Outdoor (er)leben - 6 Traumplätze südlich von München


Wir sind hier im tiefsten Süden gesegnet, was Natur und schöne Orte angeht. Die Berge zum Wandern, die großen und kleinen Seen, die die letzte Eiszeit mit traumhaftem Wasser versorgt hat und die alljährlich nahezu Trinkwasserqualität vorweisen. Flüsse, wie die Isar, die sich selbst in München noch durch ihre natürlichen Auen schlängeln und nahe der Berge ein wahres Paradies für Naturfreunde bilden. Außerdem beginnen schon am Münchner Südrand mehrere hundert Quadratkilometer Wald. Perlacher Forst, Forstenrieder Park, Deisenhofener und Hofoldinger Forst. Draußen sein kann man so schnell! Abschalten, wohlfühlen. Urbanes Leben will und braucht erreichbare Natur. Wir möchten Euch hier 5 traumhafte Plätze mit viel Wasser und Natur für den perfekten Tag draußen vorstellen. Für kleine Alltagsfluchten und das große Outdoor(er)leben.

Walchensee

Fjordgefühle
Jochberg, Herzogstand, Benediktenwand und im Hintergrund die dramatische Szenerie der Karwendelkette. Willkommen am Walchensee. 190 m tief und einer der größten Seen der bayrischen Alpen. Die zu allen Seiten bergigen Ufer lassen echte Fjordgefühle aufkommen. Nicht zufällig durfte der See schon mehrmals (das letzte Mal für die Realverfilmung von "Wickie" durch Michael Bully Herbig) als Kulisse für nordische Szenen herhalten. Die Ufer sind weitgehend unverbaut und da die Wälder fast durchgehend bis ans Ufer reichen lassen sich rings um den See auch im Hochsommer schattige Plätze direkt am Wasser finden. Perfekt zum Picknicken, allerdings sollte der Grill zu Hause gelassen werden. Das versteht sich zum einen durch die immense Waldbrandgefahr eigentlich von selbst, wird aber auch bei nichtbeachten mit empfindlichen Strafen belangt. Mei, bleibt die Küche eben kalt. Ähnlich ist es bei der einzigen Insel im See, Sassau. Vom Boot aus anschauen ja, betreten ist ganzjährig verboten, da es sich hier um ein einzigartiges Natur- und Vogelschutzgebiet handelt. Aber es gibt ja sonst auch genug zu tun hier! Die umliegenden Berge rufen zum Wandern, der See lädt danach zum Baden ein, Paddler können hier mehrere Tage füllen und einfach nur herkommen und Natur genießen geht eigentlich immer.

Anfahrt: Über die A95 von München kommend, Ausfahrt "Murnau/Kochel". Von Kochel am See weiter zum Walchensee. Oder über das Isartal ab Lenggries über Jachenau (hier Mautstraße bis zum See).

Der Walchensee vom Jochberg aus, mit der Insel Sassau.
Der Walchensee vom Jochberg aus, mit der Insel Sassau.



Kirchsee und Ellbach-Moor

Klein Skandinavien neben Bad Tölz
Wohl eher der Geheimtipp unter den Plätzen hier. Der Kirchsee und das Kirchsee- und Ellbach-Moor bei Bad Tölz lassen bei jedem Nordland-Freund wehmütige Gefühle aufkommen. Das einzige, was einen nach Südbayern zurückholt, ist das Bergpanorama mit unübersehbarer Benediktenwand-Silhouette im Hintergrund. Krüppelige, mal dichter und mal lichter wachsende Moorwälder, windgepeitschte Heidelandschaften und viele, viele Birken. Der Kirchsee selbst hat klares, bernsteinfarbenes Wasser (außer bei starkem Badeverkehr, wenn es sehr aufgewühlt ist) und, bis auf ein kleines Eck, eine völlig naturbelassene Uferfläche, die an die ausgedehnten Moore grenzt. Vor allem, wenn man sich vom Kloster Reutberg in Richtung See aufmacht, findet man am Ufer im lichten Kiefernwald viele Nischen und gemütliche Plätze. Im Frühjahr und Herbst ein Platz zum Seele baumeln lassen, im Sommer ein erfrischender Badesee. Nur an schwülen, windstillen Tagen im Hochsommer zeigt der feuchte Uferboden was in ihm steckt: Da herrschen die Mücken!

Anfahrt: Von München auf der A8 kommend, die Autobahnausfahrt Holzkirchen runter und dann von Holzkirchen Richtung Bad Tölz. Kurz vor Sachsenkam zweigt es rechts ab zum Kloster Reutberg (übrigens: Klosterbraustüberl mit gemütlichem Biergarten und herzhaftem Essen). Entweder hier parken und durch das Moor auf gemütlichem Weg zum See laufen, oder ein Stück weiter fahren, links in Richtung Badeparkplatz (kostenpflichtig). 

1. Ein kleines, feines Hochmoor.



Wasserfall Jachenau



Uriger geht's kaum
Geparkt wird am Schützenhaus im Dorf Jachenau. Von dort einfach dem Schild "Wasserfall" folgen und in ca. einer Stunde, nach einer kleinen Wanderung durch schöne alpine Wälder und entlang der großen Laine erreicht man ihn. Eingebettet in einen kleinen Tobel rauscht der Wasserfall in eine klare Gumpe, die auch perfekt für eine kleine Erfrischung ist. Zumindest für Freunde kalter Gebirgsbäche. Direkt am Wasserfall und etwas weiter vorne, am Weg dahin findet man viele schöne Plätze und sogar ebene Wiesenabschnitte. Hier das Picknick und vielleicht sogar die Hängematte hintragen? Hierfür den Rucksack zu packen rentiert sich auf jeden Fall!  

Anfahrt: Von der A8 bis zur Ausfahrt Holzkirchen, dann weiter nach Bad Tölz, Lenggries. Dort in Richtung Jachenau abbiegen, dann bis zum Dorf Jachenau.

1. Ein Platz zum bleiben 2. Am letzten Wegabschnitt.


Siebenhütten und Wolfsschlucht



Erst Hüttenidylle, dann Wildnis
Südlich vom Tegernsee, bei Wildbad-Kreuth, lockt eine ganz besondere Ecke, sehr naturbelassen, wild und ursprünglich. Die Wolfsschlucht, das Tor zu den Blaubergen und auf dem Weg dorthin ein Brotzeit- und Kinderparadies: Siebenhütten. Eine Ansammlung von teils bewirtschafteten, urigen Hütten direkt am Bach. Entspannen, spielen und erfrischen, hier wird's auch dem Nachwuchs garantiert den ganzen Tag nicht langweilig! Hinter Siebenhütten wird der Weg schnell wilder und endet nach einer kleinen Wanderung (ca. 45 min) im wilden Talgrund der Wolfsschlucht. Zumindest für diejenigen, die nichts großes vorhaben und über einen alpinen Steig (kein Klettersteig! Teils ungesichert und sehr ausgesetzt.) den Grat zur langen Blaubergüberschreitung erreichen möchten. Unten in der Schlucht lässt es sich allerdings aushalten, ist auch im Sommer recht kühl und überall plätschert das Wasser daher. Die steilen Wände ringsum, die vielen zerbrochenen Äste, Felsbrocken und zerschundenen Baumstämme, zeigen allerdings auch recht deutlich, dass es sehr ungemütlich werden kann, wenn der Unvorsichtige sich bei Gewitter oder starkem Regen hier aufhält. Dann zeigt die Wolfsschlucht auch heute noch Zähne! 

Anfahrt: Über die A8 ab München, Ausfahrt Holzkirchen, dann weiter Richtung Tegernsee. Am Tegernsee vorbei Richtung Kreuth, Wildbad Kreuth. Wanderparkplatz vor dem alten Bad. Von dort aus den Schildern Richtung Siebenhütten / Wolfsschlucht folgen. 

1. Sehr urig: Siebenhütten 2. Ursprünglich und so nah: Die Wolfsschlucht


Sylvenstein-Speicher

Bayrisch-Kanada lässt grüßen
Spätestens nach dem Überqueren der großen Brücke nimmt ihm den Stausee eigentlich niemand mehr ab. Die Karwendelberge im Hintergrund, die großen Waldflächen am Ufer und der Blick in Richtung Isar-Zufluss, all das vermittelt doch Wildnis pur. Perfekt für einen Traumtag draußen! Bei einer gemütlichen Wanderung um den See (die doch einige Zeit in Anspruch nimmt!) findet sicher jeder seinen Platz zum durchatmen. Wer mehr möchte, kann problemlos tagesfüllende, knackige Touren auf die umliegenden Gipfel machen und danach seinen geschundenen, aber glücklichen Körper im See erfrischen. Am ostseitigen Zufluss des Walchen sei dem Naturfreund noch die kleine aber wildromantische Walchenklamm ans Herz gelegt. Hier erfrischt auch im heißesten Sommer noch die ein oder andere Gumpe. Picknick empfiehlt sich, Grillen darf man nur auf den vorgeschriebenen Feuerstellen am See bei Fall und die sind meist gut besucht. 

Anfahrt: Von der A8 bis zur Ausfahrt Holzkirchen, dann weiter nach Bad Tölz, Lenggries zum Sylvensteinspeicher.


1. Aufgestautes Paradies.


Eibsee

Kulisse pur
Türkises Wasser, weiße Sandbänke, viele kleine Inseln und wenn der Blick nach oben schweift, nichts als... Zugspitze! Genau. Nix Karibik, wir sind am Eibsee. Wohl mit der schönste Bergsee Bayerns, direkt im Schatten unseres höchsten Berges. Der sorgt übrigens auch dafür, dass der Eibsee erst spät im Jahr auftaut. Im Sommer aber, da kann diese blaue Perle trotz alpiner Lage bis auf über 20° Wassertemperatur erreichen. Das verdankt der See seinem unterirdischen Abfluss, durch den fließt nämlich nur das kalte Tiefenwasser ab und das Oberflächenwasser kann sich Stück für Stück erwärmen. Also auch für Frostbeulen Badevergnügen pur! Übrigens: Eine Bootstour auf dem See kann nur jedem ans Herz gelegt werden. Wer jetzt nicht sein Kanu mitbringt, beim Bootsverleih gibt es Ruder- und auch Tretboote.  

Anfahrt: Über die A95 München-Garmisch kommend bis Garmisch-Partenkirchen. Von dort aus weiter nach Grainau/Eibsee.

1. Der Eibsee in seiner ganzen Pracht: Wasser, Inseln, Wälder und im Hintergrund das Zugspitzmassiv.


Wir hoffen doch, dass hier auch ein kleines Paradies für Euch dabei ist. Wer die beschriebenen Ecken etwas genauer anschaut findet sicher auch sein ganz verstecktes. Zum immer wieder kommen!

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