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    Draußen sein ist schon die erste Asana

    Wenn du Yoga regelmäßig praktizierst, hast du bestimmt schon die ein oder andere Stunde im Park oder an der Isar genommen. Aber hast du auch schon mal ganz bewusst in den Bergen Yoga praktiziert, um die Natur auf dich wirken zu lassen, zu spüren, zu atmen und einfach nur den Moment zu genießen? Ich habe für Dich ein paar Ideen gesammelt, um in den Bergen abzuschalten und neue Kräfte in Dir zu sammeln.

    Grüß den Morgen.

    Der Sonnenaufgang ist immer wieder ein magischer Moment. Ganz besonders ist er auf dem Gipfel mit Blick in die Ferne, wenn aus Dunkelheit ein Meer aus Farben und Licht wird. Der Sonnengruß mit seinen 12 Haltungen, der aufgehenden Sonne zugewandt, ist der perfekte Start und eine schöne Aktivierungsübung am Morgen. Ja, man muss früh aufstehen, sehr früh sogar, aber sobald die Sonne hervorblickt, wird sich eine wohlige Zufriedenheit einstellen.

    Denk daran, dass es auf Gipfeln meist windig und felsig ist und man wenig Raum zum Üben hat. Deswegen: du musst nicht ganz hoch hinauf. Ich bin z.B. gern an der Rotwand. Hinter dem Rotwandhaus ist man geschützt und es gibt viel Platz um mit tollem Ausblick zu üben. Auch am Berggasthof Neureuth über dem Tegernsee oder auf dem Grasgipfel des Wank bei Garmisch-Partenkirchen kann man sich ausbreiten. Etwas weiter entfernt, aber auch mit viel Platz gesegnet, sind die Grasflächen am Kotzen und Hochgern.   

    Guten Morgen Yoga (Neureuth, Tegernsee)
    Ich nehme meistens keine Matte mit in die Berge, sondern nur ein Yogahandtuch. Das ist platzsparend, leicht und trotzdem rutschfest.

    Geh mal in Stille.

    Auch wenn die Natur beim Trailrunning etwas schneller an mir vorbeizieht als beim Gehen, hat das Laufen in den Bergen etwas von einer Walking Meditation. Ich genieße den Wind und achte auf jeden Schritt. Ich verzichte auch grundsätzlich auf Musik. Wenn ich nicht alleine unterwegs bin, verabreden wir immer wieder Zeiten des Nicht-Redens. Ja, auch wir Frauen können mal eine Zeit lang nicht quatschen, sondern nur auf die Umgebungsgeräusche hören. Ich bin jedes Mal überrascht, wie viel Neues ich höre und wahrnehme. Probier‘ das doch mal das nächste Mal aus, wenn du mit einer Freundin unterwegs bist. Später teilt ihr dann, was ihr gehört bzw. nicht gehört habt.

    Werde Waldbademeister.

    Wenn ich durch einen ganz besonders schönen Wald laufe, drossle ich oft das Tempo und gehe bewusst langsam. Vor allem die Stille im Wald, die nur ab und zu durch ein Knacken unterbrochen wird, übt eine besondere Anziehung aus. Dass das vielen unheimlich ist, kann ich nachvollziehen, aber vielleicht testest du es an einem sonnigen Tag, wenn die Strahlen ihren Weg auf den Waldboden finden. Im Frühling, wenn Bärlauch wächst oder im Herbst, wenn Pilze sprießen. Das Sammeln von Kräutern und Pilzen ist für mich eine meditative Angelegenheit und das Rührei mit Steinpilzen danach eine ganz besondere Belohnung.

    Heutzutage gibt es für das Spazieren im Wald einen Begriff: Waldbaden. Waldbaden ist so viel mehr, als nur spazieren zu gehen. In Japan ist Shinrin-Yoku  - „Das Eintauchen in die Waldatmosphäre" - schon längst Teil eines gesunden Lebens. Ein bewusster Aufenthalt im Wald hilft dir, Stress zu reduzieren und alle deine Sinne neu zu aktivieren. Atme tief ein, fühle die Rinde am Baum, zieh‘ auch mal deine Schuhe aus und spüre den Waldboden. Die Wälder in Bayern gehören zu den schönsten Deutschlands. Für deine persönliche kleine Auszeit reicht schon die Fahrt in den Grünberger Forst oder du schaust bei Natur Coach Irmi Baumann vorbei. Wenn die Anfahrt ein wenig länger sein darf, kann ich dir die Wälder in der Jachenau empfehlen. Die Kombination mit "Bergbaden“ geht dort besonders gut. Ein Tagesausflug in den Nationalpark Bayerischer Wald lohnt sich ebenfalls sehr und du bist in ca. 2 Stunden dort.

    Einfach nur Atmen.

    Es muss nicht immer eine dynamische Praxis sein, um die Natur und sich selbst zu spüren. Die yogischen Atemübungen, auch Pranayama genannt, sind leider nicht ganz so populär wie Asanas oder Meditation. Dabei ist der Atem unsere Lebensenergie.

    Eine einfache, aber effektive Übung ist Nadi Shodana, die Wechselatmung. Sie beruhigt den Geist, wirkt ausgleichend, hilft gegen Müdigkeit und erhöht den Sauerstoff Gehalt im Blut. Und so geht’s:

    Beginne mit dem rechten Daumen der rechten Hand und schließe damit das rechte Nasenloch.

    Atme nun durch das linke Nasenloch aus.

    Atme dann durch das linke Nasenloch tief ein und schließe mit dem Ringfinger der rechten Hand das linke Nasenloch.

    Löse jetzt erst den Daumen vom rechten Nasenloch und atme vollständig aus.

    Atme dann durch das rechte Nasenloch tief ein und schließe mit dem Daumen der rechten Hand das rechte Nasenloch.

    Jetzt wieder links ausatmen bis du auf mindestens 5 Wiederholungen pro Seite kommst.

    Eigentlich schließt man beim Pranayama die Augen. Gerade die Wechselatmung funktioniert allerdings ganz wunderbar, wenn du die Aussicht auf dem Gipfel genießt und mit ruhendem Blick in die Ferne schaust. Versuch doch einfach mal beides.

    Ich hoffe, ich konnte Dir ein paar Tipps geben, die Berge auf eine ruhigere Art und Weise zu genießen.

    Text:  Julia Topp - eatrunhike.de

    Fotos: Philipp Bachhuber für Lululemon, Julia Topp

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