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    Nachgefragt! Lawinenschaufeln und Sonden

    Klar, ein ordentliches LVS-Gerät ist im Ernstfall das A&O um Verschüttete nach einem Lawinenabgang schnell zu orten. Aber wenn es um die anschließende Bergung geht, liegt alles an Sonde und Schaufel. Die beiden Hilfsmittel sorgen dafür, wichtige Sekunden oder Minuten einzusparen und die Hilfsbedürftigen schnellstens wieder an die Oberfläche zu bringen. Aber welche Kriterien sind denn beim Sondieren und Graben besonders wichtig? Wir haben beim Spezialisten Ortovox nachgefragt.

    Die richtige Sonde und der Umgang damit

    Die Sonde ist auch in Zeiten von recht präziser Feinortung wesentlicher Faktor für eine schnelle Ortung! Nur mit Sonde kann die genaue Lage und vor allem die Verschüttungstiefe exakt geortet werden. Es gibt mittlerweile Untersuchungen, die aufzeigen, dass ab der Feinortung bzw. Punktortung beim Ausgraben mehr als doppelt so viel Zeit ohne Sonde benötigt wird. Ca. 25 Minuten, anstatt durchschnittlich 11! Normalerweise sinkt die Überlebenschance nach 15 Minuten drastisch.

    Wie sondiere ich richtig?

    Hat man die Feinsuche mit dem LVS-Gerät abgeschlossen und den Punkt markiert, geht es weiter mit der genauen Punktordnung mit der Sonde.

    Zuerst wird, ausgehend vom Punkt mit der kürzesten Entfernungsmessung, systematisch von innen nach außen sondiert. Immer größer werdend in einem quadratischen Raster von 25cm.

    Ist der Verschüttete gefunden, lässt man die Sonde stecken. Sie dient als Orientierungshilfe beim Ausgraben.

    Empfehlung: Sondiert immer im 90° Winkel zur Schneeoberfläche.

    Chris Semmel, Bergführer und Ausbilder beim Verband Deutscher Berg- & Skiführer (VDBS), erklärt hier noch mal worauf es ankommt.
    Alu 240 Light
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    Die Schaufel


    Der Verschüttete ist lokalisiert. Jetzt entscheiden die richtige Schaufel und das Wissen, wie man damit am schnellsten und effektivsten ans Ziel kommt, über weitere lebensrettende Minuten.

    Welcher Aufbau und welche Funktionen sind ratsam?

    Ein ergonomischer Griff
    D-Griff? T-Griff? Nun, der T-Griff ist etwas leichter und kompakter, lässt sich für Rechts- und Linkshänder umstecken und bildet die Grundlage für die Räumfunktion.

    Der D-Griff ist ergonomischer und effizienter beim Schaufeln.

    Teleskopierbarer Schaft
    Kompakt im Rucksack, großer Hebel beim Arbeiten. Ein teleskopierbarer Schaft bringt die Schaufel ordentlich auf Länge. Unbedingt empfehlenswert!

    Eine gummierte Griffzone
    Rutschfestes, stabiles Greifen beim Arbeiten. Die gummierte Zone vereist nicht.

    Ovaler Stielquerschnitt
    Oval ist stabiler als rund. Da hält der Schaft vor allem bei Hebelbewegungen deutlich mehr aus. Außerdem lässt sich der Senkknopf des teleskopierbaren Schafts einfacher bedienen.

    Ortovox-Sonde-Schaufel
    Effektiv graben. Am schnellsten geht's, wenn jeder weiß, was er zu tun hat.

    Ein großes Schaufelblatt
    Groß, aber nicht zu groß. Umso mehr Schnee in kurzer Zeit befördert werden kann, desto besser. Das Blatt sollte aber nicht so schwer sein, dass die Schaufelhiebe zu größeren Verletzungen führen können. 

    Im Ernstfall geht es um Geschwindigkeit. Die durchschnittliche Verschüttungstiefe von lebend Geborgenen beträgt ca. 50 cm (Statistik: Tschirky 2000). Das erfordert einen Aushub von 1500 Litern. Da ist ein größeres Blattvolumen ein echter Zeitfaktor.

    Rettungsschlittenfunktion
    Die vier Bohrungen im Schaufelblatt eignen sich für den Aufbau eines Rettungsschlittens zum Abtransport einer verletzten Person. 

    Hohe Seitenwangen
    Durch den hochgezogenen Schaufelrand bleibt der Schnee wo er hingehört, nämlich auf der Schaufel. Außerdem wird das Schaufelblatt dadurch stabiler. 

    Umrüstung zur Räumfunktion
    Es ist wichtig, eine Lawinenschaufel mit einem Handgriff zur Räumfunktion umrüsten zu können. So kann der geschaufelte Schnee schnell von einer zweiten Person aus dem Weg geräumt und dadurch viel Zeit gespart werden. 

    Eine scharfe Schaufelschneide
    Lawinenschnee ist gepresst und geschichtet, lässt sich also nicht einfach locker wegschippen. Eine angeschärfte Schaufelschneide durchdringt die harten Schichten deutlich schneller.


    Bei Verwendung von einer Schaufel mit größerem Blatt und Räumfunktion konnte die Schaufelzeit von 11min, 20 sec auf 9min, 31sec reduziert werden.*

    *Basierend auf einer Masterarbeit der Universität Innsbruck (Zeiten hochgerechnet von Test bei 0,6 Kubikmeter Aushub auf 1,5 Kubikmeter) 

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    Kodiak

    So schaufelst Du schnell und effektiv:

    Die Verschüttungstiefe an der Sonde ablesen, um diesen Wert hangabwärts gehen und V-förmig mit dem Schaufeln beginnen.

    Bei mehreren Helfern stehen zwei Personen und schaufeln den Schnee nach hinten. Der Dritte steht dahinter und räumt den Schnee weg. Nach einer Minute die Positionen durchtauschen.

    Die Positionen sollten wie folgt besetzt sein: Blöcke abstechen, Schaufeln und Schnee wegschaffen (Räumfunktion).

    Alles Wichtige zum Thema Schaufel noch mal erklärt.

    Mehr von Ortovox: >> hier geht's zum Ortovox-Markenshop

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    Direkt bei uns im 5. Stock
    per Email: service@alpenverein-muenchen.de
    oder telefonisch unter: 089-551 700 188

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