Seven Summits der Alpen – Mont Blanc

Erst kürzlich den höchsten Gipfel der Schweiz und Italiens erreicht, gibt es keine Rast für Maggy und Anja von You are an Adventure Story. Nur einen Tag nach dem Abstieg von der Dufourpitze,geht es auf die Reise nach Frankreich um dem letzten und höchsten der „großen Drei“ einen Besuch abzustatten: dem Mont Blanc!

Unsere Reise führt uns in das französische Bergsteiger-Örtchen Chamonix, Ausgangspunkt für die Besteigung des Mont Blanc. Die Mont-Blanc-Gruppe ist eine Gebirgsgruppe der Westalpen im Dreiländereck zwischen Frankreich, Italien und der Schweiz, die mit dem namensgebenden Mont Blanc (4810m) den höchsten Berg der gesamten Alpen im Zentrum trägt. Je nach Definition ist dies sogar der höchste Punkt Europa's.

Bestens vorbereitet und gut vorakklimatisiert, geht es im Rahmen unseres „Seven European Summits“ Projektes über den Normalweg zum fünften Gipfel. Gemeinsam mit zahlreichen anderen Bergsteigern nehmen wir die Zahnradbahn Tramway du Mont Blanc und fahren bis zur Endstation Nid d’Aigle auf 2362 Metern. Es folgt ein Fußmarsch bei strahlendem Sonnenschein über Schutthänge in Richtung Tete Rousse-Hütte, welche ebenfalls als Stützpunkt für eine Besteigung des Mont Blanc genutzt werden kann. Wir haben für die Besteigung allerdings nur zwei Tage eingeplant und haben uns deswegen für eine Übernachtung auf der höhergelegenen Goûter-Hütte entschieden. Kurz oberhalb der Tete Rousse-Hütte seilen wir an und gehen mit voller Gletscherausrüstung weiter. Wir passieren das berühmt-berüchtigte Grand Couloir, eine gefährliche Rinne am Berghang, welche steil und schmal und daher stein- und eisschlaggefährdet sind. Auch im Grand Couloir gab es schon mehrere Todesfälle, es ist also höchste Vorsicht geboten. Immer wieder schnellen Steine die Rinne hinab. Vor dem Queren werfen wir einen Kontrollblick nach oben bevor wir die Passage zügig im Laufschritt queren. In folgender leichter Kletterei erreichen wir nach ca. vier Stunden Gehzeit sicher die Goûter-Hütte.

Am nächsten Morgen starten wir gegen 3 Uhr zum Gipfelsturm und sind bei weitem nicht die Ersten. Viele Lichterketten schlängeln sich über schmale Grate und durch Eis und Schnee bergan. Nach und nach passieren wir andere Seilschaften und sind in gutem und gleichmäßigem Tempo unterwegs. Es herrscht eisiger Wind und es ist zeitweise wirklich bitterkalt. Langsam kommen die ersten Sonnenstrahlen hinter der Aiguille du Midi hervor und wir können uns gar nicht satt sehen an den phänomenalen Aus- und Weitblicken. Es bietet sich uns ein Farbspiel, wie wir es vorher noch nicht erlebt haben. Trotz der Kälte und des eisigen Windes halten wir kurz inne um diesen einmaligen Moment zu genießen, bevor wir uns auf die letzten Meter machen. Wir haben es tatsächlich geschafft und stehen kurz nach Sonnenaufgang auf dem mit 4.810 Metern höchsten Punkt der Alpen – dem „König“ Mont Blanc und gefühlt liegt die ganze Welt zu unseren Füßen. Wir sind überwältigt und stolz zugleich: Entgegen einiger Prognosen haben wir die „großen Drei“ innerhalb von 6 Tagen bestiegen. Von hier oben senden wir still ein dankendes Stoßgebet an den Wettergott.

Schnell holt uns der eisige Wind wieder auf den Boden der Tatsachen und wir verweilen viel zu kurz am Gipfel. Überwältigt von den Eindrücken und Erlebnissen der letzten Tage, lassen wir den Abend in Chamonix bei einem guten Abendessen ausklingen. 


Nächste Woche geht es weiter, auf zu "niedrigeren" Zielen. Die Vordere Grauspitze in Liechtenstein steht als sechster Berg auf der Liste.