Was ist eigentlich… ein GriGri?

Als Gri Gri bezeichnet man ein afrikanisches Amulett zum Schutz des Trägers.

Nun, stimmt, danach wurde das GriGri tatsächlich benannt und für Sicherheit sorgt es auch. Allerdings weniger für die des Trägers, sondern eher für die des Getragenen. Das eiförmige Ding ist heute wohl das beliebteste halbautomatische Sicherungsgerät in den Kreisen erfahrener Kletterer - und hat das Sportklettern vor mittlerweile über 25 Jahren revolutioniert.

Wie alles begann

1991 brachte Petzl die erste Version des GriGri auf den Markt. Die Funktionsweise ähnelte dem eines Sicherheitsgurtes: Bei langsamem Zug glitt das Seil durch, bei einem Ruck (also durch den Sturz) blockierte das Gerät. Der Sichernde hatte keinen Zug auf der Bremshand, musste lediglich das Seil richtig führen. Natürlich war weiterhin die volle Aufmerksamkeit beim Sichern gefragt, aber das Ausbouldern von Routen und damit verbundenes häufiges Stürzen und Hängen wurde für den Sichernden deutlich angenehmer und das Seil krangelte nicht mehr, wie es beispielsweise beim Sichern mit HMS-Technik oder dem Achter vorkam. Hatte das Gerät einmal blockiert, löste es sich erst wieder bei Entlastung, also durch weiter klettern, oder durch ziehen des Hebels, mit dem man den Kletterer dosiert ablassen konnte.

Natürlich gab es, wie bei allen Neuerungen im Sicherheitsbereich, auch etliche Kritiker. Vor allem das Argument, durch zu starkes Ziehen des Hebels und den darauf folgenden Schreckmoment, könne das Seil durchlaufen und es dadurch zum Absturz kommen. Was auch stimmte. Der Erfolg ließ sich durch dieses Szenario aber nicht ansatzweise aufhalten. Dieses Sicherungsgerät benötigte - wie jedes andere auch - eine fachkundige Einweisung. Denn alles was Menschen bedienen, kann falsch bedient werden. Auch beim GriGri musste und muss man natürlich wissen, wie das Gerät funktioniert.

GriGri 2 *

Die nächsten zwanzig Jahre eroberte das innovative Sicherungsgerät mehr und mehr Kletterherzen im Sturm, obwohl es völlig unverändert blieb. Erst 2011 kam der Zeitpunkt für Veränderungen. Die bisherige Ausführung war für Seildurchmesser von 10mm – 11mm ausgelegt, die Einfachseile sind aber dünner und dünner geworden. Auf diese Entwicklung reagierte Petzl mit der Einführung des GriGri 2, für Seildurchmesser von 8,9 – 11mm. Damit waren alle gängigen Einfachseile wieder für den Halbautomaten geeignet.

*Das GriGri 2 ist nach wie vor aktuell, das GriGri + eine Erweiterung mit zusätzlichen Features.


GriGri +

Seit diesem Jahr gibt es das GriGri +. Hier wurde der zulässige Seildurchmesser nochmals erweitert, von 8,5 – 11mm. Außerdem haben die Petzl Entwickler den häufigen Toprope-Einsatz in Kletterhallen erkannt. Das Sicherungsgerät ist jetzt einstellbar auf Vorstiegs- oder Toprope-Modus. Bei zweitem ist die Feder weicher und der Klemmnocken blockiert deutlich schneller, während im Vorstiegs-Modus die Seilausgabe durch festere Federeinstellung erleichtert wird.
Die größte Neuerung beim GriGri + ist allerdings die „Paniksicherung“. Wird der Ablasshebel zu stark gezogen und damit der Seildurchlass zu hoch, aktiviert sich die Sicherung und das Seil wird gebremst. Abgelassen werden kann also nur in einem bestimmten Bereich.

Eines ist also deutlich: Petzl hat im Laufe der Jahre nur sinnvolle Änderungen durchgeführt und beim GriGri nie den Blick für das Wesentliche verloren. Ein echter Meilenstein, schön, ein solches Produkt zu haben! Wir sind gespannt, was die Zukunft noch bereithält.



Übrigens: Ein kleines, nettes Netzfundstück zur Bedeutung der Bezeichnung "GriGri":


 „Dann weckt uns aus dem Traume, der Hahn von seinem Baume, früh durch sein heiser’s Gri, Gri, Gri…“
(Zeile eines alten Münchner Singspiels aus dem 18. Jh.)