Road Runner – Das Must-Have unter den Laufschuhen!

Die Kategorie „Road“ ist sozusagen das Fundament unserer Laufschuhabteilung: Die richtige Wahl für Asphalt- und Vielläufer. Wir haben mit unserem Experten Dominik Waldleitner darüber gesprochen, was das Modell für den harten Untergrund zu leisten hat, wie viel Dämpfung man braucht – und wie angenehm es ist, wenn alles immer leichter wird.


Die meisten Münchner laufen wohl großteils aus Asphalt. Ist das auch die Schuhkategorie, die besonders gefragt ist?


Ja, natürlich. Der Road-Schuh ist bei uns sozusagen der Basis-Schuh, den eigentlich jeder Läufer besitzt. Road steht nicht nur für Straße, sondern generell für festen, harten Untergrund – das können auch ausgetrocknete Wege sein. Das Road-Modell ist sozusagen die Jeans unter den Laufschuhen...


Was muss der Schuh denn können?


Wie es so ist mit einem Basismodell: Es gibt zig Varianten für zig Typen. Grundsätzlich geht es aber darum, den Aufprall auf dem harten Asphalt gut abzufedern.


Bedeutet also viel Asphalt auch viel Dämpfung?


Jein. Das traditionelle Bild des Laufschuhs mit Dämpfung müssen wir ablegen. Die Annahme, dass ein Schuh zu stützen, führen und abzufedern hat, ist überholt. Die stark gedämpften Schuhe von einst, die klobig aussehen und genauso klobig am Fuß sitzen, braucht man auch nicht für den Teerboden.


Wieso brauche ich das nicht, wenn doch das drei- bis vierfache des Körpergewichts mit jedem Schritt auf den Boden prallt?


Dämpfung ist durchaus ein wichtiger Aspekt, aber eben nicht mehr in der Dimension. Das eigentliche Problem: Die klassischen Laufschuhe hatten unter anderem durch die Dämpfungselemente eine recht hohe Sprengung von bis zu 13 mm – darunter versteht man die Höhendifferenz zwischen Vorfuß und Ferse. Heute geht die Tendenz klar zu einer reduzierteren Sprengung.


Und gleichzeitig bieten die Schuhe eine gute Dämpfung?


Ja, das ist die Entwicklung durch die Bank bei allen guten Laufschuhmarken. Die Road-Schuhe haben deutlich abgespeckt – auch in Sachen Gewicht – und bieten dabei viel mehr Laufspaß. Gleichzeitig steckt so viel an Technologie drin.


Welche denn zum Beispiel?


Jede Marke hat hier ihre Entwicklung. Die zentrale Dämpfungsschicht ist in der Zwischensohle integriert. Asics hat jetzt zum Beispiel zwei unterschiedliche Schichten in der Mittelsohle ihres Gel-Kayano – ein legendärer Schuh, der in diesem Jahr 20 Jahre alt wird. Man kann sich vorstellen, wie in den Jahrzehnten an den Konstruktionen gefeilt wurde.


Mit der Boost-Technologie hat adidas letztes Jahr eine wirklich spannende Entwicklung präsentiert. Hier besteht die Mittelsohle aus einem speziellen Schaum. Für die Techniker: aus expandiertem thermoplastischen Polyurethan, das von BASF entwickelt wurde. So funktioniert’s: In den ovalen Schaumperlen stecken winzige, geschlossene Gasblasen, die das System extrem elastisch machen. Und die Luftzellen sorgen auch für einen hohen Rückpralleffekt. So dämpft der Schaum und springt dann in seine Urform zurück – und diese Energie kann der Läufer mitnehmen.


Und New Balance setzen wiederum auf ihre so genannte „Fresh Foam“ Zwischensohle, die mit Hilfe eines 3D-Druckers aus nur einem Stück geformt wird. Sie besteht aus lauter kleinen Sechsecken, die so angeordnet sind, dass sie beim Abtritt einen Schub geben. Ein gutes Beispiel für die neuen Konstruktionen, die angenehm abfedern ohne dabei klobig und massiv zu sein – und ohne ins Gewicht zu fallen. Das Herrenmodell 980 GW wiegt gerade einmal 250 g und der 980 PW für Frauen bringt nur knapp 200 g auf die Waage.


Reicht es denn, wenn ich nur einen Road-Schuh besitze oder müssen es mehrere sein?


Jeder Läufer weiß: Zwei Paar Laufschuhe sind ein Muss. Und das ist das Minimum – auch wenn ich wirklich primär und viel auf Asphalt laufe. Die Vorstellung, man brauche nur ein Modell für den jeweiligen Untergrund stimmt nicht. Es geht hier darum, den Fuß und damit im Grunde den ganzen Körper immer wieder unterschiedlich zu fordern. Abwechslung ist immens wichtig. Das heißt also auch, dass ich nicht mehrere identische Modelle zu Hause habe, sondern unterschiedliche Varianten – auch wenn sie alle in die Kategorie ‚Road-Schuh’ fallen.


Du betonst generell den Gedanken der Abwechslung immer wieder. Warum liegt Dir das Thema so am Herzen?


Weil es gesünder ist – und gleichzeitig so viel mehr Spaß bringt. Ich bin leidenschaftlicher Läufer und finde, dass das Laufen oft noch stark reduziert wird. Man läuft nur um abzunehmen, Laufen ist langweilig und monoton... Ein Umdenken ist schon zu spüren und das freut mich sehr. Das sollte man einfach pushen. Und da ist es wichtig zu betonen, wie vielseitig der Sport ist, dass man Abwechslung reinbringen kann und soll – und dass das gleichzeitig den Körper optimal fördert und gesund hält.