LEKI - bergauf und bergab der Richtige

Ein ergonomisch geformter Griff, leicht, mit variablen Greifmöglichkeiten und einer für die Haut angenehmen Thermo- oder Korkoberfläche bringt den maximalen Komfort.
Feuchter, rutschiger, abschüssiger Untergrund ist der ideale Einsatzbereich für Trekkingstöcke.
Feuchter, rutschiger, abschüssiger Untergrund ist der ideale Einsatzbereich für Trekkingstöcke.

Trekkingstock gleich Trekkingstock? Eigentlich scheint das Thema oft besprochen, und doch werden immer wieder die gleichen Fragen gestellt. Denn Stock ist nicht gleich Stock! Genau nachgefragt haben wir bei Steffen Rückschloss von LEKI. Er sagt uns, worauf es bei der Wahl des Trekkingstocks ankommt.

Servus, Steffen. LEKI ist Profi in Sachen Trekkingstöcke. Auf welche Details kommt es an?

Wichtigster Punkt ist die Konstruktion. Die Konstruktion des Trekkingstocks kann zwei-, drei-, oder vierteilig sein, die Kompaktesten sind dabei auch faltbar. Alle diese Stöcke sind in der Länge verstellbar. In der Ebene stellt man die Stocklänge im Normalfall so ein, dass beim Halten des Griffs ein rechter Winkel zwischen Unter- und Oberarm entsteht. Beim Bergauf gehen sollte man die Stöcke jedoch ein paar Zentimeter kürzer, Bergab ein paar Zentimeter länger einstellen.
Den Griff hat man den ganzen Tag in der Hand. An dieser Stelle sollte man also nicht unbedingt sparen. Ein ergonomisch geformter Griff, leicht, mit variablen Greifmöglichkeiten und einer für die Haut angenehmen Thermo- oder Korkoberfläche bringt den maximalen Komfort. Eine Griffverlängerung am Schaft ist immer hilfreich. Wenn es zwischendurch etwas steiler wird, kann man die Stöcke weiter unten greifen, ohne gleich die Länge verstellen zu müssen.
Dann ist da noch die Schlaufe am Griff: Idealerweise ist sie verstellbar, es empfiehlt sich ein atmungsaktives, weiches Material, damit es nicht scheuert.


Die richtigen Stöcke sorgen für ungetrübten Wandergenuss.
Die richtigen Stöcke sorgen für ungetrübten Wandergenuss.

Innenverstellsystem oder Außenverstellsystem? Was mache ich, wenn das Gewinde einmal durchdreht?

Ein Außenverstellsystem ist zwar etwas voluminöser als ein Innenverstellsystem zum Drehen, dafür aber weniger sensibel in der Handhabung und kinderleicht einstellbar. Wenn die Haltekraft des Bügels einmal etwas nachlassen sollte, hilft es, ab und zu das Schräubchen am Fixierbügel nachzuziehen.
Dreht die sogenannte Klemmhülse beim Innenverstellsystem durch, heißt das nicht zwingend, dass es kaputt ist. Die Ursache liegt meist darin, dass sich der Keil, der direkt auf der Schraube sitzt, ganz unten auf der Schraube „ festgesetzt“ hat. So kann der Keil den Dübel nicht mehr spreizen, das Segment dreht durch und lässt sich nicht mehr feststellen.
Repariert ist das leicht: Unterteil rausziehen, mit zwei Fingern den Plastik-Spreizdübel festhalten und das Unterteil im Uhrzeigersinn drehen, bis der Keil etwas nach oben gedreht wurde. Dann steckt man das Unterteil wieder in das Oberteil dreht es wieder fest.

Geht es bei der Materialwahl – Aluminium oder Carbon – nur um den Preis?

Es geht nicht nur darum, wie viel man bereit ist, zu investieren. Aluminium ist robuster, Carbon ist leichter und steifer. Das ist Geschmackssache.
Spielen Größe und Gewicht bei der Wahl des richtiges Stocks eine Rolle?
Ja, natürlich. Große Menschen brauchen längere Stöcke. Dabei empfehle ich auch größere Rohrdurchmesser. Zum Beispiel ein 18mm Oberteil und 16/14mm Unterteil. Bei kurzen und mittleren Stocklängen kann man auch auf kleinere Durchmesser 16/14/12mm zurückgreifen.

Gerade beim Bergab gehen bringen Stöcke eine wesentliche Entlastung für die Gelenke. Gibt es bei Trekkingstöcken eine zusätzliche Dämpfung?

Ja, LEKI baut Stöcke mit dem Antishock System. Sie bieten dem Genusswanderer einen noch höheren Komfort, gerade beim Bergab gehen, wenn es felsig ist und die Beine müde werden.

Worauf muss ich achten, damit der Stock auch lange hält?

Ganz wichtig ist, die Stöcke nach der Tour nicht einfach im Rucksack zu lassen und diesen in den feuchten Keller zu stellen. Nasse oder feuchte Trekkingstöcke sollte man unbedingt trocknen, bevor sie im Schrank oder der Schublade verschwinden. Hierfür bei Teleskopstöcken einfach das Verstellsystem öffnen und mit etwas Schwung die Unterteile herausziehen. Keine Sorge, da geht nichts kaputt, man kann die Stöcke nachdem sie getrocknet sind, wieder zusammenschieben. Wichtig ist auch, die Rohre nicht zu fetten oder zu ölen. Sonst hält das Verstellsystem nicht mehr.
Bei Faltstöcken ist das Handling etwas leichter: einfach wieder abbauen, sprich falten und trocknen lassen.

Danke, Steffen, für die vielen Infos!

Mehr zu LEKI? Hier geht´s zur Evolutionsgeschichte...