Der Kanken - Vom Kultobjekt zum Kunstobjekt


Wenn man an zeitlose Produkte denkt, kommt einem in Sachen Rucksack wohl sofort der Fjällräven Kanken in den Sinn. Seit 1978 sieht er aus, wie der Kanken eben aussieht: Schlicht, einfach, in der Form unverändert. Und seit diesem Jahr ist er ganz offiziell ein Kunstwerk! Wie es dazu kam, wieso er ursprünglich entwickelt wurde und warum er einfach nicht tot zu kriegen ist, erzählen wir hier:


Früher war alles besser?
 

Das sehen wir als Anhänger neuer Entwicklungen, besserer, bequemerer und vor allem sicherer Ausrüstung natürlich nicht so. Doch es gibt großartige Klassiker, die uns geprägt haben und die wir heute noch gerne besitzen würden. Wir hier beim Schuster sind zum Beispiel sehr, sehr stolz auf unseren Original VW Bully. Lange hat unser Chef Flori Schuster nach genau dem Modell gesucht, das uns einst als ‚Firmenwagen’ gedient hat. 


Grundsolider Kult

Ein solches Kultobjekt ist auch der Kånken. Jeder kennt den Daypack mit seiner einfachen, praktischen Konstruktion und seinem schlichten Design. Ein absolut zeitloser Look. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum der Rucksack mit dem Fuchs-Logo seit Jahrzehnten überall zu sehen ist. Er hat einfach auch eine extrem lange Lebensdauer. Es ist ein grundsolider Rucksack!

Entwickelt wurde der Kånken von Fjällräven-Gründer Åke Nordin im August 1978. Vorausgegangen war eine große Diskussionswelle um die Rückengesundheit in Nordins Heimat Schweden. Damals, in den 70er Jahren, gab es erste Studien, die speziell auch die bedenkliche Zunahme von Rückenproblemen bei Schulkindern aufzeigten. Kein Wunder, denn die meisten von ihnen transportierten ihre Bücher und Hefte in Umhängetaschen. Das Resultat: einseitige Belastung, schlechte Haltung, schiefe Wirbelsäule.

So ging alles los.
So ging alles los.


Praktisch und ausgeglichen

Nordin setzte sich zum Ziel einen einfachen, funktionellen Rucksack für den täglichen Einsatz zu produzieren, den sich die Eltern auch leisten konnten. Für den Kanken holte er sich den schwedischen Pfadfinderverband ins Boot, um gemeinsam an der Konstruktion zu feilen. Wichtig war natürlich, dass der Rucksack geräumig genug war für all die Schulsachen, aber gleichzeitig nicht zu wuchtig. Die Größe orientierte sich an den Schulheften – und die Abmessungen am Telefonbuch von Stockholm. Die Schul-Last verteilte sich endlich auf beide Schultern – und schnell auch die Alltagslast. Nordin rechnete nach der Einführung mit einem Verkauf von vielleicht 200 Rucksäcken. Aber es waren dann doch doppelt so viele. Gut mehr wurde es dann im Jahr drauf: unglaubliche 30.000 Stück gingen 1979 über den Ladentisch.

Der Kanken wie er war und ist:


Verzicht auf Schnickschnack

Und woher stammt der Name? Der leitet sich – ebenfalls ganz schlicht und einfach – von dem Verb kånka ab, das ein Synonym für „tragen“ ist. In Dänemark wird Kånken übrigens inzwischen sogar als Gattungsbezeichnung für Rucksack generell verwendet – so wie Tempo für Taschentücher oder Labello für einen schützenden Lippenstift.

Der Rucksack hat sich über die 39 Jahre nicht wirklich verändert. Er hat heute noch ein Volumen von 16 Litern und wiegt dabei bloß 300 Gramm – samt herausnehmbarer Sitzmatte, die eigentlich als Rückenpolster dient. Er bringt so wenig auf die Waage, weil er absolut frei von Schnickschnack ist. Es gibt eine kleine Fronttasche für kleinere Utensilien und eine Seitentasche für die Trinkflasche oder ähnliches. Besonders robust und besonders clever ist auch das legendäre Material. Das Gewebe (namens Vinylon F) quillt nämlich wie eine natürlich Faser auf, wenn es nass wird. Das Material wird so dichter und verschließt sich gegen Wassertropfen. 


Der Kanken ist jetzt Kunst

"Er ist ein Kunstwerk!" Svensk Form, die Schwedische Gesellschaft für Kunsthandwerk und Design, die im Auftrag der Schwedischen Regierung schwedisches Design in aller Welt fördert und auszeichnet, hat entschieden, dass der Kanken mehr ist, als nur ein funktionelles Objekt. Er hat ein derart hohes Maß an Originalität, dass er als eigene geistige Schöpfung betrachtet werden kann. Er ist zum Symbol für den typisch schwedischen Stil auf der ganzen Welt geworden. 

Das muss natürlich gefeiert werden! Darum wurde für diesen Herbst eine ganz spezielle Serie des Kanken entworfen, mit Tragegurten in einigen der beliebtesten Farben und besonderen Designs.