In den Winter geflüchtet

Ein Wochenende im Winterzauber und Skicircus. Als wir uns am Freitag-Vormittag vom verregneten München auf den Weg in die Region Saalfelden Leogang machen, steigt mit jedem Kilometer die Vorfreude auf das bevorstehende Wochenende im Schnee. Ein toller Mix aus verschiedenen Winteraktivitäten liegt vor uns und wir sind gespannt auf eine uns bisher unbekannte Region.

Ankunft
Das Navi hätten wir eigentlich gar nicht gebraucht, denn das Hotel Salzburger Hof in Leogang, das auch den Beinamen „Home of Sports“ trägt, erkennen wir schnell an der 15m hohen Außenkletteranlage. Nach einer Erkundungstour durch das Hotel bestätigt sich das Motto „Home of Sports“. Neben der erwähnten Kletterwand verfügt das Hotel über einen sehr gut ausgestatteten Fitnessraum mit toller Aussicht auf das Skigebiet und die Leoganger Steinberge, einem Boulderraum, Slackline, Außenpool, täglichen Aktivangeboten, Massageangebot und zwei Wellnessbereichen (einer ausschließlich für Erwachsene). Das Thema Sport ist auch im Interieur aufgegriffen, was das Bild entsprechend abrundet.

Das Thema Sport ist allgegenwärtig.
Das Thema Sport ist allgegenwärtig.

Erst Wellness, dann rodeln
Nach einer kleinen Entspannungsrunde in der Sauna im 5.Stock machen wir uns auf den Weg nach Saalfelden. Zu unserer Überraschung wartet am Berggasthof Huggenberg ein Ski-Doo (Schneemobil) auf uns um uns zum Berggasthof Biberg (der Hüttenwirt ist der nette Ski-Doo Shuttle) zu fahren. Wir sind davon ausgegangen den ca. 45 minütigen Aufstieg zu Fuß zu gehen, da wir jedoch noch nie Ski-Doo gefahren sind, freuen wir uns wie kleine Kinder und kichern bei der rasanten Fahrt die ganze Zeit. Nach einem leckeren Abendessen mit regionaler Küche in dem gemütlichen Berggasthof geht es bei klarem Sternenhimmel mit dem Rodel auf der 6km langen Natur-Rodelstrecke, nicht weniger rasant, zurück ins Tal.

Am nächsten Morgen stärken wir uns im Hotel am ausgesprochen reichhaltigen Frühstücksbüffet. Besonders angetan sind wir davon, dass das Büffet wirklich auf Sportler und Gesundheitsbewusste (Lebensmittelunverträglichkeiten) ausgerichtet ist.

Erstmal auf die Piste
Beim Verlassen des Hotels stehen wir schon fast auf der Piste, da die Talstation der Asitzbahn direkt gegenüber liegt. Im Sportgeschäft und Skiverleih Sport Mitterer lassen wir uns von den freundlichen und gut gelaunten Mitarbeitern mit Skiern ausstatten und schon geht es mit der Asitzbahn hinauf in den Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn. Leider meint es das Wetter nicht ganz so gut, aber Schneefall und Nebel können uns die gute Laune nicht verderben und so starten wir unsere Erkundungstour durch das schneesichere Skigebiet. Die Pisten sind sehr gut präpariert und bei abwechslungsreichen 270 Abfahrtskilometern kommt jedes Skilevel auf seine Kosten. Das Wintersportgebiet ist weitläufig angelegt, die Skifahrer verteilen sich sehr gut über den Skicircus und wir haben ausreichend Platz um unsere Schwünge auf den Hängen zu ziehen.

Egal ob Powder oder Piste, hier ist für jeden was dabei!
Egal ob Powder oder Piste, hier ist für jeden was dabei!

Bei Mama Thresl
Um unseren Beinen eine wohlverdiente Pause zu gönnen, statten wir Mama Thresl‘s Hendlfischerei, die mit außergewöhnlicher Architektur heraussticht, einen Besuch ab. Der Mountain Club empfängt uns mit prasselndem Feuer im Kamin, chilliger Lounge Musik und einer tollen (abgefahrenen) Innengestaltung. Die Aussicht durch die Panoramaverglasung ist sicherlich wahnsinnig schön, doch leider verwährt uns der Nebel die Sicht. Um beide Komponenten des Namens zu testen wählen wir Grillhendl und Tunfischsteak und beides können wir wärmstens empfehlen. Zufrieden lassen wir uns noch ein wenig in der entspannten Atmosphäre treiben, bevor es wieder auf die Piste geht.

Mama Thresl: Irgendwie anders!
Mama Thresl: Irgendwie anders!

Eislaufen am Ritzensee
Um noch ein wenig mehr vom Wintersportangebot der Region Saalfelden-Leogang zu sehen und auszuprobieren, machen wir uns nach der Talabfahrt auf den Weg zum Nordic Park am Ritzensee in Saalfelden. Nach 25 Jahren wagen wir uns mal wieder auf die Schlittschuhe. Zuerst sind die Schritte noch etwas zaghaft und verwackelt, aber bald schon fühlen wir uns wieder wie Teenager, drehen unsere Runden über den See und versuchen uns an der ein oder anderen Eiskunstlauffigur (was natürlich mit dem ein oder anderen nicht ganz so künstlerischem Sturz verbunden ist ).
Den schönen, abwechslungsreichen Tag lassen wir nach einem kurzen Saunagang, im Hotel Salzburger Hof bei einem sehr leckeren und stimmigen Abendessen und einem anschließenden Besuch in der Hotelbar gemütlich ausklingen, bevor wir angenehm müde in die Betten fallen.

Auf Schneeschuhen
An unserem dritten Tag im Winterwonderland steht eine Panorama-Schneeschuhwanderung auf dem Programm. Mit der Asitzbahn geht es wieder hinauf und unser Bergführer Georg Oberlechner von Mountain Mystics führt uns erst ein kleines Stück durch das Skigebiet auf den Saalachtaler Höhenweg. Die Bedingungen sind perfekt - Sonnenschein, glitzernder, weicher Pulverschnee, die Bäume Schneebedeckt und die Wolken- und Nebelfelder reißen immer wieder auf und gewähren uns eine traumhafte Aussicht auf die Leoganger Steinberge und das Steinerne Meer. Auf dem Höhenweg wandern wir gemütlich durch den unberührten Tiefschnee, genießen die Ruhe, die Aussicht und die Natur. Die Welt hier ist eine ganz andere als ein paar Luftmeter weiter im Skigebiet. Georg führt uns nicht nur perfekt über den Höhenweg, wir erfahren von Ihm auch eine Menge über die Region, die Berge, wir reden über Keltische Bräuche und Gott-und-die-Welt und merken gar nicht wie die Zeit verfliegt. Am Haiderbergkogel beenden wir die Panoramawanderung und steigen hinab Richtung Leogang.

Die ruhige Seite vom Skicircus...
Die ruhige Seite vom Skicircus...

Das Wochenende in der äußerst vielseitigen Wintersportregion Saalfelden Leogang war wirklich wunderschön. Wir haben sowohl die vielen unterschiedlichen Aktivitäten in der Bandbreite von Action bis Ruhe und Erholung, als auch die Kulinarik, mit netten, freundlichen Menschen genossen. Wir werden sicher als „Wiederholungstäter“ zurück kommen. Eine Region zum Genießen und auch mit Familie, im Winter wie im Sommer, empfehlenswert.

Text und Fotos: Simone Ossiander / berghelden.de