Osprey Tempest und Talon – die leichten (fast) Alleskönner im Test

Von Simone Ossiander

Wenn man auf der Suche nach einem neuen Rucksack ist, kommt man bei der Fülle der Auswahl fast ins Schwanken. Für jeden Einsatz kann man einen eigenen Rucksack finden, doch ich möchte euch heute einen bzw. zwei Allrounder – Rucksäcke vorstellen: den Tempest 30 (Damen) und Talon 33 (Herren) von Osprey.


Beide Modelle wurden von uns bei ganz verschiedenen Aktivitäten getestet und sowohl der Osprey Tempest 30 als auch der Talon 33 konnten in vielen Dingen überzeugen.


Ausstattung/Fakten:


Bereits beim Auspacken des Kartons fällt uns ein großer Vorteil der Osprey Rucksäcke auf: sie sind für ihre Größe super leicht. Der Tempest 30 wiegt 860g und der Talon 33 bringt knapp über 900g auf die Waage. Das ist für Rucksäcke dieser Größe wirklich ein ziemliches Leichtgewicht.
Optisch sind beide Rucksäcke sehr ansprechend. Das Design ist clean gehalten, er wirkt ruhig und „aufgeräumt“. Wir haben uns farblich für den Tempest 30 in schwarz und den Talon 33 in Ultramarine Blue entschieden. Beide Modelle gibt es in verschiedenen Farben zu kaufen, somit sollte jeder einen Rucksack finden, der ihm zusagt.

Danach fällt das erste Augenmerk auf das Tragesystem und die Rückenplatte. Osprey hat den Schaum in der Rückenplatte komplett in einer sogenannten Wabenkonstruktion aufgebaut, was natürlich dem Faktor Leichtigkeit sehr entgegen kommt. Aber wird der Rucksack auch angenehm am Rücken tragbar sein? Dazu später das Fazit.
Die Rückenlänge lässt sich bei beiden Rucksäcken mit wenigen und einfachen Handgriffen an die eigene Rückenlänge anpassen. Hierzu muss nur die Halterung der Schultergurte am Rücken per Klett gelöst und neu positioniert werden. Somit lässt sich die Rückenlänge optimal auf den Rücken abstimmen. Besonders für mich als sehr kleine Frau, ist das ein super Pluspunkt.
Die Hüftflossen sind angenehm breit und mit einer Mesh-Gitter-Konstruktion gepostert, welche die Flossen flexibel, leicht und atmungsaktiv macht. An beiden Seiten des Hüftgurtes sind große Reißverschlusstaschen angebracht, in denen sich Handy (auch große Smartphones!!), Taschentücher, Lippenpflege oder was auch immer unterbringen lässt.

Osprey Talon Rucksack
Osprey Talon Rucksack
1. Luftiger Rücken und verstellbare Schultergurte. 2. Die geräumigen Taschen an den breiten Hüftgurten bieten Raum für vieles.

Das Deckelfach des Rucksacks verfügt über eine von außen zugängliche Reißverschlußtasche und eine innenliegende Tasche aus Mesh-Material, in welcher eine Halterung für den Schlüssel angebracht ist. Beide Taschen sind sehr geräumig und bieten Platz für Sonnenbrille, Karte, Mütze, etc. Zudem gibt es noch eine Mesh-Tasche and der Rucksackvorderseite, die sich z.B. sehr gut dafür eignet die Jacke zu verstauen und schnell griffbereit zu haben. Leider ist sie nicht geeignet um den Kletterhelm am Rucksack zu befestigen, dafür ist sie etwas zu klein.

Osprey-Talon-Tempest-Rucksack
Osprey-Talon-Tempest-Rucksack
1. Der innere Bereich des Deckelfaches für alles kleine was man nicht ständig braucht. 2. Sofort greifbar! In die Fronttasche passt die Regenjacke bestens rein.

An beiden Seiten des Rucksacks befinden sich Mesh-Taschen für Getränkeflaschen oder zusammengeklappte Wanderstöcke. Mit Hilfe von schmalen Kompressionsriemen (die sowohl innerhalb als auch außerhalb der Taschen geführt werden können), kann man die Seitentaschen gut an den Inhalt anpassen.
Für die Wanderstöcke gibt es auch noch die so genannte Stow-on-the-Go™ Trekkingstock-Halterung. Das ist eine Schlaufe am Schultergurt in die man die Stöcke während des Laufens einhängen kann und somit schnell wieder griffbereit hat. Eine prinzipiell gute Idee und es funktioniert auch gut. Allerdings musste ich feststellen, dass es nicht ganz mein Fall ist. Ich meide gerne alles was am Rucksack baumelt und mag es lieber ordentlich verstaut.

Osprey-Talon-Tempest-Rucksack
Osprey-Talon-Tempest-Rucksack
1. Die Flasche findet seitlich Platz. 2. Das Stow-on-the-go™ System zur schnellen Befestigung der Wanderstöcke zwischendurch.

Über die beiden Eisaxtschlaufen lässt sich auch ein Eispickel am Rucksack befestigen. Was mir hier jedoch noch fehlt ist eine Befestigungsmöglichkeit für den Schaft des Pickels. Benutzt man die seitlich angebrachten Schlaufen über den Seitentaschen, dann verläuft der Eispickelschaft am Kopf vorbei. Alternativ habe ich den Schaft einfach mit der Schnalle für das Meshfach an der Vorderseite fixiert.
Was Osprey wirklich spitze gelöst hat ist das Trinkblasenfach. Dieses ist nicht wie normalerweise üblich im Rucksackinneren, sondern direkt hinter der Rückenpolsterung von außen zugänglich. Somit kann man auch bei voll beladenem Rucksack ganz einfach die Trinkblase befüllen, ohne den kompletten Rucksackinhalt auspacken zu müssen. Davon bin ich wirklich total begeistert.

Osprey-Talon-Tempest-Rucksack-Test
Innovativ und wirklich sinnvoll: Die Position der Trinkblase zwischen Rucksack und Rückenpolster.


Fazit nach den Touren:

Nachdem wir den Tempest 30 und den Talon 33 bei verschiedensten Aktivitäten getestet haben, fällt unser Urteil wirklich sehr gut aus. Der Rucksack lässt sich super an den Körper anpassen und sitzt stabil, sowohl beim Radfahren als auch beim Wandern und auf Klettersteigen. Auch wenn etwas mehr Gewicht (>10kg) im Rucksack ist, wie z.B. bei einer mehrtägigen Wanderung, sitzt er weiterhin gut und bequem. Die verschiedenen Taschen sind immer gut erreichbar und großzügig gestaltet (besonders gut sind die großen Taschen an den Hüftflossen). Lediglich auf Hochtour kommt der Rucksack an seine Grenzen (nach meinem Erachten), da Helm und Eispickel nicht optimal verstaut werden können. Ansonsten möchte ich den Osprey Rucksack nicht mehr missen, da er für einen Großteil der Aktivitäten wirklich super ist.