Kühle Bekleidung für heiße Sporttage

Es geht hinauf mit den Temperaturen und für viele hinab mit der Sportmotivation. Dabei muss man an heißen Sommertagen nicht auf die Bewegung verzichten, sondern nur richtig wählen – die Uhrzeit genauso wie die Bekleidung. Wir geben ein paar Tipps in Sachen abkühlende Ausrüstung – sozusagen ergänzend zu Per Mertesackers Hinweis, dass sich erhitzte Fußballergemüter am Besten mit einem Eisbad behandeln lassen...
So funktioniert’s – die körpereigene Temperaturregulierung
Kühle Bekleidung? Bevor wir sagen, was wir haben (an cooler Bekleidung), vielleicht noch eine kurze Erklärung, wie denn der Körper funktioniert – und wie man ihn in Sachen Abkühlung entsprechend unterstützen kann.
Wir Menschen sind so genannte „gleichwarme Lebewesen“. Das heißt, wir müssen eine konstante Körpertemperatur von 36° - 37° C halten. Das ist keine große Spanne und entsprechend komplex und hart arbeitet unser Körper an der Regulierung der Temperatur. Ganz wichtig ist dabei die Abkühlung durch Verdunstungskälte bzw. Schweiß.
Der Mensch hat zwischen zwei und vier Millionen Schweißdrüsen, die bei Erhitzung fleißig Feuchtigkeit absondern. Warum? Weil sie auf der heißen Haut verdunstet und uns so kühlt. Die so genannte Verdunstungskälte entsteht nämlich, wenn ein Stoff aus dem flüssigen in den gasförmigen Aggregatzustand übergeht. Dafür braucht es Wärme und diese wird der unmittelbaren Umgebung entzogen – die dadurch natürlich entsprechend kühler wird.
So funktioniert’s noch besser – Unterstützung auf der Haut
Bei dieser Temperaturausgleichsarbeit können wir den Körper durchaus unterstützen. Dazu müssen wir nur das richtige anziehen. 1. Bloß keine Baumwolle! Die saugt sich mit Feuchtigkeit voll und klebt wie ein nasser, schwerer Waschlappen am Körper. Aber neben der Baumwolle gibt es Fasern, die ganz anders arbeiten und die Feuchtigkeit von der Haut ableiten. Diese nennt man Funktionsfasern. Man unterscheidet zwischen synthetischen (z.B. Polyester oder Polypropylen) und natürlichen Funktionsfasern (wie Merinowolle).
Um die Unterstützung der Körperkühlung zu optimieren, tüfteln die Faserhersteller an neuen Konstruktionen und Technologien. Eine kleine Auswahl:
- Zum einen bedient sich ein Stoff einer physikalischen Tatsache: Feuchtigkeit will sich ausbreiten und das über eine möglichst große Oberfläche. Ist die Außenfläche des Stoffs also größer als die Innenseite, zieht es die Feuchtigkeit entsprechend schnell nach außen. Wie man große Flächen schafft? Unter anderem durch Konstruktionen, bei denen offene Kanäle in die Faseroberfläche integriert werden. Darauf wird angespielt, wenn man beispielsiweise von Tetra- oder Hexachannel-Fasern liest. Diese Fasern setzen die meisten Spezialisten ein, von Odlo bis hin zu Craft. Die coolen Shirts von Arc’teryx hatten wir übrigens gerade selbst im Test dabei – hier unser Bericht.
- Zu den speziellen Technologien zählt unter anderem Omni-Freeze Zero, das Columbia in seinen Sommerprodukten einsetzt. Im Material findet man kleine Kreise, gefüllt mit einer chemischen Verbindung. Wenn sie mit Feuchtigkeit in Verbindung kommen, quellen sie auf und produzieren einen spürbaren Kühleffekt.
-Wie funktioniert das bei Merino? Zu der Naturfaser und ihrem Einsatz in kühlender Bekleidung haben wir gleich einen der Top-Experten gefragt. Thomas Moe, Produktentwickler bei Ortovox, hat uns aufgeklärt – das Gespräch findet Ihr hier.
Kühl von Kopf bis Fuß
Eines sollte noch betont werden: Egal, für welches luftiges Material man sich entscheidet, es geht nicht nur um kühlendes Shirt und Hose. Der Kopf sollte ebenfalls bedeckt werden – und das bitte nicht mit einem Baseball-Cap. Ob Capo, Columbia, Gore oder Salomon – die Marken setzen auch hier auf leichte Funktionsmaterialien.
Und gleiches gilt für die Sockenwahl. Wer hier auf Baumwolle setzt, riskiert nicht nur Schweißfüße, sondern auch Blasen. Dabei gibt es so angenehme dünne wie technische Socken, die auch untenrum super kühlen. Die einen, wie Falke oder X-Socks, setzen dabei auf synthetische Fasern, aber auch die leichten Merinosocken von Icebreaker oder Smartwool sind – ähm – wärmstens zu empfehlen...