Trail Running Schuhe – Hart im Nehmen!

Trail-Modelle sind die robusten Sicherheitsexperten unter den Laufschuhen. Klar, wer abseits fester Wege unterwegs ist, für den geht’s über Wurzeln, Steine, Bäche, glitschige Passagen... Es macht keinen Spaß, mit glatter Sohle auf schwierigem Untergrund zu laufen. Dabei geht es auf den Trails absolut um Spaß – das Laufen im und mit dem Gelände ist extrem spielerisch. Man springt, schlägt Haken, duckt sich – und da muss der Schuh entsprechend vertrauensvoll funktionieren. Unser Experte Dominik Waldleitner erklärt, worauf es ankommt.


Dominik, kannst Du erst einmal definieren, wo für Dich ein Trail losgeht? Ein Städter braucht doch keinen speziellen Schuh fürs ‚Abseits’!


Das ist für mich ein festgefahrenes Denkschema. Stadt = Asphalt. Das stimmt gar nicht. Vor allem nicht bei uns. Wer die Isar ein wenig gen Süden (oder auch Norden) läuft, der findet wunderbares Laufgelände. Außerdem lebt nicht jeder mitten im Zentrum. Trail Running soll ja dazu anstiften, Dinge neu zu denken und auszuprobieren. Es geht ums Entdecken – wenn man einen kleinen Trampelpfad sieht, läuft man den eben einfach mal entlang.


Sind das Deine Trail-Kunden?


Ein wenig abenteuerfreudiger sind sie, ja. Aber wir haben natürlich auch Läufer, die zum Beispiel in Tölz direkt am Berg leben – oder auch Kunden, die im Urlaub sehr gern auf den Trails unterwegs sind. Wenn man gemeinsam mit der Familie in den Alpenurlaub fährt, laufen sie vor dem Frühstück schon ihre Runde und gehen dann nach dem Frühstück auf die gemeinsame Wanderung.


Also ist inzwischen klar: Das ist eine kontinuierlich wachsende Läufergruppe und kein Trend.


Richtig! Trail-Running ist wirkliche keine Hype-Geschichte. Für mich zeigt es wunderbar, wie stark sich das Laufen in den letzten Jahren generell entwickelt hat. Es gibt inzwischen so viele unterschiedliche Läufertypen und so viele Spielarten. Das steckt viel Spaß drin – und mehr und mehr Leute entdecken das für sich! Firmen wie Salomon, haben noch Pionierarbeit geleistet. Heute ziehen alle Hersteller nach.  


Wie sieht denn nun ein guter Trail-Schuh aus?


Ein Trail-Modell muss guten Grip bieten und gut schützen. Gleichzeitig muss es natürlich auch ein leichter und flexibler Laufschuh sein. Sonst kann ich mir gleich meinen Alpinstiefel anziehen. Bei der Sohle setzt man auf entsprechend griffiges Profil durch die Struktur und Anordnung der Stollen. Das verrät schon ein Blick, z.B. auf den Saucony Peregrine. Und auch die Gummimischung spielt eine Rolle – wie bei Bike- oder Autoreifen gibt es hier rutschfestere Versionen. 


Was schützt den Trailrunner vor was?


Wenn die Strecke unwegsamer wird, dann legt sich wortwörtlich Stock und Stein in den Weg. Dafür sind die Schuhe gerüstet mit verstärkter Zehenkappe und einem robusten, hochgezogenen Rand für höhere Stabilität. Bei der Sohle integriert Brooks zum Beispiel bei seinem Cascadia im Vorfußbereich ein spezielles Schutzschild – das Ballistic Rock Shield, das spitze Steine, Wurzeln und so weiter abblockt.


Wasserdicht oder nicht wasserdicht?


Das hängt davon ab, wann und wo man primär unterwegs ist. Wer viel im Winter läuft, bei Matsch und Regen, dem empfehle ich unbedingt einen Schuh mit Gore-Tex Membran. Der Salomon Speedcross 3 GTX ist ein super Schuh, der nicht viel wiegt und auf schnelle Abseits-Läufe ausgelegt ist. Es ist wirklich angenehm, wenn der Fuß trocken bleibt und nicht bei jedem Schritt Wasser in den Schuh rein und raus tritt.


Unangenehmer werden die wasserdichten Modelle aber an heißen, trockenen Sommertagen. Da können sie nicht mit luftigeren Modellen ohne Membran konkurrieren. Dann ist ein atmungsaktives Obermaterial – wie beim Salomon X-Scream oder dem Saucony Peregrine – sehr angenehm.


Sonst noch ein Tipp?


Einige gute Trail-Runner laufen gerne mit Kompressionssocken – aus Schutzgründen... So zerkratzen Dorne und Sträucher nicht die athletischen Waden...