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    Patagonia und das blaue Herz

    Die Vjosa ist der letzte große, wilde Fluss in Europa - außerhalb Russlands. Völlig ungehindert fließt sie vom Quellgebiet im Pindosgebirge in Griechenland bis nach Albanien. Nirgends sonst lässt sich noch eine derartige Biodiversität und die Funktionsweise eines so dynamischen und natürlichen Flusssystems erforschen und studieren. In seiner wilden Form ist der Fluss Lebensraum einer einzigartigen Flora und Fauna, Hochwasserschutz und Wasserfilter für eine ganze Region. Doch dieses ursprüngliche Stück Natur ist nun gefährdet - und so geht es vielen Flüssen auf dem Balkan, dem blauen Herzen Europas.
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    Wasserfälle über Fojnica, Bosnien und Herzegowina


    DAS PROBLEM

    Zwei Wasserkraftwerke sind hier geplant. In ihrer Form völlig ungeeignet für einen Fluss wie die Vjosa, würden sie deren natürlichen Lauf zerstören. Grundwasserressourcen würden sich verschlechtern, toxische Algenblüten könnten sich durch die Überschwemmung landwirtschaftlicher Flächen entwickeln und charakteristische Lebensräume und Arten wären stark gefährdet.
    Die Bewohner in dem betroffenen Gebiet würden ihren Lebensunterhalt verlieren, da Felder und Weiden im geplanten Stausee versinken.

    Zu all dem kommt, dass die Dämme über keinerlei Nachhaltigkeit verfügen. Die Energieproduktion würde sich in den kommenden 30 Jahren wieder massiv reduzieren, da sich das Staubecken schnell mit den Unmengen an Sedimenten füllt, die der Fluss transportiert.
    Und das sind nur zwei Staudämme. Zwei, von insgesamt 2.798 geplanten Dämmen auf der Balkan Halbinsel!

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    Mratinje Damm am Piva-See, Montenegro

    DAS ZIEL
    Während der letzten zwei Jahre hat Patagonia eine Gruppierung namens Save The Blue Heart Of Europe in ihren großen Bemühungen unterstützt, die Balkan-Halbinsel vor dem Bau neuer Dämme zu bewahren. Diese Aktivisten stellen sich einer massiven Herausforderung!

    Durch finanzielle Zuschüsse und kommunikative Unterstützung hilft Patagonia diesen couragierten Aktivisten die Geschichte dieses schützenswerten Lebensraumes zu erzählen und auf die Schäden, die durch Dämme entstehen, aufmerksam zu machen.
    Umso mehr Menschen in den Schutz dieser wilden Flüsse involviert werden desto besser!

    Der Trailer zum großen Projekt.

    HILFE DURCH DIE WISSENSCHAFT
    Dr. Fritz Schiemer von der Universität Wien hat sich die Rettung dieses einzigartigen Ökosystems auf die Fahne geschrieben. Seit 35 Jahren ist die Ökologie und Wiederherstellung großer Flusssysteme sein Fachgebiet. Unterstützt wird er bei diesem Vorhaben ebenfalls von Patagonia.

    Die große Forschungswoche
    Um einen soliden Hintergrund für fundierte Entscheidungen zu schaffen und wissenschaftliches Know-How bei ortsansässigen Institutionen zu entwickeln, startete er gemeinsam mit seinem Kollegen Aleko Miho von der Universität Tirana ein großes Forschungsprojekt in Albanien. In der letzten Aprilwoche 2017 trafen sich ca. 30 Wissenschaftler aus Albanien, Österreich, Deutschland und Slowenien, um diesen außergewöhnlichen Fluss zu studieren. Entdecker auf einem besonderen Abenteuer. Auf der Suche nach neuen Erkenntnissen über große Flusssysteme und deren Funktionen und auf der Suche nach neuen Arten. Arten, die in den gestauten und begradigten Flüssen im restlichen Europa längst ausgestorben sind.

    Alle teilnehmenden Experten, die schon viele Flüsse gesehen haben, waren fasziniert von der enormen Habitatvielfalt - Hauptflusskanal, Seitenarme, Altarme, Tümpel, Kieselstangen, Inseln, felsige Teile, Sümpfe, Quellen - der Reichtum einer charakteristischen Fauna und Flora. Jeder Tag brachte neue Entdeckungen, die abends mit den anderen geteilt und gefeiert wurden.

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    Wasserfälle in Una, Bosnien und Herzegowina


    Die Erkenntnisse

    Neben dem Problem mit dem Sedimenttransport, der die Leistung der Kraftwerke verringert, zeigte sich, dass genau dieser im natürlichen Umfeld ein Mosaik von Lebensraumtypen generiert. Das Wasserkraftwerk würde auf lange Sicht im Wesentlichen unwirksam.
    Außerdem erwies die Bewertung der Lebensräume und ihrer Vegetation, dass einige dieser Gebiete nach EU-Richtlinien gefährdet sind. Sie sind in hohem Maße von der Erhaltung des Flusses abhängig.

    Der enorme biologische Reichtum der Flussauen wurde durch eine Untersuchung von wirbellosen Wassertieren und Fischen belegt. Einst weit verbreitete Arten von Eintagsfliegen, Stein- und Köcherfliegen, die heute in allen regulierten Flüssen Mitteleuropas praktisch ausgestorben sind, sind hier noch sehr zahlreich. Zusätzlich wurden über 25 Fischarten registriert.
      
    Auch die Landfauna zeigt den ökologischen Wert des Gebiets sehr deutlich auf. Die hohe Biodiversität und Populationsdichte von Grashüpfern und Käfern, die in Mitteleuropa bereits selten und gefährdet sind, weisen auf die ausgezeichneten Lebensbedingungen der Uferhabitate hin.

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    Damm-Baustelle in Kalivac, Fluss Vjosa, Albanien

    Einige der teilnehmenden Experten waren von der Vielfalt und Einzigartigkeit der Lebensräume so begeistert, dass sie kaum davon überzeugt werden konnten, ihre Feldforschungen zu beenden und an den abendlichen Treffen teilzunehmen. In nur einer Woche wurden so viele Daten gesammelt, so viele Insekten und Fische gefangen, dass es viele Monate dauerte um alles auszuwerten

    IHR INTERESSIERT EUCH FÜR THE BLUE HEART OF EUROPE?

    Patagonia hat eine große Website mit allen aktuellen Informationen veröffentlicht.
    Dort könnt Ihr auch eine Petition unterschreiben, die internationale Banken dazu auffordert, nicht weiter in die Zerstörung der letzten Wildflüsse Europas zu investieren.
    >> HIER MEHR ERFAHREN

    Alle Fotos: ©Raymond Burr

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