Radl `n Roll in Südostasien

Karsta ist Expertin in unserer Running-Abteilung. Im letzten Urlaub tauschte sie allerdings ihre Laufschuhe gegen ein anderes Fortbewegungsmittel ein. Knapp sieben Wochen werden sie zu zweit von Bangkok aus durch Thailand und Malaysia bis nach Singapur reisen, als Hauptverkehrsmittel: Falträder.

Kurz vor Weihnachten ist es soweit, die Falträder sind startklar im Koffer verstaut, eine Reise ohne genauePlanung, aber dafür mit vielen Überraschungen und eindrucksvollen Erlebnissen liegt vor uns.
Wir werden mit leichtem Gepäck unterwegs sein. Neben einer kleinen Auswahl an Wechselkleidung, Waschtasche, Regenjacke und Flipflops ist noch Platz für ein paar Ersatzteile fürs Fahrrad in unseren kleinen Ortlieb Packtaschen.
Ein gutes Gefühl macht sich breit - es geht los!

Unsere erste Station in Bangkok erreichen wir vormittags mit dem Flugzeug und freuen uns viel zu sehr auf das Bevorstehende, um müde zu sein. Wir besuchen erstmal die Märkte auf denen Einheimische ihre Besorgungen erledigen, geniessen die Skyline von Bangkok und nehmen einen Imbiss an einer der Garküchen der Umgebung . Bereits am ersten Tag in Thailands Hauptstadt wird klar, das der Linksverkehr in Asien nicht die größte Herausforderung darstellt. Wir gewöhnen uns recht schnell daran und sind auch ganz froh über den Sonnenschein und das warme Wetter, welches uns ab jetzt erwartet.
Der Vorteil eines faltbaren Fahrrads wird auch schnell klar, als wir die erste Etappe hinaus aus der Metropole mit dem Zug zurücklegen.

Danach geht es mit dem Rad an Thailands Ostküste auf der Royal Coast Road entlang und vorbei an unzähligen kleinen Dörfern. Weihnachten am Strand und Heiligabend bei 30 Grad sind schon mal was anderes. Nach einigen Tagen fahren wir mit der Fähre vom Festland auf die nahegelegene Insel Koh Tao. Silvester soll zu einem besonderen Erlebnis werden, eine Beachparty erwartet uns ganz in der Nähe unseres Bungalows. Ähnlich touristisch, aber ebenso sehenswert empfinden wir Koh Phangan. Es ist es die zweite Insel, welche wir im Golf von Thailand besuchen. Hier kann man auch das Rad mal sehen lassen und neben zahlreichen Bars und Restaurants auch den beliebten Full Moon Beach per pedes erreichen.

Von der Ost- zur Westküste gehts diesmal mit dem Bus. Die Strecke ist sehr hügelig und die Region wenig besiedlet. Unten im Gepäckfach können die Falträder kostenlos transportiert werden. Unser Ziel ist Krabi, Hauptstadt der gleichnamigen Region. Wir steigen wieder aufs Rad, doch nach einer Reifenpanne führt uns der erste Weg zu einem kleinen Fahrradgeschäft. Hier verkauft uns der Inhaber ohne Englischkenntnisse aber mit großer Hilfsbereitschaft einen neuen Mantel fürs Hinterrad. Die 18 Zoll unserer Reifen, erweisen sich in Asien nicht als gängige Größe und so wird uns in diesem Urlaub die Suche nach entsprechenden Ersatzteilen erschwert.


Die Westküste des Landes liegt an der Andamanensee und Richtung Süden laden unzählige Inseln zum Erkunden ein. So entschliessen wir uns einige davon zu besuchen und starten mit Koh Jam, wo unsere Bambushütte direkt am Strand liegt und statt einer schicken Hotellobby eine Reggaebar die Gäste empfängt.
Neben traumhaften Stränden und glasklarem Wasser, zum Bespiel auf Koh Kradan, gibts auf Thailands Inseln auch Trails durch große Dschungelgebiete. Dort ist durch die hohe Luftfeuchtigkeit und immer wiederkehrenden Regen die Landschaft sehr grün und üppig bewachsen. Allerdings braucht es hier manchmal auch Einfallsreichtum und Ausdauer um die Hindernisse der wenig begangenen Pfade zu überwinden. So kehren wir einmal unerwartet erst länger nach Einbruch der Dunkelheit aus dem Inneren der Insel Koh Muk zurück, ohne Moskitospray und mitgeführtes Wasser nicht denkbar. Eine Taschenlampe sollte unbedingt bei solchen Ausflügen dabei sein, wir haben sie schmerzlich vermisst. Ein aufregender Trip war es allemal, ein Abenteuer, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Per Katamaran, Longtailboot oder Autofähre kommen wir mit dem zusammengeklappten Fahrrad jeden Tag an einem neuen Hafen an, erkunden die Umgebung entscheiden uns dann für eine Unterkunft. Das lässt uns die Freiheit so lange zu bleiben wie wir möchten und ermöglicht auch vor Ort nach eigenem Geschmack auszusuchen. Obwohl wir in der Hauptsaison unterwegs sind findet sich immer eine Übernachtungsmöglichkeit zu günstigem Preis.

Nach unserem Inselhopping freuen wir uns nun Richtung Malaysia auch mal längere Strecken mit bis zu 97 km am Tag mit dem Fahrrad zurückzulegen. Bei hohen Temperaturen und sehr viel Sonne nicht nur eine Bewährungsprobe für die Falträder, Sonnenschutz ist unverzichtbar und ein Shirt, welches die Schultern bedeckt wird Pflicht. Was uns neben dem Spaß am Radeln antreibt sind die tollen Erlebnisse mit den Menschen, welche uns herzlich empfangen und fröhlich winken, oder mit dem Auto hupen, wenn wir vorbeifahren.

Nach Malaysia reisen wir über den Bundesstaat Penang ein, dessen gleichnamige Insel für viele Touristen ein lohnendes Ziel ist. Der Kolonialstil sowie zahlreiche Moscheen und Tempel laden Besucher ein die Altstadt Georgetown, welche UNESCO Weltkulturerbe ist, zu bestaunen.

Tolle Radstrecken und Landschaften, wenige Touristen, dafür wilde Affen und Rinder die unseren Weg kreuzen erwarten uns in den nächsten Tagen auf dem Weg Richtung Süden.
Die Kultur Malaysias ist von stark von chinesischen und indischen Einflüssen geprägt und beeindruckt uns in den kleinen Städten mit bunten Farben, aufwendiger Architektur kleiner Tempel, großen Märkten und vielfältigem Essen.
Unser Weg führt uns nun nach Kuala Lumpur. Die Hauptstadt ist super mit dem Rad zu erkunden und viele Sehenswürdigkeiten laden ein eine Nacht länger zu bleiben. Die Heli-Lounge, eine Bar die abends zum Leben erwacht, wenn der eigentliche Hubschrauberlandeplatz schliesst, ermöglicht einen Rundblick über die Stadt und eine beeindruckende Skyline, eine tolle Atmosphäre und für uns ein schöner Abschied aus der Stadt.

Die Gastfreundschaft in Thailand wie auch in Malaysia und das grosse Interesse an uns und unserer Radreise erstaunen uns immer aufs Neue. So kann uns auch ein Tag mit Dauerregen und 80 km auf dem Rad nichts anhaben. Was fehlt ist ein regendichter Überzug für unseren 10 Liter Bike-Rucksack. So ist alles was wir nicht in den regendichten Packtaschen verstauen können durchnässt.
Belohnt werden wir für unsere Ausdauer allemal, denn den bereits am nächsten Tag gehts wieder durch grüne Landschaften und vorbei an endlosen Reisfeldern.

Am 27. Januar ist die Nacht der chinesischen Jahreswende und wir haben das Glück Feuerwerk und Feierlichkeiten mitzuerleben und damit verabschieden wir uns auch schon Richtung Singapur. In Jahor, der letzten malaysische Stadt an der Grenze verbringen wir noch zwei Nächte, putzen und pflegen unser Rad noch einmal richtig und fahren dann neben all den Autos und Motorrädern über die Grenze nach Singapur.
Nach 1730 Fahrrad-Km haben wir unser Ziel erreicht und rollen glücklich und stolz in die Eingangshalle unseres Hotels, dem Royal Plaza on Scotts.


Was uns zum Abschluss unserer Reise erwartet ist sehr beindruckend und die Stadt mit ca. 5 Millionen wahnsinnig groß und vielfältig. Von schicken Luxushotels und Shoppingmalls über einen großen botanischen Garten und viele kleine Strassenkaffees mit angenehmer Atmosphäre wird alles geboten.
So geniessen wir die letzten Tage und bestaunen noch einmal die Stadt von der längsten Skybrigde der Welt aus, sie ist im 50. Stock des Pinnacle Gebäudekomplexes. Am Tag unser Heimfluges haben wir noch das Glück von sehr netten Angestellten eines Fahrradgeschäftes am Abend zum Essen eingeladen und anschliessend zum Flughafen gefahren zu werden.

So bleibt uns die großartige Erfahrung mit vielen Erinnerungen
und die Vorfreude auf den nächsten Radl-Trip.