WM-Sprinterin Ruth Spelmeyer im Interview

Unsere Kollegin Lara war in London beim adidas Z.N.E. Pulse Launch-Event. Die neue Kollektion wurde von vielen namhaften adidas Athleten vorgestellt. Unter anderem von 400 Meter-Sprinterin Ruth Spelmeyer, die mit dem deutschen Staffelteam am darauffolgenden Wochenende einen tollen 6. Platz belegte. Lara hatte im Rahmen des Events Gelegenheit mit Ruth zu sprechen und nutzte dies gleich für ein Interview.

Hallo Ruth, schön dass Du etwas Zeit für uns hast. Du stehst jetzt hier, bist heute Nachmittag das WM-Halbfinale über 400 Meter gelaufen und hast sicherlich ein hartes Training hinter dir. Wie schaut denn so eine übliche Trainingswoche aus? Gibst du uns einen kurzen Einblick?
Gerne. Das kommt ein bisschen drauf an, wo man sich im Jahr befindet. Im Herbst und Winter machen wir sehr viele Trainingseinheiten, teilweise bis zu 9 in der Woche. Sonntag ist immer frei. Da muss man dementsprechend auch mal doppelt trainieren. Morgens die Einheit um 10:00 Uhr, dann nachmittags um 16:00 Uhr, zwischendurch schlafen, essen, einfach bisschen regenerieren. Es ist sehr wichtig, dass man immer genug Pausen einbaut und sich auch Zeit für sich nimmt. Und im Sommer kommen dann die Wettkämpfe am Wochenende.

Wow, das klingt nach einem straffen Zeitplan. Was ist denn dein schönster Moment bisher hier bei der WM gewesen?
Also bis jetzt war der schönste Moment nach meinem Halbfinale, als ich die Ziellinie überquert habe. Ich wusste ja schon, dass es auf jeden Fall schwierig wird ins Finale zu kommen. Dazu hätte ich mich schon selbst übertreffen müssen. Ich war aber sehr glücklich, dass ich es trotz einer schwierigen Saison bisher so gut gemeistert habe. Ich habe mich einfach gefreut, dass ich hier sein kann. Die Stimmung hier im Stadion mit den britischen Fans ist unglaublich! Schön, dass ich das alles aufsaugen und hier bei meiner ersten WM
an den Start gehen kann.

Was nimmst du aus der WM hier in London mit? Hast du eine spezielle Erfahrung gemacht, die dich weiter gebracht hat?
Ja, auf jeden Fall! Im letzten Jahr in Rio war ich im Vergleich sehr, sehr aufgeregt und ein bisschen überrumpelt von der großen Kulisse. Dieses Jahr war ich einfach ein bisschen routinierter und konnte das für mich nutzen. Diese Erfahrung zu machen und zu wissen, dass ich auch in einem Weltklasse Feld mitlaufen kann, dass ich das umsetzen kann, was ich mir im Training erarbeitet habe, macht mich stabil und sicher. Das lernt man tatsächlich mit den Jahren und auch mit den Wettkämpfen. Gerade bei solchen Großereignissen.

Ja, sehr schön. Wie hältst du dich nach der Hauptsaison fit. Machst du auch noch andere Sportarten?
Ehrlich gesagt mache ich in der Saisonpause erst mal meist zwei Wochen gar nichts. Also ich fahre schon in den Urlaub, mache auch oft Aktivurlaub und gehe mal wandern. Aber eigentlich habe ich in dieser Zeit kein wirkliches Bedürfnis Sport zu machen. Nach 2 Wochen fängt es langsam wieder an, dass ich sage, „so ein Dauerläufchen könnte ich schon mal wieder machen“. Ansonsten mag ich Yoga zum Beispiel auch sehr gerne. Aber es gibt keine spezielle Sportart, die ich außerhalb der Saison betreibe.

Also einfach, was dir gut tut.
Ja, genau. Einfach aktiv sein.

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Ruth bei ihrem Halbfinal-Lauf in London


Seit wann besteht denn eigentlich deine Partnerschaft mit adidas und welche Sachen trägst du ganz besonders gern, auch im Alltag?

Es sind mittlerweile ungefähr 4 Jahre, seit denen die Partnerschaft besteht und ich bin sehr, sehr zufrieden mit den Produkten und mit meiner Ausrüstung. adidas war schon vor der Partnerschaft mein absoluter Favorit. Gerade die neuen Teile aus der PULSE Kollektion sind einfach super bequem, sind funktional und sehen einfach auch total cool aus. Die Hoodies und Shirts zum Beispiel trage ich deshalb auch sehr gerne im Alltag und nicht nur beim Training. Die Bekleidung wird immer vielseitiger!

Was sind deine Ziele für die nächsten Jahre? Was würdest du dir wünschen und worauf trainierst Du hin?
Also das ganz große Ziel ist die Heim EM in Berlin nächstes Jahr. Da möchte ich gerne ins Finale kommen und wenn es geht auch ziemlich weit vorne mitlaufen. Das ist das nächste, was ich vor Augen habe, was meine Motivation ausmacht und wo ich drauf hinarbeite.

Allerdings würde ich, wenn ich mir ein Vorbild aussuchen würde eher Muhammad Ali nehmen.

Gab es für dich als Jugendliche ein Vorbild in der Leichtathletik?
Allyson Felix ist natürlich so eine Lichtgestalt im Frauensprint. Die war für mich eine ganz Große, als ich selbst noch ganz schön klein war und ehrfürchtig die Leichtathleten bestaunt habe. Sie ist auf jeden Fall jemand zu dem ich aufgeschaut habe. Allerdings würde ich, wenn ich mir ein Vorbild aussuche, eher Muhammad Ali nehmen. Ich weiß nicht woher das kommt, aber Boxfilme habe ich schon von klein auf geguckt. Er ist einfach so eine Ikone mit ganz viel Sport-Spirit.

Hast du Allyson Felix persönlich kennen gelernt in Rio?
Ja. Wir waren zwar nicht zusammen in einem Lauf, aber man läuft sich natürlich über den Weg. Es ist, als ob man sich plötzlich auf der gleichen Ebene befindet. Man bereitet sich vor, läuft die 400 Meter und im Endeffekt ist es egal, ob man gegen eine Weltmeisterin oder Olympiasiegerin läuft. Man teilt eine Leidenschaft.

Welches ist gefühlsmäßig das schönste Stadion in dem du je gelaufen bist?
Also vom Feeling her war das hier in London das Beste.

Besser als Rio?
Ja. Es war einfach noch mehr los. Ich hatte aber auch Glück, dass ich in meinem Halbfinale mit einer Britin gelaufen bin. Da ging‘s natürlich richtig ab. Der Wahnsinn! Als wir reingekommen sind - das war einfach unbeschreiblich. Diese Stimmung! Hier hat Leichtathletik einen so hohen Stellenwert und die Briten sind dermaßen sportverrückt. Das merkt man einfach. Das ist besonders schön.

Ruth, danke für das angenehme Gespräch und viel Erfolg bei Deinen kommenden Rennen!

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