Outdoor Fotografie mit dem Smartphone
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    Outdoor Fotografie mit dem Smartphone

    Das Smartphone ist mittlerweile immer und überall dabei. Auch auf Tour. Somit hat eigentlich fast jeder eine mittlerweile durchaus brauchbare Kamera im Gepäck. Die kann für weitaus mehr genutzt werden, als für das zigste Selfie. Wenn Ihr ein paar Punkte beachtet, kommt da auch was wirklich Gutes dabei raus. Damit Eure Erinnerungsfotos alles würdig und wertig wiedergeben.
    Fotokurs-Smartphone
    Im abgelassenen Forggensee.

    Das wichtigste zuerst

    Beschäftigt Euch vorab mit den Funktionen Eurer Kamera. Denn die kann meist viel mehr als nur Schnappschüsse. Ihr könnt auch an den „kleinen“ Smartphone-Varianten oft zumindest den Fokusbereich und die Belichtung über den Touchscreen steuern.   

    Dann fotografiert

    Von nichts kommt nichts. Wenn ihr Zeit habt, testet aus. Geht raus, sucht Euch Motive, die Ihr gerne aufnehmt und versucht sie in Szene zu setzen. Von verschiedenen Seiten, im Ganzen, in verschiedenen Ausschnitten. Steht, kniet und legt Euch auch mal hin. Wechselt Euren Standort. So bekommt Ihr ein Gespür für die richtige Perspektive und habt schnell Ergebnisse, mit denen Ihr niemals gerechnet hättet.

    Fotokurs-Smartphone
    Das klassische Raster. Hier wurde der Wald im Bildhintergrund als Horizontlinie genommen, da die Wolken und Berge bereits mit dem Himmel verschwimmen.

    Bildaufbau bei Landschaften

    „Schau, hier, die Weite! Siehst Du das?“ „Nein.“ Genau, kennt Ihr oder? Große Ebenen, weite Täler, riesige Bergmassive und hohe Bäume. Und auf dem Bild erkennt man nichts davon. Aber warum? Wie bekommt man das so in Szene gesetzt, dass es auch wirkt?

    Nun, Ihr müsst es ins richtige Verhältnis bringen. Das Objekt der Begierde einfach nur zentral abzulichten ist selten der richtige Weg. Versucht einfach einmal, das Display horizontal und vertikal zu dritteln (bei vielen Smartphones ist das Display beim Fotografieren eh schon vorgerastert, ansonsten kann man sich das auch ganz gut vorstellen). Im oberen Drittel sollte sich der tiefste Punkt der Horizontlinie ungefähr an der oberen Rasterlinie befinden. Im unteren Drittel habt Ihr einen Vordergrund. Dabei kann es sich auch nur um ein paar Steine oder Grashalme handeln, es spielt keine Rolle, ob sie unscharf sind, oder nicht. Sie sind lediglich Nebendarsteller die für einen Rahmen und die nötige Tiefe sorgen. Mit Vordergrund wirkt der Hintergrund gleich viel mächtiger. Ihr fotografiert Landschaft? Gebt oben ca. 1/3 Himmel dazu. Ihr fotografiert Wolken oder Sonnenuntergänge? Gebt unten ca. 1/3 Landschaft dazu.
    Das ist natürlich nicht 100%ig in Stein gemeißelt, aber ungefähr in diesem Bereich solltet Ihr Euch aufhalten.

    Fotokurs-Smartphone
    Der Boden als Hauptdarsteller. Wichtig sind hier die Strukturen. Der Hintergrund sorgt für Tiefe.
    Fotokurs-Smartphone
    Die Kamera ist immer dabei. Da entstehen auch mal so spontane Aufnahmen wie hier aus dem Zugfenster. Belichtet wurde auf den Himmel.

    Sind Personen auf dem Bild? Dann stellt die nicht einfach in die Mitte, sondern versucht sie im rechten, oder linken Bilddrittel einzufangen. Als weitere Ebene in der Landschaft. Am besten, wenn sie sich natürlich bewegen. „Stell Dich mal da hin und lach!“ zerstört schnell alles, weil es gestellt und konstruiert wirkt. Was es ja auch ist. Befinden sich jetzt noch ein paar Fluchten und Ausblicke im Bild, wird ganz schnell ein neuer Wandschmuck daraus, der wirklich Blicke auf sich zieht.

    Die Person ist hier nur Gast. Daher gut sichtbar im Hintergrund.

    Die Sache mit dem Fokus und dem Licht

    Warum macht man ein Foto? Weil irgendetwas das Interesse weckt. Dieses Etwas sollte natürlich auch zur Geltung kommen. Spektakuläre Wolken werden auf Bildern schnell langweilig, wenn sie nicht richtig belichtet werden. Der Berg im Hintergrund ist Mittelpunkt des Fotos, aber das Gras im Vordergrund ist scharf. Das lässt sich meist durch die Fokus- und Belichtungssteuerung direkt auf dem Display lösen. Hier kann man bei vielen Smartphones (z.B. Samsung, iPhone) durch Antippen des Motivs, Fokus und Belichtung auf den gewünschten Bereich lenken. Also Berg im Hintergrund scharf, Gras im Vordergrund unscharf. So, wie gewünscht. Das Bild erhält Tiefe und der Hintergrund oder die Wolken „saufen nicht ab“.

    Personen als Hauptdarsteller

    Ihr wollt eine Person auf dem Bild besonders hervorheben? Dann rückt sie in den Vordergrund. Aber bitte auch nie genau in die Mitte (außer das Bild soll insgesamt extrem symmetrisch wirken, beispielsweise in einer Allee), es gelten die gleichen Regeln beim Bildaufbau. Machen die Personen etwas Spezielles? Dann versucht das einzubauen. Zeigt beispielsweise ein Stück des Weges, das der Wanderer noch geht, oder das Ziel im Hintergrund. Fokussiert und belichtet auf die Person, außer sie steht im Schattenriss. Versucht, die Person so gut es geht freizustellen. Also nicht in grauer Jacke vor grauem Fels. Geht auch dazu einfach mal in die Knie, oder legt Euch hin. Übung macht den Meister.

    Schattenriss mit Bergpanorama. Belichtet wurde auf die hellen Bereiche im Hintergrund.

    Details und Nahaufnahmen

    Hier ist das Freistellen oberstes Gebot. Wenn Ihr Blumen, Insekten und kleine Tiere fotografiert, dann versucht, sie so exponiert wie möglich zu erwischen. Nur dann kommen sie richtig zur Geltung. Am besten vermeidet Ihr hier den Weitwinkel und zoomt ein wenig ran. Dadurch erhaltet Ihr, vor allem bei Nahaufnahmen, einen starken Schärfe / Unschärfe-Bereich. Außerdem solltet Ihr seitlich an das Motiv heran, dann ist die nächste Ebene weiter entfernt und Ihr bekommt bessere Kontraste. Jetzt noch über den Bildschirm das Objekt fokussieren und richtig belichten, dann steht auch der perfekten Makro-Aufnahme nichts mehr im Weg.  

    Fotokurs-Smartphone
    Schärfe / Unschärfe und tief aufgenommen.

    Filter und Nachbearbeitung

    Gleich vorab, seid sparsam mit Filtern, Ihr benötigt sie meist nicht. Gute Dienste leisten sie allerdings bei trübem Wetter und schlechtem Licht. Ein leichter Orange oder Rotfilter bringt Farben oft besser zur Geltung, ein Blaufilter sorgt für Frische. Ihr wollt schwarzweiß fotografieren? Dann nutzt einfach mal einen dementsprechenden Filter. Das hilft Euch, ein besseres Gefühl für diese kontrastreiche Form der Fotografie zu entwickeln.

    Gleiches gilt für die Nachbearbeitung. Klar könnt Ihr sämtliche Filter über das Bild klatschen, die Euer Telefon hergibt. Dann sieht der Berg mit Herbstlaub eben aus wie eine aufgeplatzte Pizza „Calzone“. Das spiegelt aber nichts mehr von dem wider, was ihr dort gesehen habt und eigentlich zeigen wollt. Seid sparsam. Etwas heller oder dunkler, etwas Kontrast und eventuell ein wenig Farbe in trübe Bilder und fertig. Mehr nicht. Dazu benötigt Ihr auch keine Zusatz-App, das kann Euer Smartphone auch so.

    Und jetzt raus mit Euch und fleißig fotografieren. Wir hoffen, unsere Tipps haben Euch ein wenig geholfen und Ihr bringt zukünftig noch schönere Erinnerungen mit nach Hause. Das ein oder andere Selfie gehört natürlich dazu, da gibt’s ja auch ganz tolle!

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