Outdoor against Cancer und Sport Schuster


Menschen mit Krebs brauchen viel Bewegung. Oftmals ist es ihnen aber, aufgrund der aktuellen Leistungsfähigkeit nicht möglich, bei regulären Sportprogrammen teilzunehmen. Oder sie brauchen Hilfe beim Einstieg in regelmäßige sportliche Aktivität. Das war 2015 die Grundidee von Outdoor against Cancer (OaC)-Gründerin Petra Thaller, die zu dieser Zeit selbst mitten in ihrer Krebsbehandlung steckte. Schon immer sehr sportlich, spürte sie die positive Wirkung von Bewegung auf ihren Körper. Sie ging weiterhin Skitouren mit Freunden und lief weiterhin ihre Runden mit der Tochter. ‚Das sollten alle spüren‘, dachte sie sich, nicht ahnend, was aus dieser Idee zwei Jahre später wird.


Ozeanien 2014

Petra hatte lange und sehr hart dafür trainiert. Topfit brach sie im Oktober 2014 nach Papua-Neuguinea auf, Plan: Die Besteigung der 4.884 m hohen Carstenz Pyramide, dem höchsten Gipfel Ozeaniens. Schon in den ersten Tagen dort, merkte sie: Irgendwas war anders. Erschöpfungsgefühle, Ekel vor dem Essen, Appetitlosigkeit und ständiges Frieren. Wo war die ganze antrainierte Kondition? Dennoch, der ersehnte Gipfel wurde bestiegen. Danach sollte es noch auf den zweithöchsten Berg, den Naga Pulu gehen. Hier führte der Abstieg sie über den einzigen Gletscher Ozeaniens und Petra brach in eine Spalte ein, nicht tief, sie steckte bis zur Hüfte drin. Eigentlich kein Problem, doch sie kam fast nicht mehr raus und spürte das erste Mal eine völlige Kraftlosigkeit in sich. Beim Rückweg vom Basislager zum Ausgangsort Ilaga (2.500 m) mussten einige, in der Nacht durch starke Niederschläge angeschwollene Flüsse überquert werden. Petra rutschte bei einem Sprung aus und prellte sich die Brust. Nach ihrer Rückkehr ging sie wegen der anhaltenden Schwellung zu diversen Untersuchungen und im Januar 2015 kam die Diagnose: Brustkrebs.

1. Petra, noch guter Dinge, im Basecamp der Carstensz-Pyramide. Foto: Archiv Thaller 2. Das widrige Gelände kostet Kraft. Foto: Hajo Netzer



Die Idee

Im Februar 2015 ging Petra mit Andreas, einem guten Freund, mehrere Skitouren. Sie merkten, wie gut ihr die Bewegung tat und irgendwann meinte er, so etwas sollte man für alle Krebspatienten anbieten. Nur laut gedacht, aber ab diesem Moment stand die Idee im Raum.
Im März 2015 begann die Behandlung. Währenddessen trieb sie weiterhin viel Sport, vor allem draußen. Skitouren, Laufen und Radeln, mit Andreas und ihren beiden Kindern. Sie spürte die unglaublich unterstützende Wirkung und die Idee, dies auch für andere zu bieten verfestigte sich. Sie entwickelte einen ersten Plan für ein multifunktionelles kostenloses Training und auf der OUTDOOR 2015 ging das Projekt Outdoor against Cancer (OaC) an den Start.

Nie den Humor verlieren. Petra während ihrer Behandlung. Foto: Sara Thaller
Nie den Humor verlieren. Petra während ihrer Behandlung. Foto: Sara Thaller


Die Entwicklung


Am 3. Dezember 2015 fand die erste Stunde ihres Aktivprogramms statt. Interesse gab's von Anfang an, bald war es sogar sehr rege und die Kurse waren gut besucht. Schon bald so gut, dass Petra sehr froh war als im Mai 2016 Monika Renner als Trainerin mit einstieg (Trainer B und Pilates).
Im Juni 2016 entwickelten sich erste Gespräche mit der TU München, wie das Ganze ausgebaut werden könnte und am 23. Dezember 2016 flatterte eine E-mail rein. Yves le Lostecque, Head of Sport Unit bei der Europäischen Kommission in Brüssel schrieb ihr, sie solle doch am SPORT Infoday 2017 teilnehmen, dort hätte sie die Möglichkeit, andere Länder für Ihr Projekt zu begeistern und Partnerschaften aufzubauen.

1. Auch während der Behandlung immer fleißig auf Tour. Foto: Andreas Ried 2. Der erste Kurs. Die Teilnehmerzahl stieg schnell an. Foto: Sara Thaller

Petra fliegt nach Brüssel und findet in Schweden, Italien und Zypern drei Länder, die sich für ihre Idee begeistern lassen. Dann, auf der ISPO 2017, klinkt sich auch noch Österreich mit ein. Die fünf Länder bilden jetzt eine sogenannte Collaborative-Partnership und haben sich gemeinsam für eine ERASMUS+ Förderung zur gemeinsamen Entwicklung von OaC in allen teilnehmenden Ländern beworben.


OaC im Sporthaus Schuster


Es gibt Ideen und Projekte, die findet man einfach gut. So ging es uns auch, als Petra Thaller mit der Vorstellung ihres „Babys“ auf uns zukam. Wir werden zukünftig bei uns im Haus Produkte namhafter Hersteller im OaC-Design anbieten. Aktuell die tollen Edelstahl Flaschen von Klean Kanteen und Kopfbedeckungen der Firma Buff. Von jedem verkauften Teil geht ein Spendenbeitrag an OaC.
Außerdem werden wir Euch natürlich über alles, was sich weiterhin so tut, in unserem Blog auf dem Laufenden halten. Es verspricht noch spannend zu werden.

Wir freuen uns über die Kooperation und sind sehr gespannt, was die Zukunft noch bringt!


OaC Artikel im Sporthaus