit den unterschiedlichsten Dingen ausgestopft. Am untersten Ende die Wasservorräte, feuchte Klamotten, Hosen, Socken und so weiter, in der Hoffnung, dass diese über Nacht im warmen Schlafsack etwas antrocknen, und dann alle verfügbaren flauschigen Fleeceklamotten und Daunenjacken. Und ja, es ist etwas irritierend wenn deine Jacke morgens nach den Füßen deiner Mitfahrerin riecht. Danke ans Team für die Toleranz an diesem Punkt.
    Bei einer so gearteten ‘Füllung‘ des Schlafsacks macht es sich bezahlt, dass die Kapuze und das Fußende innen auch mit dem GORE® THERMIUM™ Material auskleidet sind und wir uns keine Sorgen machen mussten, dass uns die Daune durch die Feuchtigkeit zusammenfällt und an Isolationsleistung verliert.
    Der Iceline ist im Brust und Fußbereich mit vertikalen V-Kammern ausgestattet, die eine besonders hohe Isolationsleistung haben, aber dafür etwas schwerer sind. Der Hauptteil besteht aus Trapezkammern die anatomisch geschnittenen Kapuze die sich mithilfe von Kordelzügen fast komplett zuziehen lässt besteht aus 7 Kammern. Die elastischen Nähte der EXL® Technologie führen dazu dass sich das Futtermaterial und der Wärmekragen förmlich an den Schläfer anschmiegen.

    Diese Blicke sind doch kalte Nächte wert, oder?

    Fazit
    Der Iceline ist warm, hat dank der aufwendigen Konstruktion und der verwendeten Gänsedaune ein kleines Packmaß und ist jeder Form der Feuchtigkeit, auch Milch (fragt lieber nicht) gewachsen.
    Wenn Mountain Equipment die Expeditionsserie jetzt noch für Frauen unter 175 auf den Markt bringt, wäre ich wunschlos glücklich.

    Iceline Regular
    Iceline

    Die Aerostat und die Daunenschlafsäcke haben es uns ermöglicht, in Island der Nase nach los zu laufen und die Nächte dort zu verbringen, wo es uns am besten gefällt: Weit weg von der Zivilisation unter freiem Himmel. Wenn wir einen Ort gefunden haben, der interessant war, sind wir so lange geblieben, bis das Licht für unsere Fotos passend war. Oft bis zum nächsten Morgen. Oder dem übernächsten. Denn was gibt es Besseres als die Polarlichter und den Sonnenaufgang über der unendlichen Weite Islands?

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    Die Fotografin / Autorin Jana Erb über sich:

    Ich bin eine Fotografin aus München und liebe es durch die Welt zu ziehen um Geschichten zu erzählen. Ich bin der Meinung dass die Welt voller wahnsinnig toller Menschen und spannender Orte ist, die es zu entdecken gilt. Ich bin abenteuerlustig, offenherzig und liebe es draußen in der Natur unterwegs sein.

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