Schlaft´s guad! – Biwakieren mit Mountain Equipment

Spontan los und irgendwo ein schönes Plätzchen suchen? Ganz so einfach ist es leider nicht. 

Endlich ist er da, der Sommer! Raus geht´s und dahin, wo es kühler ist. Zeit auch, die langen Tage und lauen Nächte zu genießen – darf es auch mal unter freiem Himmel sein? Was Sie dazu wissen müssen, haben wir bei Julia Bauer, Marketing-Expertin beim Outdoor-Profi Mountain Equipment, erfragt. Und ein paar lohnenswerte Plätze rund um München für die nächste Sommernacht gibt es gleich dazu.

1. Aufgewacht, aufgewacht. Was gibt es schöneres, als ein Stück Berg für sich allein zu haben? 2. Julia Bauer - Macht eigentlich Marketing...

Unverzichtbares

Unabdingbar für die entspannte Nachtruhe: der passende Schlafsack. Die Wahl fällt nicht leicht und die Frage nach dem „perfekten“ Schlafsack füllt ganze Bücher.

Für bayerische Outdoor-Bergnächte, von Frühjahr bis Herbst, empfiehlt uns Julia den Glacier 500. Der Daunenschlafsack bietet ein gutes Verhältnis von Wärme, Gewicht und Packmaß. Dazu schützt das Drilite® Außenmaterial mit seiner stark wasserabweisenden 1500er Wassersäule. Den minimalistischen Xero 300 (sehr kleines Packmaß, geringes Gewicht und dabei trotzdem schön warm) empfiehlt sie allen, die mit leichtem Gepäck unterwegs sind, und wenig frieren. Und wer einen universellen Allrounder sucht, der liegt mit dem Classic 300 richtig, wenn es weniger alpin zugeht.

Unverzichtbares Mitglied der Packliste - vor allem, wenn der Schlafsack kein wasserabweisendes Obermaterial hat - ist zudem ein Biwaksack (so bei Xero und Classic). Neben seiner generellen Notfallfunktion schützt er gegen Nässe, Wind und Schmutz. Denn Daune ist schon bei Taunässe empfindlich, weil Feuchtigkeit die Daune verklumpen lässt. Dadurch kann sie keine Luft mehr speichern und verliert ihre Wärmewirkung.

1. Der Frost bleibt draußen! Die Wärme drin! 2. Wer will bleibt einfach ganz oben...

Und untenrum? Ohne eine gute Isomatte kann es im besten Schlafsack kalt werden. Die beim Liegen plattgedrückte Füllung kann, wie bei Nässe, keine wärmende Luft mehr speichern. Für ein Biwak empfiehlt uns Julia dünne, leichte und unempfindliche Matten aus Evazoteschaum. Und wer Platz hat, kann zusätzlich eine selbstaufblasende PU-Schaummatte mitnehmen. Die sind zwar empfindlicher, sorgen aber in Kombination mit einer Isomatte für extra Komfort und weniger steife Glieder am nächsten Morgen...

 

Noch nicht genug? Ganz ausführlich gibt es alle Infos noch einmal hier.

Wie, wo, was?

Spontan los und irgendwo ein schönes Plätzchen suchen? Ganz so einfach ist es leider nicht. Darum gibt es hier einen kleinen Überblick über die rechtliche Situation in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz:

Offiziell wird Biwakieren als „das Kampieren ohne Zelt während eines kurzen, durch den Anlass gebotenen Zeitraum“ definiert. Zelten und Campen außerhalb von Campingplätzen ist bei uns in Deutschland nicht erlaubt, Biwakieren für eine Nacht wird in der Regel geduldet.

In Österreich wird geplantes Biwakieren wie Zelten behandelt. Die entsprechenden Regelungen sind sehr restriktiv und in jedem Bundesland separat geregelt. Was das (hoch)alpine (oberhalb der Baumgrenze) Biwakieren anbelangt, so ist es erlaubt - nicht nur im Notfall. Trotz allem lohnt es sich, Erkundigungen einzuholen: Die Alpenvereine bieten eine gute Informationsbasis.

Ein bisserl kompliziert ist es auch in der Schweiz; Die Regelungen variieren oft von Gemeinde zu Gemeinde. Moderates, alpines Biwakieren geht in Ordnung, achten sollte man neben den Schutzzonen speziell auf Militärübungsplätze, die sind logischerweise auch kein idealer Schlafplatz.

Keine gesetzlichen Regelungen gibt es in Italien, hier muss man sich lokal informieren. Biwakierverbote müssen ausgeschildert sein, alpines Biwakieren ist erlaubt.

Generell gilt, und das weltweit: Geplantes Biwakieren in Schutzgebieten ist tabu, dazu gehören auch National- und Naturparks. Und: Sollte man sein Nachtlager auf privatem Grundbesitz aufschlagen wollen, heißt es lieber nachfragen, um unnötigen Stress zu vermeiden. 

Fernblick

Die Liste ist lang... und individuell. Nicht jeder verrät gern seine wohlgehüteten Lieblingsplätze, hier aber ein paar sportliche, knackige Favoriten, die wir Ihnen dann doch nicht vorenthalten wollen:

1.	Für Ästheten mit starken Armen: Biwakplatz am Gederer Pfeiler in den Chiemgauer Alpen nahe der Kampenwand.
1. Für Ästheten mit starken Armen: Biwakplatz am Gederer Pfeiler in den Chiemgauer Alpen nahe der Kampenwand.
2. Für Profis mit Ausdauer: Watzmann Ostwand – kurz vorm Ausstieg, ca. 200m unterm Gipfel.
2. Für Profis mit Ausdauer: Watzmann Ostwand – kurz vorm Ausstieg, ca. 200m unterm Gipfel.
3.	Für Alpinisten mit Abenteuer-Neigung bei absolut stabilem Wetter: Über 50 Klettertouren führen auf das Totenkirchl im Wilden Kaiser, unterhalb des Gipfels warten auf einem Balkon grüne Pflanzenpolster. Eventuell muss man sich den Ausblick mit ein paar Gämsen teilen.
3. Für Alpinisten mit Abenteuer-Neigung bei absolut stabilem Wetter: Über 50 Klettertouren führen auf das Totenkirchl im Wilden Kaiser, unterhalb des Gipfels warten auf einem Balkon grüne Pflanzenpolster. Eventuell muss man sich den Ausblick mit ein paar Gämsen teilen.
4.	Für Weitblicker die es doch gern überdacht haben: Die Biwakschachtel Höllentalgrathütte auf dem Jubiläums-Grat zwischen Zug- und Alpspitze, die der bayerische Bergschuh-Hersteller Hanwag zu seinem 90. Firmengeburtstag der Alpenvereinssektion München gestiftet hat.
4. Für Weitblicker die es doch gern überdacht haben: Die Biwakschachtel Höllentalgrathütte auf dem Jubiläums-Grat zwischen Zug- und Alpspitze, die der bayerische Bergschuh-Hersteller Hanwag zu seinem 90. Firmengeburtstag der Alpenvereinssektion München gestiftet hat.

Fotos:

Bernd Ritschel

Jan Blazey

Joachim Stark

Mountain Elements (Danke auch für die Tipps!)