Shades of Love - The Himalayan Eyewear Project

 

Jürgen Altmann (Mitte) in Ladakh
Jürgen Altmann (Mitte) in Ladakh


Jürgen Altmann kommt aus Bayrischzell, betreibt in München die kultige Aroma Kaffeebar und hat vor einigen Jahren ein wohltätiges Projekt namens „Shades of Love“ ins Leben gerufen. Um was es dabei geht? Um das Sammeln von neuen und gebrauchten Sonnenbrillen. Warum? Weil in der Hochgebirsgregion des Himalaya die Bevölkerung den UV-Strahlen besonders ausgesetzt ist und über 80% der Menschen unter teils sehr schweren Erkrankungen der Augen leiden.
Shades of Love ist im Grunde ein ganz einfaches Projekt – und dabei so effektiv! Ab 25.Oktober haben wir deshalb auch im Sporthaus eine Sammelbox im Erdgeschoss. Bringt also Eure ausgedienten Brillen einfach bei uns vorbei (UV-Schutz-Check/Reinigung etc. wird dann professionell durchgeführt).
Uns hat Jürgen „Shades of Love“ hier näher erklärt:

Jürgen, wie kamst Du auf die Idee, Sonnenbrillen in die Himalaya-Region zu bringen?
Ich habe mir vor einigen Jahren eine Auszeit genommen und war in Ladakh für eine gemeinnützige Organisation tätig. Dort erfuhr ich das erste Mal von der Problematik der Augenentzündungen in den Regionen. Als ich dann in den Folgejahren zu Besuch dort war, brachte ich natürlich immer Sachen mit. Und irgendwann ging der Knopf auf: Wieso nicht Sonnenbrillen?! Ich sammelte im Familien- und Freundeskreis und hatte bald einige beisammen...

Und es wurden immer mehr?
Ja, weil es einfacher kaum geht. Jeder hat eine Sonnenbrille rumliegen, die er nicht mehr braucht. Und die kann dort so viel ausrichten.

Und dann wurde das Sammeln professioneller...
Nicht nur das Sammeln. Du musst diverse Sachen bedenken. Mit Freudenhaus fand ich z.B. einen Optiker, der für mich den UV-Schutz der Brillen überprüft und die professionelle Reinigung übernimmt. Das ist wichtig, damit nicht aus Versehen irgendwelche Krankheiten ihren Weg in die Region finden. Und ich begann, die großen Brillenmarken anzusprechen. Julbo, adidas eyewear, bollé, glorify – inzwischen habe ich von den Firmen immens viel Material bekommen.

Und wie gelangt das Ganze dann vor Ort?
Das ist inzwischen mein größtes Problem: Das Verschiffen. Ich habe jedes Jahr zigtausende mit auf meine Reisen nach Ladakh genommen oder anderen Leuten mitgegeben. Gerade war ich vor Ort und habe 2.500 Brillen verteilt. Ich habe dort ein Motorrad, mit dem ich dann in die Berge fahre und jedem, dem ich begegne, eine Sonnenbrille überreiche. Aber ich hätte ein Netzwerk an Eye-Camp Organisationen, Gesundheitsinstituten, dem Tibetian Health Care Center etc., die „Shades of Love“ unterstützen würden. Allerdings bräuchten wir dringend Unterstützung bei dem Transport all der Brillen von hier in die Region. Wenn irgendjemand eine Idee, Verbindungen zu Logistikern oder sonstigen hat – einfach bei mir melden. Das würde uns wahnsinnig voranbringen.

Du finanzierst aktuell alles selbst?

Ja, schon. Das ist auch okay, aber ein paar Sachen wären schon toll: Wenn wir einen Sponsor finden würden für Brillensackerl. Sie schützen nicht nur, man kann auch eine ganz einfache Anleitung aufdrucken. Damit die Leute verstehen, dass sie einen Augenschutz auf der Nase tragen, der ein wenig gepflegt werden muss. Und die Logistik-Sache natürlich...

Wie reagieren die Leute vor Ort?
Grundsätzlich freuen sie sich natürlich! Manche verstehen nicht wirklich, um was es geht, manche sind schüchtern, andere sind überschwänglich.



Und Du fotografierst sie alle...  
Zumindest diejenigen, denen ich die Brillen persönlich übergebe. Das „Shades of Love“-Bilderbuch ist inzwischen richtig dick – und so eine Schau!

Wie können wir Dich denn unterstützen?
Also, das Sporthaus unterstützt uns ja bereits mit der Sammelaktion und indem Ihr die Geschichte des Projekts weitererzählt. Aber jeder Einzelne kann mir natürlich Brillen bringen – persönlich bei uns in der Aroma Kaffeebar abgeben oder schicken – oder auf mich zukommen, wenn er mich irgendwie unterstützen will. Wie gesagt: Vielleicht kennt jemand die richtige Person, die logistische Verbindungen nach Nepal hat oder Brillensackerl herstellen könnte.

Deine Ambitionen für die Zukunft?
Aktuell arbeiten wir vor allem in Ladakh, aber „Shades of Love“ soll die ganze Himalaya-Region abdecken. Auch in Nepal haben wir bereits ein tolles Netzwerk aufgebaut. Hier hängt es wieder an der Verschiffung der Brillen von Deutschland. Was ich zudem gerne aufbauen möchte, sind Eye Education Camps, in denen wir die Leute über den Augenschutz aufklären können. Wir müssen auch ein Verständnis für die Auswirkungen der UV-Strahlen schaffen und darüber, wie man dem vorbeugen kann.
 

Wir freuen uns sehr, Jürgen, dass „Shades of Love“ bei uns im Haus präsent ist – und versprechen, dass wir fleißig sammeln und weitererzählen werden!

Alles weitere zu „Shades of Love“ findet man unter: http://www.shadesoflove.org
Alle Fotos: Jürgen Altmann