Mandala – fairtrade Yogafashion


Es geht um Bewusstsein!  

Yoga ist schon lange aus der Esoterik-Ecke raus, immer mehr Profi-Sportler greifen in ihrem Training oder gerade zu dessen Ausgleich auf Asanas und Co zurück. Vom FC Bayern-Spieler bis zum Ski-Weltcup-Fahrer, vom Triathlet zum Kletterer, Yoga findet breite Akzeptanz.
Das Münchner Label Mandala produziert seit 15 Jahren bequeme, modische Yoga Bekleidung –ausnahmslos fair und nachhaltig. Zeit für ein kleines Portrait im Schuster-Blog. Die Firmengründerin Nathalie Prieger brennt für die Themen Yoga und Nachhaltigkeit. Mit der Marke Mandala lebt sie ihren Traum von fair produzierter, modischer Bekleidung.

1. Nathalie Prieger, Gründerin von Mandala

Hallo Frau Prieger, danke, dass Sie sich Zeit genommen haben. Sie sind die Macherin von Mandala, stammen aber ursprünglich aus der Luxusbranche. Wie kam es zu diesem Bruch?

(lacht) Ich war Chef-Designerin beim Lederwarenhersteller MCM, hatte viele Jahre Erfahrung gesammelt und kannte die Textilbranche richtig gut. Irgendwann war es an der Zeit für etwas Neues... Als begeisterte Yoga-Anhängerin kam mir während einem sechsmonatigen Hilfsprojekt in Indien die zündende Idee: Ich wollte eine eigene Yoga-Kollektion für Frauen entwerfen – fair und nachhaltig, funktional und modisch.

In ihrem Gründungsjahr 2000 waren sowohl Yoga als auch Nachhaltigkeit in Deutschland noch keine großen Themen. Und trotzdem haben Sie zu 100% darauf gesetzt – das klingt mutig!

Ja, absolut. Es war die Zeit der aufstrebenden vertikalen Modeketten mit niedrigen Preisen und laufend neuen Kollektionen, von Nachhaltigkeit und Fairness war da keine Rede. Auch das Thema Yoga wurde vor allem mit der Hippie-Bewegung verbunden, von einem Boom wie heute konnte man nur träumen...

Annet Münzinger zeigt eindrucksvoll, wie´s richtig geht.
Annet Münzinger zeigt eindrucksvoll, wie´s richtig geht.

Wie kam Ihre Idee an?

Die richtigen Produktionspartner zu finden, war kein Problem. Schwierig war es am Anfang, die Kunden und Händler zu überzeugen. Das Sporthaus Schuster war der erste Sporthändler, der Mandala mit in sein Sortiment genommen hat – sozusagen ein Trendsetter. Mit Erfolg! Heute beobachte ich ein stetig wachsendes Interesse an den Themen Nachhaltigkeit und Fairtrade – bekanntlich greifen ja auch immer mehr Unternehmen die Thematik auf, wobei ich immer noch einen sehr großen Entwicklungsbedarf sehe.

Was macht Mandala in der Produktion anders?

Wir arbeiten seit Jahren mit uns bekannten, offiziell zertifizierten Produzenten und Lieferanten zusammen. Zusätzlich haben mein Mann und ich eine Firma in China gegründet, wo wir gezielt nach ethischen Werten arbeiten und produzieren können. So können wir uns auch persönlich um die Zertifizierungen kümmern, außerdem reisen wir mehrmals im Jahr zu unseren Partnern. Der persönliche Kontakt ist wichtig. Bei uns ist jeder Schritt möglichst fair und nachhaltig – von der Baumwolle über das Garn und die Produktion bis hin zu unseren Mitarbeitern hier in München. Da wird nicht getrickst, wir haben einen ganzheitlichen Anspruch. Es geht um Bewusstsein!

Apropos Bewusstsein...Yoga ist ja auch mehr als nur eine sportliche Übung!

(lacht wieder) Ja, absolut! Da steckt schon eine Lebenseinstellung dahinter, ein Wertesystem. Es geht um bewusstes Leben, den angemessenen Umgang mit der Umwelt. Das hört sich jetzt nach höheren Sphären an, aber letztlich kann jeder seinen eigenen Zugang zu Yoga finden, alles ist erlaubt. Mein Ziel ist es, ökologisches Bewusstsein auch mit Mandala zu kommunizieren. Ganz selbstverständlich, ohne moralischen Zeigefinger – mehr als Ermunterung! 

Spürt man den „Eco-Faktor“ auch beim Tragen?

Viele unserer Kundinnen sagen: Ja - die Kleidung „sitzt“, man fühlt die super Qualität, auch nach der zehnten Wäsche. Dabei sind unsere Kollektionen immer von aktuellen Modetrends inspiriert! Mode und „Öko“ schließen sich überhaupt nicht aus. Zusätzlich lassen sich die Kollektionen über die Saisons gut miteinander kombinieren. Zu meiner fünf Jahre alten Leggings passt auch ein aktuelles Top – wir haben da eine durchgehende Handschrift in Schnitt und Farbgestaltung. Wir sind sozusagen der Gegenentwurf zu den schnelllebigen Kollektionen der Billig-Anbieter. Wir wollen, dass die Mandala-Kundin möglichst jahrelang Freude an ihren Teilen hat.

Das klingt sehr vielversprechend! Vielen Dank, Frau Prieger, für dieses interessante Gespräch.

Außerdem geht nochmals ein herzliches Dankeschön an Annet Münzinger und Jaya-Yoga!