Seven Summits der Alpen - Zugspitze

Zusammen wollen Maggy und Anja von You are an Adventure Story in diesem Jahr alle Seven Summits in Europa besteigen! Gleich als erstes haben die Beiden sich den höchsten Berg Deutschlands vorgenommen, die Zugspitze.

Da ist er, der erste von sieben Gipfeln!
Da ist er, der erste von sieben Gipfeln!

Dieses Bergjahr stellt uns wettertechnisch voll auf die Probe. Nachdem es bis weit in den Juni zu Schneefällen in niedrigen Höhenlagen kam, hat es nun im Alpenraum schon wieder bis auf 1700 Meter hinunter geschneit. Auch die Zugspitze ist mit einer ca. 10 Zentimeter dicken Schneeschicht bedeckt  – der Sommer liegt mal kurz auf Eis, leichtbekleidetes Wandern auf Deutschland’s höchsten Berg? Fehlanzeige. Wer warm und trocken einen Blick auf das goldene Gipfelkreuz möchte, kann mit einer der drei Seilbahnen bis knapp unter den Gipfel fahren. Für die, die Nässe und Kälte nicht scheuen: Hier ein paar Impressionen von unserer Besteigung. So in etwa dürfte es aktuell auch wieder dort aussehen.

Der Aufstieg über das Höllental ist einer der drei „Normalwege“ auf den Gipfel der Zugspitze und mit Klettersteigpassagen bis in den Schwierigkeitsgrad C und freier Kraxelei im I/II. Grad die technisch anspruchsvollste Route auf den höchsten Berg Deutschland’s. Nur wer den Jubiläumsgrat von der Alpspitze geklettert kommt, muss noch mehr „Hand anlegen“.

Wir starten in Hammersbach, einer kleinen Ortschaft nahe Garmisch-Partenkirchen unweit der Talstation der Alpsitzbahn. Hier beginnt der Aufstieg zur Höllentalklamm, deren Eingangshütte nach  2,7km leichter Wanderei und entspannten 300 Höhenmetern erreicht ist. Hier hat der Hammersbach sich tief durch einen Talschluss des Wettersteingebirges gegraben und ein beachtliches (und nasses!) Naturschauspiel hinterlassen. Es stürmt und regnet in der Klamm und wir werden einmal komplett nass. Zum Glück ist es ein warmer Tag und wir gehen stramm, es wird nicht kalt. Nach Passieren der ca. 1km langen Klamm und vielen weiteren Serpentinen auf nie schwierigen Bergwegen, erreichen wir die Höllentalangerhütte. Komplett renoviert hat die „neue Hölle“ dieses Jahr wieder ihre Pforten geöffnet, 2014/15 war die Hütte geschlossen und die Tour durch’s Höllental musste entweder an einem Tag bewältigt werden oder man biwakierte auf halbem Weg. Auf der neuen Hölle gibt es gutes Essen (hausgemachtes Birchermüsli im Thermo-Frühstück) und viel Platz – und ein sehr nettes Hüttenteam!

Hier im Tal auf  1000 Metern ist es noch wohlig warm und nur der morgendliche Blick hinauf dahin, wo wir den Gipfel vermuten, zeigt die Schneefelder und lässt die Temperaturen in den oberen Lagen erahnen. Wir haben genug Isolationskleidung dabei und machen uns um kurz nach 6 auf den Weg. Der erste Anstieg und „Leiter und Brett“, zwei von zahlreichen Fotos bekannte Elemente im ersten leichteren Teil des Klettersteiges, sind komplett schneefrei. Doch schon bald hat uns der Winter wieder und schon deutlich vor dem Höllentalferner sind zahlreiche Schneefelder zu queren. 

Der Ferner selber, einer der drei Zugspitzgletscher, der auf diesem Weg zu bewältigen ist, lässt sich aufgrund des vielen Schnees sehr gut begehen. Es sind fast keine Spalten vorhanden – oder wenn, dann sehen wir sie nicht. Auch die im Spätsommer oft sehr schwer passierbare Randkluft, der Übergang vom Gletscher zum darüber gelagerten Fels,  ist unter diesen Schneeverhältnissen kein Problem. Irgendetwas Gutes muss er ja auch haben, der Schnee im Sommer..

An der Randkluft beginnt der eigentliche Klettersteig, der von hier fast durchgehend drahtseilversichert in leichten bis mittelschweren Passagen bis zum Gipfelkreuz zieht. Eigentlich müssen nur wenige Stellen ungesichert geklettert werden und der Steig ist nicht schwer, aber im oberen Drittel ist das Stahlseil sehr häufig und auch über längere Strecken unter dem Schnee vergraben. Das wiederum ist nur was für Geübte! Anseilen und Pickel sollten hier auch bei nur kleinen Unsicherheiten selbstverständlich sein.

Trotz des vielen Schnees kommen wir gut voran und klettern unseren Weg durch den immer dicker werdenden Nebel. Am Gipfel angekommen, verpassen wir aufgrund der Sichtverhältnisse erst einmal zielstrebig das Kreuz, drehen dann aber für das obligatorische Gipfelfoto nochmal um. Alleine und eingeschneit stehen wir am höchsten Punkt Deutschland’s, doch bleiben wir nicht lange um die (hier so seltene) Ruhe zu genießen. Es ist zwar Sommer, aber bei -3° und Wind ist es nicht gerade gemütlich. Da verlegt man besser für eine hausgemachte heiße Schokolade in’s Münchner Haus, Deutschland’s höchstgelegene Alpenvereinshütte, direkt unweit des Gipfels. Hier kommen die Seilbahnen an und es ist zehnmal so voll wie noch drei Meter oberhalb, aber dafür kuschelig warm – man könnte fast meinen es ist Sommer!

Bericht und Fotos: Maggy und Anja