Isolationsjacken: Daune, Kunstfaser oder Swisswool

 


Extrem leicht, super warm, klein komprimierbar und enorm vielseitig! Kein Wunder, dass die Isolationsjacken bei uns im Hause in der Beliebtheitsskala ganz weit oben liegen – bei unseren Kunden wie auch bei uns privat. Die Auswahl an unterschiedlichen Modellen ist wirklich groß. Auf was kommt’s an? Nicht nur aufs Äußere... In erster Linie gilt es, sich für die richtige Füllung zu entscheiden. Daune, Swisswool, Primaloft – wir erklären die Unterschiede.


Isolationsjacken waren ursprünglich als so genannte ‚zweite Lage’ gedacht. Das heißt als wärmende Zwischenschicht über der Funktionswäsche und unter der wasser- wie winddichten Außenjacke. Inzwischen wird sie aber sehr gerne solo getragen. Sie gibt es in den unterschiedlichsten Styles, mit und ohne Kapuze und natürlich in den unterschiedlichsten Dicken. Wichtig ist deshalb, dass man sich vorab über das primäre Einsatzgebiet der Jacke im Klaren ist. Und das ist auch entscheidend, wenn es um die Frage des Füllmaterials geht. 


Daune


Daune ist der natürliche Klassiker unter den Isolationsfüllungen. Es handelt sich hierbei um die feinsten Federn von Enten und Gänsen. Warum das Gefieder so gut wärmt? Weil es – im Verhältnis zu ihrem Gewicht und Größe – extrem viel Luft speichert und Luft wiederum isoliert. Darin liegt die bisher unerreichte Stärke der Daune: Sie bietet ein fantastisches Wärme-Gewichts-Verhältnis!


Die Qualitätskriterien für Daune sind


-das Mischungsverhältnis Daune/Stützfeder: Stützfedern garantieren, dass die feine Daune ihre softe Struktur bewahren kann. Aus diesem Grund gibt es keine ‚reinen’ Daunenfüllungen. Die Stützfedern bieten wiederum nicht eine solch hohe Isolationsfähigkeit wie die Daune. Das heißt also: Je höher der Daunenanteil, desto hochwertiger das Produkt. 90/10 schlägt also 60/40 – um Meilen!
-die Füll- oder Bauschkraft: Sie wird in cuin (also Kubikzoll) angegeben. Gemessen wird, wie sich die Federn nach starker Komprimierung wieder aufrichten, also ‚aufbauschen’. Je höher der Wert, desto besser die Isolation: Eine gute Qualität beginnt bei 700 cuin aufwärts.

 


Daune ist ein natürlicher Rohstoff – und bringt deshalb auch Verantwortung mit sich! Es sollte jedem Outdoor-Liebhaber am Herzen liegen, dass man bei der Daune auch in Sachen Herkunft auf Qualität setzt. In den Medien wurde in letzter Zeit viel über Lebendrupf gesprochen und berichtet. In der EU ist es verboten, den Vögeln die Federn vom lebendigen Leibe zu reißen. Doch ‚schwarze Schafe’ gibt es unter den Marken auch. Unsere Sortiment zeigt, dass es anders geht. Ein Vorreiter in Sachen Daunen-Aufklärung ist zum Beispiel Mountain Equipment mit seinem ‚Down Codex’. Das ist ein Auditierungsverfahren, mit dem man die Herkunft der Federn zurückverfolgen kann. 


 


Nachteile: Aber die Daune hat nicht nur Vorteile – sonst würde es auch kaum Alternativen geben... Die größte ‚Downside’: Daune ist feuchtigkeitsempfindlich. Wird sie nass, verklumpen die Federn und sie büßen stark an Isolationsfähigkeit ein. Perfekt eignet sich die Daunenjacke somit für kalte, trockene Tage.


 


Kunstfaser: Primaloft


Für alle, die auch gerne mal im Regen stehen – ob beim Sport oder im Alltag – oder pflegeleichte Produkte bevorzugen, sind die Isolationsjacken mit Kunstfaser-Füllung optimal. Sie liefern nicht die gleiche Wärmeleistung wie Daune und so klein packbar wie das Naturprodukt sind sie auch nicht. Aber besonders ins Gewicht fallen sie dabei nicht! Bei den synthetischen Modellen werden sehr feine, unterschiedlich strukturierte Polyester-Fasern versponnen. Dadurch entsteht eine starke Kräuselung und die kann wiederum viel isolierende Luft binden. Die Fasern sind eben nicht so feuchtigkeitsempfindlich wie Daune, sondern wasserabweisend und trocknen auch sehr schnell wieder. Eine der besten Qualitäten bei synthetischem Füllmaterial liefert die Marke Primaloft®.


 


Swisswool


Ortovox präsentiert eine ganz individuelle Füll-Variante. Die bayerische Marke ist eine enge Alpenbeziehung eingegangen und arbeitet mit Swisswool. Das Füllmaterial kommt von Schweizer Schafen. Ortovox betont den Nachhaltigkeitsgedanken bei der Wahl des Isolationsmaterials: Zum einen ist die Schurwolle ein natürlich nachwachsender Rohstoff. Zum anderen wird dadurch die regionale Wirtschaft unterstützt. Und für die Schweizer Bergbauern ist die Förderung ihrer lokalen Produktion überlebenswichtig. Was die Funktion betrifft, ist Swisswool weniger feuchtigkeitsempfindlich als Daune, erreicht aber auch nicht das Wärme-Gewichts-Verhältnis der Federn. Eine spannende Alternative zu Daune und Primaloft, finden wir!