Trainingsauftakt auf Teneriffa: So startet man in die Bike-Saison!

 

Unser Mitarbeiter Erik Reintjes ist ein sonniger Typ – und ein sportlicher Typ. Als ehemaliger Downhill Bike-Bundesliga-Fahrer sitzt er mehr als gut im Sattel. Für Februar hat er sich, gemeinsam mit seiner Freundin (Cross Country Bundesliga) einen 100-Euro-Flug nach Teneriffa geschnappt, um Sonne und Sport zu frönen. Hier berichtet Erik, wie ein perfekter Bike-Auftakt auf der spanischen Insel aussieht.
Natürlich in perfekter ION-Klamotte. Die Hachinger haben sich nämlich spontan bereit erklärt, die zwei mit den passenden Outfits auszustatten.  




Tag 1 – Meer und Klippen, Bananen und Fisch




Wir machen uns gegen 23 Uhr auf zum Flughafen. Wir halten fest: Dinge, die man bei einem Billigflug in Kauf nehmen muss 1: unmenschliche Flugzeiten!  Abflug ist 5 Uhr morgens. Wir schlafen auf den Sitzbänken. Vier Stunden fliegen wir nach Teneriffa und stellen fest: Dinge, die man bei einem Billigflug in Kauf nehmen muss 2: Die „Verpflegung“ bei der sogar der Kaffee eklig ist. Aber egal, denn wir landen bei 20° C und blauem Himmel. Wir fallen zwischen den vielen Rentnern am Flughafen etwas auf, holen schnell unseren Mietwagen und fahren vom Wüsten-Süden in den Dschungel-Norden der Insel. Unsere Unterkunft steht direkt an der Klippe. Blick voraus: Meer – und einen Bananenwald im Rücken. Wir decken uns mit Leckereien ein und kaufen Fisch, Fisch und Fisch. Und dann noch schnell das Wetter ausnutzen: Rein in die Trailrunningschuhe und vom Haus ab an den Klippen entlang bis nach Puerto del la Cruz. Eine 17 Kilometer Strecke wie aus dem Trailbilderbuch.
 

Tag 2 – 2.500 Höhenmeter Downhill




Wir holen bei ActiveMTB in Puerto de la Cruz unsere Bikes. Die Bikeschule wird von deutschen Auswanderern geführt. Wir wollen gleich zum Auftakt oben anfangen und lassen uns mit dem Bus gen Teide fahren, dem markanten Inselvulkan und höchsten Berg Spaniens. Wir steigen auf 2.400 m aus, checken das GPS. Helm auf, Protektoren an und rein in den Trail. Die ersten 500 Meter sind brutal. Technisch immens anspruchsvoll, das hätten wir nicht gedacht. Es gibt den ersten Sturz, es fließt das erste Blut. Die Locals ballern an uns mit ihren Downhill-Maschinen vorbei und johlen. Unser Ehrgeiz ist geweckt – also Bremsen los und genießen. Die Trails werden besser und schließlich passt es perfekt. Wenn man durch die Wälder heizt, könnte man denken, man ist in einem heißen Kanada gelandet. Die Tour ist lang. Abfahrten und Tretpassagen im Wechsel. Am Ende sind wir 8.5 Stunden unterwegs gewesen! 2.500 Höhenmeter bergab. Ein Traum. Die Beine sind platt, der Magen hungrig, das Bier schmeckt.

Die steilen Abfahrten durch dichte Wälder verlangen uns einiges ab.
Die steilen Abfahrten durch dichte Wälder verlangen uns einiges ab.


 

Tag 3 – außerirdische Landschaft, außerirdische Biker




Heute wollen wir  noch höher hinaus und strampeln von der Bushaltestelle weiter nach oben auf die roten Lavafelder. Hier in der dünnen Luft ist die Landschaft karg. Wir fahren an der Sternwarte vorbei und denken wir sind auf dem Mars gelandet. Und während unten die Wolken drin hängen, fahren wir hier oben in der prallen Sonne. Nach 2 Stunden Strampelei heißt es dann nur noch bergab: zunächst auf steinigen Trails, dann hinein in den Wald mit technisch schweren Trails, die alles bieten: Sprünge, Wellen, trocken, schlammig. 2.5 Stunden Abfahrt und unsere Arme brennen. Als uns die Strecke in einem kleinen Dorf ausspuckt, sieht man uns an als wären wir Außerirdische...

In den oberen Gebirgsregionen gibt´s karge, wüstenähnliche Vegetation und roten Lavasand in Massen.
In den oberen Gebirgsregionen gibt´s karge, wüstenähnliche Vegetation und roten Lavasand in Massen.


Tag 4 – Regenerationsarbeit...




Unser Tag am Strand in Santa Cruz. Die Sonne brutzelt und wir regenerieren bestens. Abends entdecken wir Santa Cruz, eine spannende, junge Stadt mit 20.000 Studenten und wenig Touristen.
 

Tag 5 – Rekordjagd




Inzwischen kennt uns der Busfahrer schon. Wir sind mit Guide unterwegs, haben Downhill-Bikes und Fullface-Helme dabei. Heute sind wir auf Rennmodus und meiner Freundin zittern etwas die Knie – mir aber auch. Der Streckenrekord liegt bei 55 Minuten. Wir landen nach 62 Minuten am Meer. Snakebite und ein Platten... Dabei haben wir Glück gehabt – die Legende besagt, dass der Plattenrekord auf der Strecke bei 12 liegt! Respekt, wer so viele Schläuche dabei hat... Wir gehen mit den Locals auf ein Bier in die Stadt, wo man verstaubte Biker gewohnt zu sein scheint.
 

Das Kopfsteinpflaster in den Bergdörfern gönnt uns keine Konzentrationspause.
Das Kopfsteinpflaster in den Bergdörfern gönnt uns keine Konzentrationspause.


Tag 6 – Gesäß-Pause: Trailrunning




Wir wollen unserem Gesäß eine Pause können und schlüpfen in die Laufschuhe. Wir fahren mit dem Auto auf den Berg und steigen in den weltberühmten Teneriffe Bluetrail ein – eine 34 Kilometer-Strecke, die im Sommer eine Etappe des 180 km Rennens rund um die Insel ist. Teneriffa ist einfach unglaublich variantenreich. Auf einer so kleinen Insel erlebt man dicht gedrängt die unterschiedlichsten Vegetationen.
 

Tag 7 – Bike-Finale




Das Bike juckt wieder und wir shutteln hinauf. Zum Abschluss fahren wir 2.300 Höhenmeter in den Süden ab. Mit dem 800 Höhenmeter Anstieg liegen wir bei einer Tour von 6 Stunden. Hintern und Beine haben die Winterpause wahrlich verdrängt. Jetzt surfen wir auf einem Trail durch Kakteen. Anlieger über Anlieger. Bremse auf und schreiend durch die Bananenstauden. Zum Finale geht es zum Meer nochmal eine knifflige, alte Treppe hinab. Der richtige Adrenalin-Kick zum Abschluss – bevor wir auf den Strand zurollen...
 

Anspruchsvoller Abschluss. Über steile Wirtschaftswege abwärts zur Küste.
Anspruchsvoller Abschluss. Über steile Wirtschaftswege abwärts zur Küste.


Tag 8 – Sonnenspeicher füllen




An unserem Abflugtag tanken wir noch einmal für fünf Stunden Sonne am Strand. Wir müssen unsere Speicher gut füllen für die letzten Ekeltage in Deutschland...

Text: Erik Reintjes