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    Winterbräuche im Alpenraum

    Der Krampus als Schreckbegleiter des Nikolaus, Eisschwimmen, furchterregende Perchtenläufe, waghalsige Rodler, die sich auf monströsen Holzschlitten die Hänge runterstürzen. Die Winterbräuche im Alpenraum sind teils tief in der Bevölkerung verwurzelt und für Außenstehende häufig skurril und faszinierend zugleich. Aber was hat es mit ihnen eigentlich auf sich?

    Der Krampus

    Gut, seit Schauspieler Christoph Waltz bei Jimmy Fallon’s „The Tonight Show“ vor entsetztem Publikum das Wesen und Wirken des Krampus im Detail ausbreitete, weiß die ganze Welt von der Schreckgestalt. Selbst einen Kinofilm zog das Ganze nach sich. Zu unglaublich schien es, dass der Hl. Sankt Nikolaus in Begleitung einer wüsten, teufelsähnlichen Gestalt die Kinder besucht, welcher sie, wenn sie nicht brav waren, mitnimmt und auffrisst.
    Die Gestalt stammt eigentlich aus vorchristlicher Zeit und stellt das Böse der kalten, grimmigen Winterzeit dar. Sie tritt, wie auch die weihnachtlichen Figuren in der Frühwinterzeit auf und so vermischten sich die beiden Brauchtümer.
    Besonders wüst und unheimlich sind die großen Krampusläufe, wo teilweise über eintausend Schreckgestalten mit kunstvoll geschnitzten Teufelsmasken teilnehmen. Die größten sind in Österreich, in Klagenfurt und St. Johann im Pongau.

    Die längsten Nächte des Winters waren immer schon die Zeit dunkler Gestalten und Geister.

    Perchten

    Diese bayerisch-österreichischen Sagengestalten gibt es in Gut und Böse. Während die Schönperchten mit regional teils riesigen, prachtvollen Kopfbedeckungen auftreten, erschrecken die Schiechperchten mit kunstvollen, aber grausigen Masken und zotteligen Kostümen. Die Perchten spuken in der Zeit der Rauhnächte umher das sind die Tage vom 21. Dezember bis 6. Januar. Die längsten und dunkelsten Nächte des Winters waren immer schon die Zeit dunkler Gestalten und Geister.
    In diesem Zeitraum finden in vielen bayerischen und österreichischen Regionen regelmäßig Perchtenläufe statt, bei denen die wilde Horde durch die Dörfer zieht um den Winter und böse Geister auszutreiben.

    Hörnerschlitten-Rennen

    Im Januar ist es so weit. In Oberbayern und dem Allgäu stürzen sich die ganz unerschrockenen mit schwer bepackten überdimensionalen Hörnerschlitten (klassisches landwirtschaftliches Winter Transportmittel in den Bergen) die Hänge hinunter. Vor allem im Allgäu und dem Zugspitzgebiet finden auch regelmäßig Rennen statt. Diese sind nicht ohne. Die massiven Holzschlitten werden rein mit Körperkraft gebremst und gesteuert, Unfälle enden oft mit derben Verletzungen.
    So bedankt sich beispielsweise der Hornschlittenverein Partenkirchen e.V. bei allen Teilnehmern des Rennens 2017 fürs dabei sein,...

    …wünscht aber gleichzeitig in deutlich fetterer Schrift allen Verletzten gute Genesung.

    Das Rennen 2018 (bayerische Meisterschaft) findet am 6. Januar in Garmisch-Partenkirchen statt. Gönnt Euch das Spektakel!

    Auch sehr traditionell: Das Schalengge-Rennen in Pfronten im Allgäu.

    Eisschwimmen

    Eigentlich ist uns das Eisschwimmen eher aus Nord- und Osteuropa ein Begriff. Ganz abgebrühte Männer und Frauen, die sich in irgendwelche Löcher im Eis stürzen, um ihren Körper am Neujahrstag zu reinigen. Mittlerweile hat sich das Spektakel aber auch im Alpenraum und anderen Regionen mehr und mehr verbreitet und findet immer mehr Freunde.
    In Pertisau am Achensee beispielsweise findet seit 2001 am Silvesternachmittag ein Wettbewerb statt, bei dem die Teilnehmer paarweise an den Start gehen. Sie bekommen einen Kübel Eiswasser zur Abkühlung über den Körper geschüttet und springen dann vom Steg 3 Meter tief ins Wasser, schwimmen 25 Meter zu einem aufgeblasenen Eisberg, klettern hoch, läuten eine Glocke, springen wieder rein und schwimmen zurück. Viele starten verkleidet.
    In Genf geht es etwas traditioneller zu. Seit 1934 findet am letzten Wochenende vor Weihnachten das Coupe de Noel, das klassische Weihnachtsschwimmen statt. Ganze Teams schwimmen die Distanz von ca. 125m, danach wartet ein warmer Whirlpool. Bis zu 1500 Teilnehmer machen alljährlich mit.

    Auch Lust auf eine etwas außergewöhnliche Winterzeit? Dann schaut Euch doch das wilde Treiben einfach mal an.

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