Das Gute so nah - Ein herbstlicher Ausflug zum Roß- und Buchstein


Sabrina ist bei uns in der Alpinbekleidung "zuhause". Da macht Ihr so schnell niemand was vor! Und in der Freizeit? Da kommt die beruflich angepriesene Ware im ebenfalls alpinen Gelände ordentlich zum Einsatz. Ab in die nahen Berge und rauf! So wurde einer der letzten schönen Herbsttage noch zum ausgiebigen Klettern in heimatlichen Gefilden genutzt.


Es gilt einen der voraussichtlich letzten warmen Tage des Herbstes zu nutzen. Was also tun, will man unter den gegebenen Vorzeichen, noch einmal möglichst viele geschätzte Freizeitaktivitäten, in den wenigen zur Verfügung stehenden Sonnenstunden unterbringen!? Nun, man einigt sich auf die zwei aktuell passendsten und verbindet diese. - In unserem Fall in Form eines Mountainbike-Zustiegs zum herrlich sonnigen Kletterfels, genauer gesagt zum Roß- und Buchstein. Wohlgemerkt ganz „by fair means“ - nix eBike, wobei mit dem ganzen Kletterzeug auf dem Rücken bei der ein oder anderen Steigung später noch ein gewisser Umdenkprozess einsetzen soll...

Nun ja, wir sind natürlich nicht die Einzigen die bei diesem Traumwetter solche oder ähnliche Pläne schmieden, so dass wir gerade noch einen der letzten umkämpften Parkplätze bei der Winterstube ergattern. Von hier aus geht es über Forstwege mal gemächlich, mal steiler ansteigend, in ca. 50 min zum Bikedepot unterhalb der Sonnbergalm. Über einen schönen Steig, noch Menschenleer, immer die begehrten Südwände im Blick, reihen wir uns kurzzeitig in die Pilgerscharen zur Tegernseer Hütte ein. Zugegeben man genießt selten einen fantastischeren Rundblick zu Weißbier und Jausen, jedoch gilt es vorher erst noch was zu leisten. Wir biegen beizeiten rechts durch die Latschen ab und stehen wenige Minuten später vor der imposanten Felsgestalt der Roßsteinnadel.


Da wir die Südwestkante, die Südwand und die Südostkante an der Nadel schon kennen und gerne was Neues klettern wollen, gehen wir noch die paar Meter weiter zur Roßstein Südwand. Klettergurte und Schuhe an, dann klettern wir uns im linken Teil mit zwei sehr schönen, langen Routen ein. Ein ausgesprochenes Ziel für den Tag haben wir nicht, auch wenn „Der Kleine Prinz“ immer mal wieder Erwähnung fand. Jedoch lässt einen der Blick in die Buchstein Südwand an der Sinnhaftigkeit eines „Umzugs“ in Richtung der Besagten zweifeln. Diese gleicht einem Ameisenhaufen so viele Männer, Memmen, Sahnestückchen und Südwandschmankerlgenießer wuseln dort herum... Zumindest ist für Unterhaltung gesorgt – man kann Stürze direkt in den Stand und andere alpine Kabinettstückchen beobachten. Keine Sorge – es scheint auch danach allen Darstellern gut zu gehen.

Bei all dem vergessen wir fast, dass wir ja selber eigentlich zum Klettern gekommen sind. Es dauert auch nicht lange bis wir uns auf die "Drei Sterne - Touren" in unserer unmittelbaren Umgebung besinnen, genügt dazu doch ein Blick nach oben – DIE bestechendste Kante an der Nadel wollen wir versuchen – genannt Langhammer. Und der Name ist Programm, eine fast 40 Meter lange konstant überhängende, in den Schwierigkeiten sich kontinuierlich steigernde erste Hammer-Seillänge. Wir sind uns einig, tatsächlich eine der besten Längen die wir seit Langem geklettert sind. Dies bestätigt wieder einmal, auch wenn die Zustiege oft etwas weiter und mühseliger sind, kann man tatsächlich auch in den Voralpen Weltklasse Fels genießen.


Die Tatsache, dass wir zu dritt unterwegs sind, lässt bei alldem etwas mehr Zeit verstreichen als die fortgeschrittene Jahreszeit uns an Sonne zugestehen möchte. So lassen wir es für heute gut sein und beschließen die wirklich letzten Sonnenstrahlen auf der idyllischen Tegernseer Hütte einzufangen. Um das zu erreichen bedarf es eines kleinen Sprints, welcher bei dem ein oder anderen uns entgegen kommenden Wanderer verständnislose Blicke verursacht.

Sei´s drum, zufrieden sitzen wir bei einem kühlen Weißbier und Kässpatzen in den letzten wärmenden Strahlen der untergehenden Sonne, lassen den Blick Richtung Karwendel, Großglockner und Co. schweifen und freuen uns über das Weiß, welches da in der Ferne schon Lust auf den baldigen Winter macht...